Neuigkeiten Neuigkeiten
Titel: „Im Gespräch“ – Was Kinder brauchen
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 24.6.2018

Pfarrerin Maria Katharina Moser über Bildung

„Kinder sind arm, weil sie in die Schule gehen müssen“, sagt Peter. „Finde ich nicht“, sagt Rudolf, „Kinder ohne Bildung sind arm, weil sie können keinen Beruf lernen und später kein Geld verdienen.“ Wir haben in der Bibel gelesen, dass sich Jesus Kindern zuwendet, und sind bei der Frage gelandet, wann Kinder arm sind. Ich schaue in die Runde der 11jährigen: „Was meinen andere?“ Silke meldet sich: „Die Schule nervt schon manchmal. Aber jedes Kind braucht Bildung. Wie Rudolf gesagt hat. Sonst hat man später keine Chance.“

Kinder sind davon überzeugt, dass gute Bildung wichtig ist. Das bestätigt eine Studie, die die Bundesjugendvertretung unlängst präsentiert hat. Kinder wurden selbst gefragt, was sie für ein gutes Leben brauchen. Sie haben die großen Themen angesprochen: Ernährung, Kleidung, Wohnsituation, Gesundheit, Familie, FreundInnen und Freizeit – und eben gute Bildung. Und sie haben aufgezählt, was sie konkret brauchen für die Schule: Schultasche, Turnsackerl, Computer, Taschenrechner, Stifte, Geodreieck, Bücher, Hefte, Kleber, gesunde Schuljause usw. Das alles kostet. Wie viel, das hat meine Bekannte Susanne ausgerechnet. Ein Schuljahr lang hat sie genau Buch geführt. 3 € für das Faschingsfest, 4 € für die Bücherwelt, 7 € für einen Kreativworkshop, 200 € für die Projektwoche … Die Kosten für schulische Veranstaltungen haben sich auf 328,10 € geläppert. Dazu kamen 40 € für den Spind, 20 € für den Elternverein, Geld für geforderte Materialien sowie für Lernbetreuung und Mittagessen. 1.638,32 € hat Susanne übers Jahr hingeblättert, damit ihr Sohn bei allem mitmachen kann in der Schule. Diese Kosten zu stemmen, ist für keine Familie einfach. Für Menschen, die in Armut leben oder armutsgefährdet sind, ist das kaum zu schaffen.

Die Zukunftschancen von Kindern hängen von den materiellen Möglichkeiten ihrer Eltern ab. Schule ist in Österreich gratis. Aber um gut und erfolgreich lernen zu können, reicht das nicht. Denn mit leerem Bauch, ohne einen Tisch, an dem sie in Ruhe ihre Hausübung machen können, in einer ungeheizten Wohnung können Kinder keine Leistungen bringen.

Kinder haben ein Recht darauf, dass ihre Grundbedürfnisse sichergestellt werden. Und die sind für alle Kinder gleich: eine ordentliche Wohnung, in der auch Freundinnen auf Besuch kommen können; eine Dusche, aus der warmes Wasser kommt; ausreichend und gesundes Essen; eine Ärztin und Medizin, wenn sie krank sind; Schultasche, Stifte, Geld für die Projektwoche und was man sonst noch alles braucht, um in der Schule dazu zu gehören. „Alle sollen mitmachen können“, sagt Robert. Und Silke meint: „Ja, weil alle Kinder sind gleich viel wert. Wir sind ja alle von Gott geschaffen.“

Dr. Maria Katharina Moser ist Pfarrerin in Wien-Simmering. Kontakt: maria.moser@glaubenskirche.at

Jeden Sonntag sind Pfarrerin Maria Katharina Moser, Vikarin Julia Schnizlein und Pfarrerin Ingrid Tschank in der „Krone bunt“ – Kolumne „Im Gespräch“ zu lesen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von krone.at
Verfasst am: 25.06.18, 13:46
Titel: Kirchliche Umweltpreise verliehen
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 21.6.2018

Gemeinden Bad Ischl und St. Ruprecht unter den Preisträgern

Den hohen Stellenwert der Nachhaltigkeit in vielen katholischen und evangelischen Pfarrgemeinden Österreichs hat die Verleihung kirchlicher Umweltpreise am Montag, 18. Juni, in Wien unterstrichen. Für ihr Engagement wurden vom katholischen Bischof Alois Schwarz sechs katholische Pfarrgemeinden und mit Bad Ischl auch eine evangelische mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Unter den weiteren Preisträgern befindet sich auch die evangelische Pfarrgemeinde St. Ruprecht bei Villach, 26 Pfarrgemeinden wurden insgesamt für ihre vorbildlichen Umweltprojekte belobigt. Am Festakt im Wiener Erzbischöflichen Palais nahmen u.a. auch der evangelisch-lutherische Oberkirchenrat Karl Schiefermair, Frauenordens-Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer, Hemma Opis-Pieber als Sprecherin der Kirchlichen Umweltbeauftragten Österreichs und Reinhard Mang als Vertreter des Umweltministeriums teil.

Die ökumenische Ausrichtung der Umweltpreise besonders deutlich machen die Hauptpreisträger in der Kategorie Beschaffung und Bewirtschaftung: In der katholischen Stadtpfarre und der evangelischen Pfarrgemeinde Bad Ischl sorgt ein interkonfessionell besetztes „Team Schöpfungsverantwortung“ für kontinuierliches Augenmerk auf den eigenen Lebensstil und die Einkaufsgewohnheiten. St. Ruprecht erhielt die Auszeichung für den umweltfreundlichen Gemeindebrief und das Lebensmittel-Rettungsprojekt „Together Foodsharing“.

Die Leistung von Pfarrgemeinden in der Umweltarbeit hob Oberkirchenrat Schiefermair in einem kurzen Grußwort hervor: „Gemeinschaftsgärten werden angelegt, Begegnungsflächen gestaltet, Um- und Neubauten ökologisch nach neusten Gesichtspunkten errichtet, Photovoltaikanlagen aufgestellt und vor allem eines: Bewusstseinsarbeit geleistet.“ All dies sei wesentlich: „Denn wir wissen: wir leben in einer ungerechten, von Gier nach Geld und Gewinn getriebenen Welt, zu unser aller Schaden und zum Schaden der Natur.“ Hier gelte es einerseits nicht mitzumachen, andererseits „es anders zu machen“, um die „Würde eines Geschöpfes Gottes zu erhalten.“

Bei der Bewahrung der Schöpfung, aber auch bei den davon nicht zu trennenden Themen Frieden und Gerechtigkeit, dürfe es nicht zu einer „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ kommen, forderte Bischof Schwarz mit einem Verweis aus der Franziskus-Enzyklika „Laudato si“ anlässlich der Preisverleihung. In allen drei Bereichen gebe es heutzutage „massive Not“. Daher gelte es den engagierten österreichischen Pfarren ein großes Lob dafür auszusprechen, dass sie diese Zusammenhänge erkannt „und aus christlicher Spiritualität heraus neue, schöpfungsfreundliche Wege beschritten“ hätten.

Dotiert sind die vergebenen ersten Preise in den Kategorien Energiewende bzw. nachhaltige Beschaffung und Bewirtschaftung mit jeweils 2.000 Euro, jeweils 1.000 Euro erhalten die mit zweiten und dritten Preisen bedachten Projekte.
Verfasst am: 25.06.18, 13:45