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Titel: Bischof Bünker will „Neustart für Mindestsicherung“
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 17.4.2019

„Jeder Mensch ist wertvoll und gleich viel wert“

Wien (epdÖ) – Einen „lebendigen Neustart für eine Mindestsicherung, die Existenz und Chancen sichert, nicht Menschen den Boden unter den Füßen wegzieht“, fordert der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker. Angesichts des geplanten Beschlusses zum Sozialhilfe-Grundsatzgesetz im Nationalrat am 25. April sagte Bünker gegenüber dem Evangelischen Pressedienst, die neuen Sozialhilferegelungen „schaden Menschen in schwierigen Situationen und machen ihr Leben noch schwieriger.“ „Jeder Mensch ist wertvoll und gleich viel wert, nur das schafft Sicherheit“, unterstreicht dagegen Bünker. Gesellschaftlicher Zusammenhalt bedeute auch, „alle als Menschen mit gleicher Würde und sozialen Rechten“ anzusehen. Gerade Ostern erinnere daran, „chronisch Kranke, Familie und Kinder aus dem Dunkeln zu holen“. Bünker: „Dem, der am Boden liegt , aufzuhelfen, das ist Auferstehung heute und jetzt.“ Denn: „Es macht uns alle stark, wenn wir anderen aufhelfen.“ Niemand in sozialer Not dürfe „zum Bittsteller gemacht“ werden, daher brauche es „eine Mindestsicherung, die Existenz, Chancen und Teilhabe sichert“.

„Ein Drittel der Betroffenen sind Kinder“

Besonders kritisiert der Bischof, dass von der Neuregelung der Mindestsicherung eine große Zahl von Kindern, Kranken und auch Eltern mit prekärer Arbeit negativ betroffen sind. Die Zahlen zeigten, dass ein Drittel der Bezieher der Mindestsicherung Kinder seien, ein weiteres Drittel Pensionisten, Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke oder sogenannte „Aufstocker“ in unsicheren und schlecht bezahlten Jobs. Die soziale Ausgrenzung in Folge von Armut habe bei Kindern besonders starke Folgen: Sie könnten zehnmal seltener Freunde einladen als andere Kinder und zwanzigmal seltener an kostenpflichtigen Schulaktivitäten teilnehmen, sagt Bünker und verweist dazu auf eine Studie der Statistik Austria aus dem Jahr 2018. Mindestsicherungsbezieher mit Kindern leben, so der Bischof, noch häufiger in schlechten Wohnsituationen, desolates Wohnen wirke sich „besonders hemmend auf Bildungschancen und Gesundheit“ der Kinder aus. Unsicherheiten blieben zudem durch die zahlreichen „Kann-Bestimmungen“ der geplanten Regelung: „Die neue Sozialhilfe ist nicht nach unten abgesichert, sondern im freien Fall offen.“ Das betrifft die Leistungshöhen, das Wohnen oder Hilfen für alleinerziehende Eltern. Bünkers Fazit: „Mit dem vorgelegten Sozialhilfegesetz wird soziale Unsicherheit erhöht und die Schere zwischen Arm und Reich in Österreich vergrößert.“

Mit Sozialverträglichkeitsprüfung „würde es dieses Gesetz nicht geben“

Bünker wiederholt zudem die bereits im ökumenischen Sozialwort von 2003 erhobene Forderung der Kirchen nach einer Sozialverträglichkeitsprüfung für Gesetzesvorhaben. Eine solche Prüfung könne dabei helfen, Folgewirkungen von Gesetzen auf verschiedene gesellschaftliche Gruppen abzuschätzen: „Hätten wir eine solche Sozialverträglichkeitsprüfung jetzt schon, würde es dieses Gesetz nicht geben“, ist Bünker überzeugt.
Verfasst am: 18.04.19, 10:47
Titel: Ostern: Geistliches, Theologisches und Musikalisches in Radio und TV
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 17.4.2019

Karfreitags-Gottesdienste aus Feffernitz und Trofaiach

Viel Evangelisches erwartet das ORF-Publikum auch heuer rund um Ostern. Den Höhepunkt bildet dabei der TV-Gottesdienst zum Karfreitag am 19. April. Übertragen wird der Gottesdienst aus Feffernitz in Kärnten, mit der Gemeinde feiern Ortspfarrerin Birgit Meindl-Dröthandl und Superintendent Manfred Sauer. Meindl-Dröthandl, die auch Vize-Präsidentin der Synode A.B. ist, sieht die Kernbotschaft des Karfreitags darin „dass auch am Tiefpunkt Gott da ist, da sein kann“. Dadurch rückt für Sauer „der Karfreitag unmittelbar in unsere Lebenswirklichkeit“: Gott sei „mitten im Leid gegenwärtig“. Für die musikalische Gestaltung sorgt der Kärntner Diözesankantor Martin Lehmann. Zu sehen ab 9.30 Uhr auf ORF2.

