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Titel: Steirischer katholischer Altbischof Weber verstorben
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 27.5.2020

Superintendent Rehner: „Weber war Wegbegleiter unserer Kirche“

Graz (epdÖ) – Die Diözese Graz-Seckau und mit ihr die Römisch-katholische Kirche in Österreich trauert um Bischof Johann Weber. Der langjährige Grazer Diözesanbischof und frühere Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz ist in der Nacht auf den 23. Mai im 94. Lebensjahr in Graz verstorben, teilte die Diözese am Samstagmorgen mit. Weber war von 1969 bis 2001 amtierender Bischof von Graz.
Die Nachricht vom Ableben von Altbischof Johann Weber bewegt auch die Evangelische Kirche. Der steirische Superintendent Wolfgang Rehner und Superintendentialkurator Michael Axmann zeigen sich tief betroffen. In einer Aussendung betonen beide: „Als Bruder in Christus war der nun Heimgegangene den Superintendenten unserer Kirche in seiner zugewandten Art brüderlich nahe; in seinem theologischen Denken und kirchenleitenden Handeln ein Wegbegleiter unserer Kirche, der Geschwisterlichkeit glaubhaft gelebt hat. Dankbar für sein Wirken und in der Zuversicht des Lebens in Gottes Licht sprechen wir unserer Schwesterkirche unser Beileid aus.“ Axmann bezeichnet Bischof Weber als „großen Mann der Ökumene“. Und weiter: „Ich verneige mich vor einem mutigen Vorreiter. Er hat mit seiner Offenheit und Dialogbereitschaft entscheidend beigetragen, die Basis für das vorbildliche ökumenische Klima in der Steiermark zu legen“.
Tief betroffen vom Tod Webers zeigte sich Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl in einer ersten Reaktion: „Das hat mich schwer getroffen, auch wenn wir uns ob seines hohen Alters und seines eigenen, offenen Umgangs mit dem Tod seelisch vorbereiten konnten. Seine Herzlichkeit, seine Offenheit und sein tiefer Glaube waren über Jahrzehnte das Rückgrat unserer Diözese. Ich bin dankbar für dieses Gottesgeschenk an geistlichem Leben“, so Krautwaschl.
„Es war ein Glück für die Kirche in Österreich, dass Bischof Weber ab 1995 an ihrer Spitze stand.“ Mit diesen Worten über seinen Vorgänger im Amt als Vorsitzender der Bischofskonferenz würdigte Kardinal Christoph Schönborn den verstorbenen steirischen Langzeitbischof. „Bischof Weber hat in der schweren Zeit nach der Causa Groer und dem ‚Kirchenvolks-Begehren‘ die Kirche sehr gut geleitet“, hielt Schönborn im Interview mit Kathpress fest.
Auch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer zeigte sich betroffen vom Tod des Altbischofs: „Bischof Johann hat in den Herzen der Steirerinnen und Steirer einen ganz besonderen Platz. Er war über Jahrzehnte das geistliche Herz einer aufblühenden Steiermark.“
Am 26. April 1927 in Graz als Sohn eines Gendarmerie-Beamten geboren, wuchs Johann Weber gemeinsam mit fünf Geschwistern auf. Nach dem Militärdienst im Zweiten Weltkrieg begann Weber mit dem Theologiestudium an der Grazer Universität. Am 2. Juli 1950 wurde er in Graz zum Priester geweiht. Nach Kaplans-Jahren in den Industrieorten Kapfenberg und Köflach wurde er 1956 Diözesanjugendseelsorger der Katholischen Arbeiterjugend. Danach war er Stadtpfarrer von Graz-St. Andrä. 1969 ernannte Papst Paul VI. Weber zum Bischof der Diözese Graz-Seckau.
Im Frühjahr 2001 legte Bischof Weber die Leitung seiner Diözese aus gesundheitlichen Gründen nieder, engagierte sich als Seelsorger aber weiterhin für die Kirche.
Verfasst am: 27.05.20, 14:29
Titel: Neues Argumentarium zu ethischen Konflikten in der Coronakrise
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 27.5.2020

„Orientierung zur ethischen Urteilsbildung“

Wien (epdÖ) – Das Institut für öffentliche Theologie und Ethik der Diakonie hat ein neues Argumentarium zum Thema „Ethische Konflikte in Zeiten von Corona“ veröffentlicht. Das teilte die Diakonie in einer Aussendung vom Mittwoch, 27. Mai mit. Das Argumentarium solle „Orientierung zur ethischen Urteilsbildung“ in der Abwägung von Grundrechten, Maßnahmen zur Sicherstellung des Gesundheitssystems, sowie Selbstbestimmung, Inklusion und Teilhabe als zentrale Prinzipien der Diakonie geben.
„Die Fragestellungen sind komplex, die Situation ist volatil, die Verunsicherung groß. Deshalb stellt das Argumentarium viele Fragen und legt einen Schwerpunkt auf das Verstehen und Beschreiben der moralischen Probleme“, so die Stoßrichtung des Papiers, das als „Living Paper“ unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen laufend weitergeschrieben werden soll. Noch stärker als sonst gelte es in Zeiten von Corona ethisch „im Bewusstsein der Vorläufigkeit“ zu reflektieren, zu urteilen und zu handeln. „Und im Bewusstsein, dass wir mit Dilemmata konfrontiert sind, in denen es die eine gute und richtige Entscheidung nicht gibt. Und dennoch gilt es, verantwortete Entscheidungen zu treffen.“ Dazu wolle das Argumentarium ermutigen.
Das Papier stellt einleitend Beobachtungen an, wie ethische Fragen bislang in der Coronakrise behandelt worden seien – etwa in Form moralischer Appelle oder eines „ethischen Alarmismus“. In einem weiteren Schritt wird der Fragehorizont aus evangelisch-theologischer und diakonischer Perspektive geöffnet. Von da ausgehend werden fundamentalethische Fragen in Infokästen abgehandelt, konkrete Dilemmasituationen geschildert, aber auch rechtliche Grundlagen skizziert. Zur weitergehenden Vertiefung bietet die Publikation eine Liste mit Links an.
Zum Download finden Sie das Argumentarium „Ethische Konflikte in Zeiten von Corona“ unter: www.diakonie.at
Verfasst am: 27.05.20, 14:28