Sonntagsgruß 28.2.
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28. Februar 2021 – Reminiszere

„Reminiszere“, das heißt „gedenke“

und bezieht sich auf den Satz im Psalm:

„Gedenke deiner Barmherzigkeit, Gott, und deiner Liebe!“

Gedenke mein!
Vergiss mein nicht!

Als könnte ich dich vergessen, spricht Gott!

Und erinnert UNS an seine Liebe. Damit wir sie glauben können und spüren.

Damit wir sie weitergeben können. Damit sie Blüten treibt und Früchte bringt!

 

PREDIGTTEXT Jesaja 5,1-7 – Das Weinberglied

(nach der „Gute Nachricht“- Bibel)

Hört mir zu! Ich will von meinem lieben Freund singen,
ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg:

Auf fruchtbarem Hügel, da liegt mein Stück Land,
dort hackt ich den Boden mit eigener Hand,
ich mühte mich ab und las Felsbrocken auf,
baute Wachtturm und Kelter, setzte Reben darauf.
Und süße Trauben erhofft ich zu Recht,
doch was dann im Herbst wuchs, war sauer und schlecht.
„Jerusalems Bürger, ihr Leute von Juda,
was sagt ihr zum Weinberg, was tätet denn ihr da?
Die Trauben sind sauer – entscheidet doch ihr:
War die Pflege zu schlecht?
Liegt die Schuld denn bei mir?
Ich sage euch, Leute, das tue ich jetzt:
Weg reiß ich die Hecke, als Schutz einst gesetzt;
zum Weiden solln Schafe und Rinder hinein!
Und die Mauer ringsum – die reiße ich ein!
Zertrampelnden Füßen geb ich ihn preis,
schlecht lohnte mein Weinberg mir Arbeit und Schweiß!
Ich will nicht mehr hacken, das Unkraut soll sprießen!
Der Himmel soll ihm den Regen verschließen!“
Der Weinberg des Herrn seid ihr Israeliten!
Sein Lieblingsgarten, Juda, seid ihr!
Er erwartete Rechtsspruch – doch siehe, da war Rechtsbruch,
Er erwartete Gerechtigkeit – doch hört, wie der Rechtlose schreit. 

 

GEDANKEN

Ein Lied. Ein Lied, das gleichnishaft von einer verzweifelten Liebe singt. Von einem, der außer sich ist, weil seine Liebe nicht fruchtet. Weil seine ganze Sorge und Mühe und Zuwendung vergeblich zu sein scheint.

Der Liebende ist Gott. So menschlich erscheint er hier, so ohnmächtig in seiner Liebe, dass es mich anrührt.

Ja, es ist voller Vorwurf dieses Lied, zornig und fordernd. Und ich will mich von ihm hinterfragen lassen – mein Leben und mein Tun. Aber mehr noch bewegt mich die Liebe, die in diesem Lied Ausdruck findet.

Ja, ich will mich lieben lassen. Und ich will Frucht bringen. Ich will leben, wozu ich geschaffen bin. Gott, hilf mir dabei!

 Pfarrerin Anneliese Peterson

 

Lied zum Anhören und Mitsingen: Und ein neuer Morgen

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Zuletzt bearbeitet am: 25.02.21, 15:37
Geschrieben von: anpe
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