Der Radiogottesdienst zum Karfreitag kommt heuer aus Trofaiach in der Steiermark. Mit der Gemeinde feiern hier Ortspfarrerin Daniela Weber und der steirische Superintendent Wolfgang Rehner. „Gott durchschreitet mit uns die Leiden und Gottesferne – und überwindet sie“, bringt Rehner die zentrale Aussage des Tages auf den Punkt. Zu hören ab 10.04 Uhr auf Ö1.

Die Begegnung Saulus‘ mit dem Auferstandenen bildet das Leitmotiv des Radiogottesdiensts zum Ostermontag, 22. April. Auch Ulrich Zwingli wird in dem Gottesdienst aus der reformierten Pfarrgemeinde Wien-Süd mit Pfarrer Johannes Wittich, Kurator Robert Colditz und Gerti Rohrmoser, Direktorin der Evangelischen Frauenarbeit, eine Rolle spielen: Vor 500 Jahren trat er seine Stelle als Prediger am Zürcher Großmünster an. Das Datum gilt symbolisch als Beginn der Schweizer „reformierten Reformation“. Musikalische Akzente setzt der Erlöserkirche Gospel Choir unter Leitung von Martin A. Seidl. Zu hören in den ORF-Regionalradios (ausgenommen Radio Wien) ab 10 Uhr und zeitversetzt ab 10.05 im Deutschlandfunk.

Theologisches im Radio

Basiswissen über den Karfreitag wird schon im Vorfeld der Karwoche vermittelt: Am Samstag, 13. April, fragt die Ö1-Sendung Logos, was es an dem höchsten protestantischen Feiertag eigentlich zu feiern gibt und worin die theologische Bedeutung des Karfreitags liegt. Zu hören ab 19.05 Uhr.

Theologische Gedanken zu Ostern gibt es dann die ganze Woche hindurch: Der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld stellt von Montag, 15. bis Samstag, 20. April immer morgens um 6.55 Uhr (Ö1) Überlegungen zum „befreienden Glauben zwischen Pessach und Ostern“ an.

Am Gründonnerstag, 18. April, spricht die römisch-katholische Theologin Veronika Prüller-Jagenteufel in „Betrifft: Ostern“ unter dem Titel „Kreuzestod und Osterjubel“ über die Bedeutung des Kreuzes und des Osterfestes in der Tradition und heute. Zu hören ab 18.50 Uhr auf Ö1.

Auch an Ö3 gehen die Karwoche und Ostern nicht spurlos vorüber: Am Karfreitag ist um 15 Uhr das Johannes-Evangelium zu hören, am Ostersonntag und Ostermontag gestaltet Roberto Talotta österliche Beiträge, jeweils um 6.40 Uhr.

Musikalische Osterhöhepunkte

Der musikalische Regent des Karfreitags ist Johann Sebastian Bach: In einer Aufnahme aus dem Wiener Konzerthaus ist am 19. April auf Ö1 Bachs „Matthäuspassion“ zu hören. Es spielt das Collegium 1704 unter der Leitung von Václav Luks, Gesang: Collegium Vocale 1704. Beginn 19.30 Uhr.

Den Ostermontag, 22. April, dominieren musikalisch Joseph Haydn und Gustav Mahler. Die Staatskapelle Dresden spielt in der „Matinee“ unter der Leitung von Mariss Jansons, in der Aufnahme von den Salzburger Osterfestspielen 2019 singt Sopranistin Regula Mühlemann. Ö1 sendet ab 11.03 Uhr.

Lyrisches erwartet die HörerInnen am Ostersonntag, 21. April. In „Du holde Kunst“ liest Marion Dengler unter dem Titel „Wohin ich schau, Gethsemane“ Ostergedichte der Wiener Lyrikerin Christine Busta. Ab 8.14 Uhr auf Ö1.
Verfasst am: 18.04.19, 10:46