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Titel: ÖRKÖ-Vorsitzender Hennefeld mahnt Kirchen zu Wachsamkeit
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 31.1.2018

„Aufschreien gegen antisemitischen Ungeist“ – Kritik an FPÖ-Politikern

Angesichts jüngster Vorfälle um Politiker der Regierungspartei FPÖ mahnt der reformierte Landessuperintendent und Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Thomas Hennefeld, die Kirchen zu besonderer Sensibilität und Wachsamkeit. Die Verpflichtung, allen Formen von Antisemitismus und Antijudaismus in Kirche und Gesellschaft entgegenzutreten, „darf kein Lippenbekenntnis sein. Wo sich das Haupt des widerwärtigen antisemitischen Ungeistes erhebt, wie im Fall des Liederbuches bei der Burschenschaft Germania, müssen die Kirchen aufschreien“, sagte Hennefeld in seiner Predigt zum ÖRKÖ-Gottesdienst anlässlich der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen am Donnerstag, 25. Jänner, in der serbisch-orthodoxen Kirche in Neulerchenfeld in Wien. Damit spielte er auf Vorwürfe gegen den niederösterreichischen FPÖ-Politiker Udo Landbauer an, in dessen Burschenschaft ein Liederbuch mit antisemitischen Inhalten in Verwendung sei. An dem Gottesdienst nahmen auch zahlreiche hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen in Österreich teil.

„Nicht warten, sondern protestieren“

Es sei wichtig, so Hennefeld, dass sich die Kirchen für sozialen Frieden und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzten. Hennefeld kritisierte dabei auch Äußerungen von Innenminister Herbert Kickl, die für Aufregung gesorgt hatten: „80 Jahre nach dem ‚Anschluss‘ an Hitler-Deutschland spricht ein Minister davon, Menschen konzentrieren zu wollen. Dabei geht es nicht nur um Anspielungen auf die dunkelste Zeit unserer Geschichte, sondern auch um die Maßnahmen, die damit verbunden sind. Anscheinend sollen tausende Menschen aus Familien, in denen sie integriert sind, herausgerissen werden und an einen anderen Ort gebracht werden.“ Die Kirchen dürften nicht darauf warten, „bis es der Regierung einfällt, auch andere Gruppen auszusondern, nur weil jetzt von uns niemand betroffen ist“, sondern müssten schon jetzt protestieren.

„Solidarisch auf Seite der Unterdrückten“

Hennefeld zeigte sich beim ÖRKÖ-Gottesdienst auch solidarisch gegenüber Christinnen und Christen im Nahen Osten, die ihres Glaubens wegen verfolgt werden, und sprach historische Verfehlungen der Kirchen im Rahmen des Kolonialismus weltweit an: „Die Reformatoren können durchaus auch als Befreier betrachtet werden. Aber im Namen einer pervertierten reformierten Theologie, die meinte, sich auf Johannes Calvin berufen zu können, wurden Menschen versklavt, übrigens auch in der Karibik von Niederländern. In Südafrika war es eine reformierte oder besser gesagt pseudoreformierte Theologie, mit der die Apartheid legitimiert wurde.“ Wenn eine Lehre aus dem Exodus-Geschehen der Bibel zu ziehen sei, dann die, „dass wir es Gott überlassen, wie er die Unterdrückten befreit. Es soll nicht durch Waffengewalt von Menschen geschehen, aber solidarisch sollen wir auf ihrer Seite stehen.“

Die „Weltgebetswoche für die Einheit der Christen“ findet jährlich zwischen 18. und 25. Jänner statt. Während der Gebetswoche kommen weltweit Christen aus unterschiedlichen Konfessionen zusammen, um gemeinsam für die Einheit der Christenheit zu beten. Das internationale Leitthema der Woche war heuer dem biblischen Buch Exodus entnommen („Deine rechte Hand, Herr, ist herrlich an Stärke“). Es wurde von einer ökumenischen Gruppe in der Karibik ausgewählt und soll auf den Glauben an die rettende Hand Gottes im Kampf um Menschenwürde in der Region verweisen.
Verfasst am: 01.02.18, 10:10
Titel: Erstmals burgenländischer Integrationspreis verliehen
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 31.1.2018

Diakonie Burgenland unter den Preisträgern

Der erste „Burgenländische Integrationspreis“ ist am Dienstag, 30. Jänner, durch Soziallandesrat Norbert Darabos verliehen worden. Mit dem Preis sollen Personen, Initiativen, Institutionen, Vereine oder pädagogische Einrichtungen für besonderes Engagement in integrativen, interkulturellen, sozialen, kulturellen oder künstlerischen Projekten gewürdigt sowie weitere Aktivitäten in diesem Bereich gefördert werden. Unter den Preisträgern ist auch ein Projekt der Diakonie Burgenland.

