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Titel: Bünker: „Klare Kante gegen Fremdenfeindlichkeit“
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 5.2.2018

Rede bei Festveranstaltung des Gustav-Adolf-Werks in Württemberg

Evangelische Kirchen müssen Orte des offenen Gesprächs ohne Hetze und Hass bleiben, betonte Bischof Michael Bünker am Samstag, 3. Februar, in Stuttgart. Bei der Festveranstaltung anlässlich des 175-jährigen Bestehens des Gustav-Adolf-Werks in Württemberg meinte Bünker, der auch Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) ist: „Gegenüber fremdenfeindlichen, rassistischen und vor allem antisemitischen Positionen und gegenüber demokratiegefährdenden Tendenzen kann nur klare Kante gezeigt werden.“

In seiner Rede erinnerte Bünker an die Studie „Die Kirche Jesu Christi“ aus dem Jahr 1994, die sich für protestantisches Engagement in einem offenen und pluralistischen Europa ausspricht. Pluralität werde heute auf dem Kontinent aber zunehmend als Bedrohung empfunden: „Wir stehen heute vor besonderen Herausforderungen“, sagte Bünker, „denn Pluralität wird in Europa zunehmend als Bedrohung empfunden und die Offenheit der Gesellschaften scheint durch Extremismen und überzogene Sicherheitsbestrebungen, durch zunehmenden Rechtspopulismus mit seinen Abgrenzungsstrategien und generell durch die verbreiteten Festungsmentalitäten Schritt für Schritt verloren zu gehen.“

Jeder zehnte Mensch in Europa sei heute evangelisch: Protestanten könnten zu Brückenbauern werden, da die Evangelischen Kirchen selbst unter dem Leitbild einer „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ lebten: „Was aus Europa wird, weiß ich nicht. Aber dass uns Zukunft verheißen ist, das weiß ich und darauf vertraue ich. Diese verheißene Zukunft von Gottes Reich ist ein offener Möglichkeitsraum, in den unsere Welt gestellt ist. Dieses Vertrauen und diese Zukunftsoffenheit glaubwürdig und beispielhaft zu leben und in Europa – also an jedem Ort, an den uns Gott stellt – einzubringen, das sehe ich als die Aufgabe Evangelischer Kirchen in Europa.“

Zu der Festveranstaltung waren Ehrengäste aus 16 Nationen geladen. Mit Bischof Bünker war Pfarrerin Daniela Kern aus Trofaiach nach Stuttgart gereist.

Das 1843 gegründete Gustav-Adolf-Werk in Württemberg unterstützt evangelische Minderheiten im Ausland. Zurzeit sind es 49 Partnerkirchen in 35 Ländern. Das Jahresbudget liegt bei 600.000 Euro, davon stammen 500.000 aus Spenden. Vorsitzende ist seit 2002 die Ulmer Regionalbischöfin Gabriele Wulz, die seit 2016 auch das Gustav-Adolf-Werk Deutschland leitet.
Verfasst am: 09.02.18, 13:39
Titel: Newsletter der EVANGELISCHEN AKADEMIE WIEN
Autor: MB
Quelle: Evangelische Akademie Wien vom 29.1.2018


Veranstaltung im Februar

Der Christlich-Marxistische Arbeitskreis:
Marx‘ Thesen über Feuerbach -Was bedeutet Marxismus heute?

Anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx lesen wir dessen „Thesen über Feuerbach“ und stellen die Frage nach der gegenwärtigen Bedeutung des Marxismus.

Input: Bernd Augustin

Wann: Mi., 14. Februar 2018, 19:00-21 Uhr
Wo: Evangelische Akademie Wien, Albert Schweitzer Haus (2. Stock), Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien
Anmeldung: Erbeten an g.winkler@evang.at

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Vorschau auf Veranstaltungen im März


Plattform Strafrechtsethik.
Restorative Justice II: Tatausgleich in Österreich

Wie kann ein Justizsystem aussehen, das nicht die Bestrafung der Täter in den Mittelpunkt rückt, sondern danach fragt, wie erlittenes Unrecht ausgeglichen werden könnte? Bereits jetzt gibt es in Österreich zahlreiche Fälle, in denen der Ansatz der Restorative Justice angewendet wird. Mit der Einführung des außergerichtlichen Tatausgleichs hatte Österreich in den 80er Jahren eine Vorreiterrolle in Europa. Auch heute noch ist die Akzeptanz bei Betroffenen hoch.

