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Titel: Kirchen sammeln Daten über „Kirchturmtiere“
Autor: MB
Quelle: www.orf.at vom 14.8.2019

Die Umweltbeauftragten der Katholischen und Evangelischen Kirche Österreichs sammeln aktuell Daten über Beobachtungen von Tieren in, an und rund um Kirchtürme. Die Bevölkerung ist zur Mithilfe aufgerufen.
Ziel sei es Naturschutzmaßnahmen für gefährdete Arten ausarbeiten zu können, denn aktuell fänden gebäudebewohnende Tierarten, insbesondere Vögel, zunehmend schwierigere Nistbedingungen vor, erläuterte Hemma Opis-Pieber, Sprecherin der Kirchlichen Umweltbeauftragten, am Mittwoch in einer Aussendung.
Naturinteressierte Menschen sind daher aufgerufen, die Daten über die App „Naturbeobachtung.at“ an die Organisatoren weiterzuleiten. Die App kann ab sofort kostenlos über Google Play oder App-Store heruntergeladen werden.

Problematisch seien vor allem die Schließungen vieler Nischen und Einflugöffnungen, die oft aus Unwissenheit im Zuge von Renovierungsarbeiten passieren. Mit dem Projekt wollen die Organisatoren ein Bewusstsein für die Bedürfnisse der Tiere schaffen: „Kirchen und Kirchtürme stellen für Turmfalken, Dohlen, Mauersegler und viele weitere Vogelarten wertvolle Nistbiotope dar“, erläuterte Opis-Pieber.
Die Fundmeldungen werden im Anschluss von Experten bestimmt und geprüft. Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Website www.kirchturmtiere.at, über die auch Tierbeobachtungen gemeldet werden können. Das Projekt ist eine erstmalige Kooperation des Vereins zur Förderung kirchlicher Umweltarbeit, in dem die Umweltbeauftragten der Katholischen und Evangelischen Kirche vertreten sind, mit „BirdLife“ Österreich und dem Naturschutzbund Österreich. Es wird durch die EU und durch das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gefördert.
religion.ORF.at/KAP
Verfasst am: 19.08.19, 10:31
Titel: Körtner: „Sprachnot in Theologie und Kirche ist groß“
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 13.8.2019

Theologe wünscht sich Impulse aus Kunst und Literatur

Wien/Köln (epdÖ) – Sorgen über die Begrenztheit der theologischen Sprache hat der Wiener evangelische Theologe und Medizinethiker Ulrich Körtner geäußert. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte Körtner am Montag, 12. August: „Ich meine wahrzunehmen, dass diese Sprachnot in Theologie und Kirche groß ist, oft aber durch sehr oberflächliche Aktionen und flotte Sprüche übertüncht wird.“ Er bezog sich dabei auf ein Zitat des Theologen Dietrich Bonhoeffer, wonach uns „ganz große Begriffe wie Tod, Auferstehung, Sünde, Vergebung so ferne gerückt sind, dass wir kaum wagen können, davon zu reden“, so Körtner. Über 70 Jahre nach Bonhoeffers Tod hätte die Theologie immer noch mit diesem Problem zu kämpfen.
Zum einen erhofft sich Körtner eine neue Generation von Theologinnen und Theologen, die die Fähigkeit besäßen, komplexe Themenfelder allgemeinverständlich darzustellen – hier sieht er aktuell einen großen Mangel. Zum anderen wünscht er sich Impulse aus Kunst und Literatur: „Ich bin dankbar für alle Schriftsteller oder sonstigen Künstler, die vielleicht auch durch einen quer denkenden Blick auf das Christentum nochmal neue Funken aus der Tradition schlagen.“ Allerdings sieht der Theologe auch hier Nachholbedarf. Zwar sei das Thema Religion bei Literatinnen und Literaten präsent, bleibe aber oft im Unbestimmten, zum Beispiel in Form der Auseinandersetzung mit Spiritualität. „Was ich weniger wahrnehme ist, dass sich Schriftsteller dezidiert und auch in die Tiefe gehend mit dem Christentum auseinandersetzen.“
Das gelte ebenso für die Philosophie, wo Körtner jedoch den Italiener Gianni Vattimo – „der sich selbst als einen Halbgläubigen bezeichnet“ – und die deutsche Sibylle Lewitscharoff, „die sich ganz dezidiert etwa mit Luther als Wortkünstler, aber auch Theologen auseinandersetzt“, als positive Ausnahmen nennt. Als Grund für die fehlende künstlerische, literarische und philosophische Reflexion auf das Christentum nennt Körtner die allgemeine Abnahme der persönlichen Bindung an Christentum und Kirche in der Gesellschaft: „Das schlägt sich dann eben auch auf die individuellen Künstlerbiographien nieder.“
Das ganze Interview mit Ulrich Körtner finden Sie unter www.deutschlandfunk.de
Verfasst am: 14.08.19, 08:45