„Es entspricht unserer Wertehaltung, dass wir jenen, die Hilfe brauchen, diese auch geben“, betonte Darabos bei der Verleihung. Gleichzeitig gelte es, darauf zu achten, „dass unser Sozial-, unser Gesundheits- und unser Bildungssystem nicht überfordert werden und es dadurch zu gesellschaftlichen Verwerfungen kommt“. Integrationsmaßnahmen seien die Basis dafür, dass Menschen in Österreich „für sich und ihre Familie sorgen sowie am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und unserem Land auch etwas zurückgeben“.

In der Kategorie „Integration“ – dieser Preis ist mit 1.500 Euro dotiert – wurde das Projekt „BIP – Begegnung in Pinkafeld“ ausgezeichnet. Die Teestube „Tea to stay“ als Ort der Begegnung von Einheimischen und neuen BurgenländerInnen darf sich über 1.000 Euro Preisgeld freuen. 500 Euro erhält das Katholische Bildungswerk der Diözese Eisenstadt für das Projekt „Frauenleben: hier und dort, gestern und heute“, mit dem das im Jahr 2015 entstandene Bild der geflohenen, unterdrückten Frauen aufgebrochen und besser verstanden werden kann.

Der Preis für Interkulturalität, für den 1.000 Euro ausgelobt wurden, wird für künstlerisch-kulturelle Projekte und Arbeiten zum Thema Interkulturalität verliehen. 500 Euro davon gingen an die Volksschule Oberpullendorf für das Projekt „Schulbunt“: Durch selbst komponierte Lieder wird die Diversität der Kinder mit insgesamt 14 verschiedenen Erstsprachen aufgezeigt. Die Kinder lernen Tänze, Instrumente, Lieder und Rhythmen der unterschiedlichen Kulturen, den Abschluss bildet ein Mitmach-live-Konzert.

Mit 500 Euro ausgezeichnet wurde in dieser Kategorie auch das Projekt „Ein anderer Blickwinkel“ des Flüchtlingsdienstes der Diakonie Burgenland. Hier setzten sich 13 geflüchtete Menschen mit der neuen Umgebung in Form von Fotografien auseinander.

Mit dem Preis für Kinder- und Jugendintegrationsarbeit, ebenfalls mit 1.000 Euro dotiert, wurden Arbeit und Projekte im Bereich Förderung der Integration und Interkulturalität von Kindern und Jugendlichen, insbesondere auch in Bildungseinrichtungen sowie auf Jugendvereinsebene gewürdigt. Den Preis und ein Preisgeld von jeweils 250 Euro durften entgegennehmen: GRSports für das Projekt „Wrestling goes School“, bei dem in Volksschulen Ringen zur Gewaltprävention und zu sozialer Integration verwendet wird; die Volksschule Mattersburg für das Projekt „Miteinander“, das den Schwerpunkt auf ein friedvolles Miteinander legt; die Europäische Mittelschule Oberwart für das Projekt „Barrierefreie Kultur“, in dem SchülerInnen aus verschiedenen Nationen über gemeinsames Malen eine Beziehung zueinander aufbauen, sowie die Volksschule Oberschützen für das Projekt „Kinder Natur Heimat“: In Integrationsklassen mit mehrfach behinderten, lern- und verhaltensbehinderten Kindern nehmen SchülerInnen in einer Schreibwerkstatt sowie bei Lesungen oder Liedern in Dialekt und Fremdsprache am kreativen Prozess teil und erleben dabei Multikulturalität und Sprachenvielfalt. Die dadurch entstandenen Werke fließen gesammelt in eine Zeitung für jedes Kind ein.
Verfasst am: 01.02.18, 10:08