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Titel: Europäische Kirchen fordern zu Weihnachten „inklusives Europa“
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 5.12.2018

Gemeinsames Dokument an EU-Parlament in Brüssel übergeben

Eine Weihnachtsbotschaft der europäischen Kirchen für ein „gastfreundliches und inklusives Europa“ wurde am Dienstag, 4. Dezember, von führenden Kirchenvertreterinnen und -vertretern an die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments in Brüssel, die Irin Mairead McGuinness, übergeben. „Im Geiste von Weihnachten“ bitten mehr als 30 Unterzeichnende, darunter der österreichische evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker, die Nationen und Völker Europas, nicht zuzulassen, dass Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden anderer um sich greife. Vielmehr solle für die Würde derer gesorgt werden, „die unsere Hilfe benötigen“. Fremde willkommen zu heißen „gehöre zu unserem christlichen und europäischen Erbe.“ Mit großer Sorge würden die Kirchen die Entwicklungen in Europas Antwort auf die Flüchtlingsbewegung beobachten. Es sei inakzeptabel, dass der Umgang mit Migration zu Situationen führe, in denen der massive Verlust von Menschenleben auf dem Weg nach Europa „normal“ geworden sei.

Parlaments-Vizepräsidentin McGuiness meinte im Rahmen der Überreichung, die Botschaft komme zur rechten Zeit, sie sei „herausfordernd und wert, sie zu lesen. Sie ruft uns alle, die wir starke Schultern haben, auf, mehr zu tragen als diejenigen, die weniger starke Schultern haben“. Wann, wenn nicht zu Weihnachten, sei die beste Zeit, sich um weniger Begünstigte zu kümmern, fragte die EU-Repräsentantin.

Die Kirchen erinnern in dem Papier zudem daran, dass auch Jesus, dessen Menschwerdung zu Weihnachten gedacht werde, Flüchtling gewesen sei: „ Als Kind fand er in Ägypten Zuflucht, als Maria und Josef flohen, weil Herodes drohte, Jesus zu töten. Jesus wird ohne Zuhause geboren und er erlebt Gewaltherrschaft und Leiden. Er identifiziert sich mit den Flüchtlingen und den Unterdrückten und ruft uns auf, uns in ähnlicher Weise mitfühlend mit den Schutzbedürftigen zu identifizieren.“ Die Glaubensgemeinschaften rufen in Erinnerung, dass kein Mensch oder keine Gruppe von Menschen ein „Problem“ darstellen dürfe, sondern jeder Person mit Respekt für die Würde begegnet werden solle, mit der sie von Gott geschaffen sei: „Wir sind alle Teil der gleichen Menschheit, frei von Unterschieden zwischen Fremden und Einwohnerinnen und Einwohnern.“

An der Übergabe in Brüssel beteiligt waren Mitglieder der Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME) und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Zu den unterzeichnenden Kirchen gehören neben der evangelisch-lutherischen Kirche Österreichs die Evangelische Kirche in Deutschland oder die Church of Scotland sowie internationale Organisationen wie der Lutherische Weltbund.
Verfasst am: 06.12.18, 11:08
Titel: Evangelische Kirche ist zurück auf Facebook
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 5.12.2018

Datenschutzrechtliche Fragen konnten geklärt werden

Vier Monate war der Facebook-Auftritt der Evangelischen Kirche offline, seit Donnerstag, 29. November, wird wieder gepostet. Grund für die zwischenzeitliche Abwesenheit waren rechtliche Bedenken, wie die kirchliche Datenschutzbeauftragte Sigrun Plattner im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst erklärt. „Es gab im Sommer ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), in dem der EuGH festgehalten hat, dass Facebook und der Betreiber einer Fanpage gemeinsame Verantwortliche für diese Seite sind. Das war für uns insofern schwierig, weil die Evangelische Kirche ein eigenes Datenschutzrecht und einen eigenen Datenschutzsenat als zuständige Aufsichtsbehörde hat.“ Damit waren also zwei Organe für den Datenschutz auf der Fanpage der Kirche zuständig: der kirchliche Datenschutzsenat und die staatliche Datenschutzbehörde für Facebook. Warum es so lange gedauert hat, die Situation zu klären liegt unter anderem daran, dass Facebook seinerseits mit einer Reaktion auf das EuGH-Urteil warten hatte lassen: „Facebook hat nach einigen Monaten einen Vorschlag einer gemeinsamen Verarbeitungserklärung veröffentlicht. Auf Basis dieser Erklärung konnten wir dann die Zuständigkeiten zwischen den Aufsichtsbehörden klären“, so Plattner. Für die Userinnen und User bedeute das konkret, dass sie sich „jetzt über unsere Datenschutzrichtlinien informieren können, welche Daten eigentlich von ihnen auf unserer Seite erhoben werden, was sie dagegen tun und an wen sie sich mit weiteren Fragen wenden können.“

Bislang hätten erst wenige Unternehmen und Institutionen ihre Datenschutzrichtlinien entsprechend angepasst, berichtet Plattner und verweist unter anderem auf die Deutsche Telekom oder die Supermarktkette Aldi Süd, die bereits gehandelt hätten. In Österreich seien noch keine ähnlichen Fälle bekannt, aber die Juristin rechnet damit, dass viele Fanpages bald nachziehen werden: „Spätestens jetzt, da in Deutschland bereits die Datenschutzbehörde Berlins aufmerksam geworden ist und Anfragen an Firmen gestellt hat.“

Die vollständige Datenschutzerklärung zur Facebook-Fanpage finden Sie unter https://evang.at/
Verfasst am: 06.12.18, 11:06