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Titel: Rotraud Perner ist 75
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 20.8.2019

Vielschichtige Pfarrerin im Ehrenamt mit neuen Buchprojekten

Wien (epdÖ) – Die Psychoanalytikerin, promovierte Juristin, Publizistin und evangelische Pfarrerin im Ehrenamt Rotraud Perner hat am Sonntag, 18. August, ihren 75. Geburtstag gefeiert. „Der Weg zum Glauben war für mich ein abenteuerlicher“, hatte Perner vor einiger Zeit im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst gesagt. Anlässlich der Veröffentlichung ihres Buches „Als Pfarrerlehrling in Mistelbach“ erzählte sie, erst mit 38 Jahren der Evangelischen Kirche beigetreten zu sein, als sie ihren evangelischen Mann nach einer Ehekrise auch kirchlich heiratete. Wirklich zum Glauben habe sie Jahre später bei der Lektüre eines Gedichts gefunden: „Da hat es mich ‚ergriffen‘.“ Gegenüber den Niederösterreichischen Nachrichten sagte sie in einem Gespräch zu ihrem halbrunden Geburtstag: „Eigentlich komme ich ja aus einem atheistischen Elternhaus – aber das, was mich verändert hat, ist mir immer zugefallen.“ Ein neues Buch, eine „Anleitung zum selbstbestimmten Wachsen“, soll im Oktober erscheinen. Zudem habe sie noch vier weitere Buchprojekte im Kopf, sagte Perner gegenüber der APA.
Rotraud A. Perner wurde am 18. August 1944 in Orth an der Donau geboren. Sie promovierte 1967 in Jus, arbeitete danach bei der Österreichischen Nationalbank. Mit der Gründung der Familienberatungsstelle Favoriten 1975 begann Perner ihre Forschungsarbeit zu Beratungstechniken, 1983 gründet sie den Verein zur Förderung einer qualifizierten Kinder-, Jugend-, Partner- und Sexualberatung. Ein Jahr später erhielt sie das Diplom für psychoanalytische Sozialtherapie, viele weitere Ausbildungen sollen folgen, ebenso wie Lehraufträge und Dozenturen an verschiedenen Hochschulen und Einrichtungen sowie Ehrungen und Auszeichnungen. 2010 nahm Perner ihr Studium der evangelischen Theologie auf, das sie 2015 abschloss. 2016 wurde sie von Bischof Michael Bünker zur Pfarrerin im Ehrenamt ordiniert.
Verfasst am: 21.08.19, 11:59
Titel: Hennefeld und Cilerdzic gemeinsam auf den Spuren der Reformation
Autor: MB
Quelle: www.kathpress.at vom 15.8.2019

"500 Jahre Zürcher Reformation": Studienreise des reformierten Landessuperintendenten und des serbisch-orthodoxen Bischofs nach Zürich und Genf

Der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld und der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) begeben sich Ende August auf eine ökumenische Studienreise in die Schweiz. Anlass ist das Jubiläum "500 Jahre Zwingli", dass die Reformierte Kirche in der Schweiz und in Österreich heuer begeht und dazu zu zahlreichen Veranstaltungen einlädt. Der Dienstantritt von Ulrich Zwingli (1484-1531) als Leutpriester im Grossmünster von Zürich am 1. Jänner 1519 gilt vielen als Beginn der Zürcher Reformation. In nur wenigen Jahren, von 1519 bis 1525, setzte Zwingli die Reformation in Zürich durch. Hennefeld und Cilerdzic arbeiten seit Jahren im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zusammen; Hennefeld führt den Vorsitz, der serbisch-orthodoxe Bischof ist sein Stellvertreter.

Auf dem Programm der gemeinsamen Schweiz-Reise stehen u.a. Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Reformierten Kirch in Zürich und Besichtigungen vor Ort. In Genf werden sich die beiden Kirchenvertreter auf die Spuren des Reformators Johannes Calvin (1509-1564) begeben, weiters stehen Begegnungen beim Ökumenischen Rat der Kirchen und dem Lutherischen Weltbund auf dem Programm; ebenso ein Besuch der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Genf und im Orthodoxen Zentrum Chambesy. Auch das Benediktinerklosters Einsiedeln und Bern werden besucht.

Die Reise biete eine Gelegenheit, "in die Ereignisse vor 500 Jahre einzutauchen und deren Bedeutung für die Gegenwart zu ergründen", heißt es im Vorfeld. In gemeinsamen Gottesdiensten und Gebetszeiten würden zugleich spirituelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten der christlichen Konfessionen erfahrbar.

Organisiert wird die Schweiz-Reise, die von 30. August bis 3. September dauert, vom Ökumene-Referat der Erzdiözese Salzburg gemeinsam mit der Evangelischen Diözese Salzburg-Tirol, der Evangelischen Kirche H.B., der Serbisch-Orthodoxen Kirche und der Pro Oriente-Sektion Salzburg. Prof. Dietmar Winkler, Vorsitzender der Sektion, ist einer der weiteren zahlreichen Teilnehmer der Reise.

Die Evangelische Kirche H.B. (Helvetisches Bekenntnis, Reformierte) zählt in Österreich rund 14.000 Mitglieder in neun Pfarrgemeinden. Drei Gemeinde befinden sich in Wien, eine in Oberwart, eine weitere in Linz-Leonding und vier in Vorarlberg (Bludenz, Bregenz, Dornbirn, Feldkirch). Während die Gemeinde in Vorarlberg vor allem in der Tradition Ulrich Zwinglis stehen, ist jene im Burgenland eher calvinistisch geprägt. In Wien und Linz sind beide Traditionen vertreten. Global gesehen spielt Ulrich Zwingli nur eine untergeordnete Rolle. Es war Johannes Calvin (1509-1564), der die Reformierte Kirche von Genf aus zu einer Weltkirche machte.

Der in Wien residierende serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) ist nicht nur für Österreich zuständig, sondern u.a. auch für die Schweiz. Die serbisch-orthodoxe Kirche ist in der Schweiz seit den späten 1960er Jahren institutionell verankert. Große Gemeinden gibt es neben Genf u.a. in Zürich, Bern, St. Gallen, Luzern, Lugano und Lausanne. Die Zahl der Gläubigen wird auf gut 100.000 geschätzt. (Infos: http://www.oekumene.at)
Verfasst am: 19.08.19, 10:33