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Titel: Superintendent Lehner unterstützt Petition „Ausbildung statt Abschiebung“
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 26.4.2018

„Menschen fragen sich, wie ein Land wie das unsere so handeln kann“

Zur Teilnahme an der Online-Petition „Ausbildung statt Abschiebung“ ruft der oberösterreichische Superintendent Gerold Lehner auf. Gegenüber dem Evangelischen Pressedienst erklärte Lehner: „Ich habe in der Pfarrgemeinde Linz Innere Stadt erlebt, was es bedeutet, wenn ein junger Mensch die Chance bekommt, Fuß zu fassen, eine Ausbildung zu absolvieren, wenn sich eine Perspektive für das eigene Leben auftut.“ Regelmäßig höre er aber Berichte über Fälle „wo jungen Menschen ebendiese Perspektive genommen wird. Und ich bekomme die bestürzten Reaktionen jener Menschen mit, die hier Arbeit und Ausbildung angeboten haben, jener Menschen, die unterstützen und helfen, und die sich fragen, wie ein Land wie das unsere so handeln kann.“ Lehner hofft daher, „dass wir mit dieser Aktion Gehör finden.“

„3plus2“-Modell nach deutschem Vorbild gefordert

Die vom oberösterreichischen Integrationslandesrat Rudi Anschober (Die Grünen) lancierte Petition reagiert auf die zunehmende Zahl von Fällen, in denen Flüchtlinge in Ausbildung in ihre Herkunftsländer rückgeführt werden. Die Initiative fordert ein in Deutschland erprobtes „3plus2“-Modell, demzufolge AsylwerberInnen während ihrer dreijährigen Lehrzeit und in den ersten beiden Berufsjahren nicht abgeschoben werden dürfen. „Die Abschiebung von Asylwerbenden in Lehre schadet nicht nur den Unternehmerinnen und Unternehmern, sie verhindert auch eine der erfolgreichsten Integrationsmöglichkeiten“, heißt es vonseiten der Initiative. Die Eingliederung in den Arbeitsmarkt sei eine der „größten Chancen für Integration“.

Die Initiative kann noch bis 30. April unterstützt werden, dann werden die Forderungen der Österreichischen Bundesregierung übermittelt. Stand Donnerstagvormittag hatten knapp 47.700 Personen die Petition unterzeichnet. Informationen unter: www.openpetition.eu
Verfasst am: 02.05.18, 12:38
Titel: Diakonie-Forum beleuchtete Zukunft des Wohnens im Alter
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 25.4.2018

Tendenz zu flexiblen Strukturen und Hilfe bei Bedarf

Alternativen Wohnkonzepten und neuen Wohnbedürfnissen im Alter widmete sich das „Forum: Zukunft. Alter“ der Diakonie de La Tour am 19. April im Klagenfurter Lakeside Park. Mit der Themenstellung trug die Tagung dem Umstand Rechnung, dass immer mehr Personen im höheren Alter „selbstorganisiert, in den eigenen vier Wänden, mit flexiblen Strukturen und Hilfe bei Bedarf“ wohnen wollten, so die Veranstalter. Betreute Wohngemeinschaften, generationsübergreifende Wohnprojekte, Wohnformen für an Demenz erkrankte Menschen und die Unterstützung durch neue Technologien seien aktuelle Ausformungen dieses Phänomens. Im Rahmen des Forums gaben ReferentInnen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland Einblicke in ihre Arbeit.

Maria Katharina Moser: Alter und Abhängigkeit neu denken

Maria Katharina Moser vom Institut für öffentliche Theologie und Ethik der Diakonie und designierte Direktorin der Diakonie Österreich beschrieb heutige Fürsorge als Sorge für die Autonomie bzw. für das Selbstbestimmungsrecht alter Menschen. Sie unterstrich die negativen Konnotationen, denen Alter und Abhängigkeit häufig unterworfen sind, und bot Ansätze, beide Konzepte neu zu denken. Michael Schmieder von der Schweizer Einrichtung „Sonnweid“ stellte den in seinem Haus gewählten Ansatz vor. Das Heim in der Nähe von Zürich gilt als eine der führenden Wohn- und Pflegeeinrichtungen, in denen an Demenz erkrankte Menschen ihren Bedürfnissen entsprechend gepflegt und betreut werden. Klaus-Werner Pawletko brachte praktische Beispiele für „Community Care“ aus Deutschland. Dank nachbarschaftlicher Hilfe und professioneller Unterstützung können Menschen dort alt werden, wo sie immer schon gewohnt haben.

Service-Roboter: Reaktion auf Umwelt größte Herausforderung

Andrea Klinglmair, Projektkoordinatorin der Diakonie de La Tour, präsentierte das Wohnbauprojekt „hi Harbach“ in Klagenfurt. In mehreren Bauabschnitten entsteht hier Wohnraum für bis zu 1.700 Menschen, spezielle Wohnkonzepte sowie mobile Betreuung und Vor-Ort-Services für Menschen im Alter, Menschen mit Behinderung, Kinder, Jugendliche und Familien sollen verwirklicht werden. Vorgestellt wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch der an der Technischen Universität Wien entwickelte Serviceroboter Hobbit. Markus Vincze betonte, die größte Herausforderung in der Entwicklung ähnlicher Maschinen bestehe darin, ihnen ein Verständnis für die Vorgänge in ihrer Umgebung und entsprechende Reaktionen darauf beizubringen.

Die Diakonie de La Tour ist eine der größten Sozialorganisationen im Süden Österreichs mit rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in mehr als 80 Einrichtungen in Kärnten, Osttirol und der Steiermark. Die Diakonie de La Tour ist Mitglied der Diakonie Österreich, einem der fünf großen Wohlfahrtsverbände in Österreich.
Verfasst am: 02.05.18, 12:37