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Titel: Peter Krömer zum Präsidenten der Synode A.B. gewählt

Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 6.12.2018

Birgit Meindl-Dröthandl und Gisela Malekpour neue Vizepräsidentinnen

Zum fünften Mal zum Präsidenten der Synode A.B. gewählt wurde der St. Pöltner Rechtsanwalt Peter Krömer. Mit 56 von 60 gültigen Stimmen erfolgte die Wiederwahl Krömers, der seit 1984 Abgeordneter zur Synode und seit 1992 deren Präsident ist. Zur ersten Vizepräsidentin wählten die Synodalen die Kärntner Pfarrerin Birgit Meindl-Dröthandl, die Wahl zur zweiten Vizepräsidentin fiel auf die niederösterreichische Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour.

Kirchenrechtliche Fragen hätten immer mit theologischen Fragen zu tun, sagte der wiedergewählte Präsident der Synode A.B., Peter Krömer, in seiner Vorstellung vor den Synodalen. Dennoch sehe er, dass juristische Diskurse vermehrt die Überhand nehmen, „viele Themen werden uns auch vom Staat oder der EU aufgedrückt, ich erinnere nur an die Datenschutzgrundverordnung.“ Krömer sprach sich für verstärkte theologische Debatten innerhalb der Synode aus, Anträge auf Durchführung regelmäßiger synodaler theologischer Tage würden seine Unterstützung finden, betonte Krömer. Er kündigte an, dass es „nicht auszuschließen“ sei, dass er bei einem Pensionsantritt in den kommenden Jahren auch sein Amt als Synodenpräsident zurücklegen würde. Dann solle jedoch eine „geordnete Übergabe“ erfolgen.

Meindl-Dröthandl bezeichnete ihre Wahl als „große Ehre“ und unterstrich ihren seelsorgerlichen Schwerpunkt in der Arbeit in der Kärntner Gemeinde Feffernitz. Sie sei gerne Landpfarrerin, freue sich aber auch auf die neue Aufgabe in der Synode. Gisela Malekpour bedankte sich für die Nominierung und die Wahl, sie betonte ihr diakonisches Engagement und die Wichtigkeit, „Ehrenamtliche gut zu vertreten und ihnen den Stellenwert zu geben, der ihnen in der Kirche zusteht“.

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Verfasst am: 10.12.18, 09:33
Titel: Synode A.B. geht in Richtung Trauung für alle
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 7.12.2018

Evangelisch-lutherische Kirche befragt jetzt Gemeinden – Entscheidung am 9. März

Über die Frage, ob es in der evangelisch-lutherischen Kirche in Österreich künftig Trauungen für homosexuelle Paare geben wird, sollen nun die Pfarrgemeinden beraten. Das hat die Synode, das evangelische „Kirchenparlament“, am Freitag, 7. Dezember, in Wien beschlossen.

„Wir machen uns auf den Weg, die kirchliche Trauung für homosexuelle Paare einzuführen“, sagte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker in einer ersten Reaktion auf den Beschluss. Gemeinden sollen nun die Möglichkeit haben, dazu Stellung zu nehmen, „das entspricht einem typisch evangelischen Weg“.

Konkret geht es in der Befragung der Pfarrgemeinden etwa darum, ob und in welcher Form einzelne Gemeindevertretungen eine mögliche „Ehe für alle“ in ihrer Gemeinde ablehnen können. Soll es ein „opt-in“ geben, d.h. Voraussetzung für eine Trauung homosexueller Paare ist ein vorausgegangener positiver Beschluss der Pfarrgemeinde, oder soll es ein „opt-out“ geben, d.h. Gemeinden können sich gegen die Möglichkeit der Trauung Homosexueller aussprechen? Gilt dann die gewählte Variante für gemeindeeigene Kirchengebäude oder für das gesamte Pfarrgemeindegebiet? Auch soll geklärt werden, ob es kirchliche Segnungen künftig auch für eingetragene Partnerschaften für homo- und heterosexuelle Paare geben soll. Die endgültige Entscheidung soll dann auf der Synode am 9. März 2019 fallen.

Nach fast vierstündiger intensiver Debatte stimmten 54 von 63 Mitgliedern der Synode für diesen Antrag. Die Synode gibt damit eine Empfehlung ihres theologischen Ausschusses an die 194 lutherischen Gemeinden mit rund 285.000 Mitgliedern weiter. In dem Schreiben heißt es: „Die Bedingungen, unter denen Menschen heute ihre Beziehungen in verlässlicher und verbindlicher Form leben, haben sich gegenüber den Entstehungszeiten von Bibel und Bekenntnisschriften geändert“. Die Kirche solle auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften würdigen „sofern sie auf lebenslange Treue, gegenseitige Fürsorge und Beistand ausgerichtet sind“. Um unterschiedlichen Auffassungen zu homosexuellen Partnerschaften innerhalb der Kirche Rechnung zu tragen, sollen kirchliche Trauungen für gleichgeschlechtliche Paare nur in solchen Pfarrgemeinden durchgeführt werden, in denen Gemeindevertretung und Pfarrerin bzw. Pfarrer sich dafür aussprechen. Die Gemeinschaft der Kirche, heißt es in dem Papier, werde durch diese unterschiedlichen Auffassungen und die Entscheidungsautonomie der Pfarrgemeinden „nicht in Frage gestellt“.

Dass es für eingetragene Partnerschaften sowohl hetero- als auch homosexueller Paare keine kirchliche Trauung oder Segnung in einem öffentlichen Gottesdienst geben soll, wird in der Empfehlung des Theologischen Ausschusses mit ihrer geringeren Verbindlichkeit begründet, daher seien diese Partnerschaften „nicht auf der gleichen Ebene wie die Ehe“ zu sehen.

Bereits im Eröffnungsgottesdienst zur Synode hatte Bischof Michael Bünker „Gegensätze als Geburtsmerkmal der Kirche“ bezeichnet und damit auf das Konfliktthema angespielt. Vorangegangen war der innerkirchlichen Diskussion um die Ehe für alle ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs vom Dezember 2017, der die Beschränkung der zivilrechtlichen Ehe auf heterosexuelle Paare für verfassungswidrig erklärt hatte. Ab Jänner 2019 können somit auch homosexuelle Paare standesamtlich heiraten.

Da für eine evangelische Trauung die standesamtliche Heirat Voraussetzung ist, musste sich die Synode mit der Thematik befassen. Anders als in der römisch-katholischen Kirche ist die Ehe in den evangelischen Kirchen kein Sakrament, sondern, wie es der Reformator Martin Luther formuliert hatte, ein „weltlich Ding“. In der Evangelischen Kirche H.B., der evangelisch-reformierten Kirche, sind öffentliche Segnungen von homosexuellen Paaren übrigens seit 1999 möglich.

Vertagt hat die Synode in diesem Zusammenhang auch den Beschluss über die neue Trauagende. Sie soll ebenfalls am 9. März behandelt werden.

Fotos von der Synode finden Sie auf foto.evang.at
Verfasst am: 10.12.18, 09:31