In der Veranstaltung werden praxisnahe, anschauliche Beispiele vorgestellt, wie der Ansatz der Restorative Justice in Österreich bereits jetzt umgesetzt wird. Es wird viel Raum für Diskussionen und Nachfragen geben.

Input: Judith Stummer-Kolonovits, Mediatorin, Konfliktreglerin bei Neustart

Moderation: Nicole Lieger, Politologin, Spezialgebiet gesellschaftliche Transformation

Wann: Do, 1. März 2018, 19:00-21 Uhr
Wo: Albert Schweitzer Haus (Kapelle, 4. Stock), Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien
Anmeldung: Erbeten an akademie@evang.at


In Kooperation mit:
Evangelische Gefängnisseelsorge, Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Wien

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Die Theologie im Spannungsfeld von Wissenschaft und Gesellschaft

Religiöse Pluralisierungsprozesse wirken auf das Feld der Theologien. Der Bedarf an Expertise im Bereich Religionen und Religiosität steigt. Die Debatten umfassen aber auch institutionelle Strukturen und das Verhältnis zu den Religionswissenschaften. Kritische Stimmen gehen so weit, den Theologien ihren Status als Wissenschaft abzusprechen. Gründe genug, um nach den Herausforderungen, Aufgaben und Perspektiven der Theologien zu fragen: Wie wirken Prozesse der religiösen Pluralisierung und Säkularisierung auf die Theologien? Wie gestaltet sich das Verhältnis zu den Religionswissenschaften?

Ednan Aslan, Lehrstuhl für Islamische Religionspädagogik am Institut für Islamisch-theologische Studien, Universität Wien
Sigrid Müller, Dekanin der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien
Wolfram Reiss, Lehrstuhl für Religionswissenschaft an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien
Martin Rothgangel, Dekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien

Moderation: Raoul Kneucker, Experte für Religionsrecht

In Kooperation mit: Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Wien

Wann: Do, 15. März 2018, 19:00-21 Uhr
Wo: Albert Schweitzer Haus (Kapelle, 4. Stock), Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien
Anmeldung: Erbeten an akademie@evang.at

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Europa denken - Religion und Politik im Diskurs: Freiheit und Verantwortung

2017 wurde das 500. Jubiläum der Reformation gefeiert. Für die evangelischen Kirchen i. Ö. standen die Begriffe Freiheit und Verantwortung im Fokus von Reflektionen zu historischen Entwicklungen und der Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Welche Verantwortung übernehmen Kirchen im europäischen Integrationsprozess? Welche Beiträge leisten sie für ein friedvolles, menschenwürdiges Zusammenleben? Kritischer Austausch zwischen Religionen und Politik gewinnt in einer komplexer werdenden Welt an Bedeutung. Neue Konzepte sind gefragt.

Dies ist die Abschlussveranstaltung unserer Reihe „Europa denken“.

Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche AB i. Ö., Generalsekretär d. Gemeinschaft Evang. Kirchen in Europa
Silke Lechner, stellv. Leiterin des Arbeitsstabes “Friedensverantwortung der Religionen“, Auswärtiges Amt, Berlin
Isolde Charim, Philosophin, Publizistin
Martin Pollack, Schriftsteller, Journalist
Ulrike Lunacek, ehemalige Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments
Moderation: Peter Huemer, Zeithistoriker, Publizist

In Kooperation mit: Haus der Europäischen Union

Wann: Di, 20. März 2018, 19:00-21 Uhr
Wo: Haus der Europäischen Union, Wipplingerstraße 35, 1010 Wien
Anmeldung bis 11. März: Erbeten an akademie@evang.at
Verfasst am: 01.02.18, 10:15