Sonntagsgruß 26.6.
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PREDIGTTEXT UND GEDANKEN

„Und Gott sah aus von seiner Höh
und sah auf die Stadt Ninive.
Die schöne Stadt, sie macht‘ ihm Sorgen,
die Bosheit blieb ihm nicht verborgen.
Da tranken sie. Da aßen sie.
Die Hungernden vergaßen sie.
Der König schickte die Soldaten;
die plünderten in fremden Staaten.
Und ihre schönen bunten Kleider,
die nähten eingefangne Schneider.
Gott sprach, nachdem er das gesehen:
„Nein, so kann es nicht weitergehen.“
Und sprach: „Wenn sie sich nicht bekehrt,
wird bald die schöne Stadt zerstört.“

„Und Gott sah aus von seiner Höh
und sah auf die Stadt Ninive,
[...]
Und sprach zu Jona: „Nun aber geh
auf schnellstem Weg nach Ninive!“
[...]
Er kam ans Tor und ging hinein.
Die Stadt war groß, er war allein.
Und trotzdem faßte er sich Mut,
hielt seine Predigt, kurz und gut,
und rief auf Plätzen und auf Straßen,
wo Leute standen oder saßen:
‚Noch vierzig Tage, spricht der Herr,
dann gibt es Ninive nicht mehr.
Die Stadt ist groß. Die Stadt ist schön.
Was böse ist, muß untergehn.‘“
(Aus: K.-P. Hertzsch: Der ganze Fisch war voll Gesang.
Biblische Balladen zum Vorlesen, Stuttgart 19735, S. 51, 58)

Jona hält seine Predigt „kurz und gut“.
So gut, dass die Menschen in Ninive sich eines Besseren besinnen. Sie bereuen das Schlechte, das sie bisher getan haben. Sie wollen in Zukunft anders leben. Sie wagen einen Neuanfang. Sogar der König macht mit. Eine Kehrtwende in der gesamten Stadt.
Jonas Predigt ist wahrscheinlich eine der wirkungsvollsten Kurzpredigten aller Zeiten.

Mich hat die Jona-Geschichte angeregt zu überlegen, welche Worte ich selbst wähle. Wie spreche ich mit meiner Familie? Mit meinen Freundinnen und Freunden? Mit Menschen, die ich zufällig treffe?
Welche Worte wähle ich?
Ich habe überlegt: Wie spreche ich?

Dann habe ich andersrum nachgedacht:
Welche Worte erreichen mich?
Wann haben mich Worte bewegt?
Kenne ich lebensverändernde Sätze?

Mein Ergebnis: Manchmal verändern Worte die Welt.
Jonas Predigt hat in Ninive die Welt verändert.

„Und Gott sah aus von seiner Höh
und sah auf die Stadt Ninive
und sah die traurigen Gestalten
und sprach: ‚Ich will die Stadt erhalten.‘
Da waren alle Leute froh und ihre Tiere ebenso“
(Hertzsch, S. 60f.)

Jonas Predigt erinnert mich in dieser Woche an die Macht der Worte.

Ich wünsche Ihnen für diese Woche die Worte, die sie brauchen.
Ihre/Eure Vikarin Lydia Lauxmann

Zuletzt bearbeitet am: 24.06.22, 17:26
Geschrieben von: anpe
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