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Titel: Michael Chalupka verlässt Diakonie im Herbst 2018
Autor: MB
Quelle: http://religion.orf.at vom 22.5.2017

Der Direktor der Diakonie Österreich, Michael Chalupka, hat am Montag in einer Aussendung angekündigt, dass er sich 2018 nicht um eine fünfte Amtsperiode bewerben wird. Nach 24 Jahren soll die Diakonie eine neue Führung bekommen.

„Es war eine bewegte und dynamische Zeit. Bei meinem Amtsantritt 1994 waren etwas über 3.000 MitarbeiterInnen in den Einrichtungen der Diakonie österreichweit beschäftigt. Jetzt sind es rund 9.000", zieht Chalupka eine positive Bilanz.

In den vergangenen 23 Jahren sei die Diakonie zu einem beständigen Faktor in der öffentlichen Wahrnehmung der evangelischen Kirche, und zu einer wichtigen Stimme in der Öffentlichkeit geworden, wenn es um die Anliegen der Menschen geht, die am Rand der Gesellschaft stehen.

Aufruf an Frauen

In der Amtszeit von Chalupka wurden neue Konzepte in den Bereichen Integration, Inklusion, Bildung und Wohnen für pflegebedürftige Menschen entwickelt. Verabschieden wird sich der Diakonie-Direktor im September 2018. Eine gute Übergabe werde vorbereitet. Wer ihm nachfolgt muss jedenfalls zum geistlichen Amtsträger in den Evangelischen Kirchen in Österreich ordiniert sein.

„Wir hoffen sehr, dass sich für meine Nachfolge auch Frauen bewerben werden", so Chalupka. Rund 70 Prozent der Mitarbeiter in der sozialen Arbeit sind Frauen, das solle sich „auch auf der Führungsebene widerspiegeln.“ In welcher Funktion Michael Chalupka sein Engagement fortführen wird, ist noch offen.
Verfasst am: 22.05.17, 13:00
Titel: Vorarlberg: „Hier stehe ich… 500 Jahre Reformation“
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 18.5.2017

Intervention holt an zahlreichen Orten im Ländle evangelische Persönlichkeiten vor den Vorhang

Sie waren Fabrikanten, Erfinder, Forscher, Kunstschaffende, Industrielle oder Geistliche und prägten in den vergangenen 500 Jahren auf unterschiedliche Weise die Geschichte Vorarlbergs. Zum Jubiläumsjahr „2017 – 500 Jahre Reformation“ erinnern im vorarlberg museum im Bregenz und an verschiedenen Orten des Landes 19 Silhouetten an die Lebensgeschichten evangelischer Persönlichkeiten. Mit dieser Intervention unter dem Titel „Hier stehe ich… 500 Jahre Reformation“ soll an den jeweiligen Wirkungsstätten von Lindau (D) über Bregenz bis Bludenz sowie in Hirschegg (Kleinwalsertal) und in Vaduz (FL) zu einer „Spurensuche der besonderen Art“ eingeladen werden, hieß es bei der Präsentation vor Journalistinnen und Journalisten am Donnerstag, 18. Mai, in Bregenz.

Dabei gehe es nicht um eine Rückschau, vielmehr sollen die Biografien auch als „Inspirationsquelle“ dienen, meinte der Bregenzer evangelische Pfarrer Ralf Stoffers. Letztlich gehe es um die Frage: „Was können wir heute dazu beitragen, dass diese Welt gerechter wird?“ Für den evangelisch-reformierten Landessuperintendenten Thomas Hennefeld hat das Format der Intervention auch direkt mit dem evangelischen Selbstverständnis zu tun, nämlich sich „einzumischen in die Gestaltung der Gesellschaft und Politik“.

Heuer erinnern die evangelischen Kirchen weltweit an Luthers Thesenanschlag vor 500 Jahren. Die Reformation sei eine „Aufbruchszeit, die Kirche und Gesellschaft nachhaltig verändert hat“, sagte der Landessuperintendent. Das Reformationsjubiläum, dass die drei evangelischen Kirchen, die lutherische, die reformierte und die methodistische, gemeinsam begehen, steht österreichweit unter dem basisdemokratisch festgelegten Motto „Freiheit und Verantwortung“, denn „beide Pole gehören für uns zusammen, aus der Freiheit des Evangeliums wollen wir Verantwortung übernehmen für die Mitmenschen und die Schöpfung Gottes“, als Minderheit wolle sich die evangelische Kirche „stark machen für andere Minderheiten“.

Höhepunkt der österreichweiten Feiern ist das große Fest am Wiener Rathausplatz am 30. September. Mit „Mutmacherinnen“ wie der Friedensnobelpreisträger Leymah Gbowee aus Liberia soll deutlich werden, „wofür die evangelischen Kirchen stehen“, so Hennefeld, „nämlich für eine solidarische Gesellschaft und für Zusammenhalt“.
Deutlich würdigten Hennefeld und Stoffers das positive ökumenische Klima in Vorarlberg. Während früher Evangelische „eher als Störfaktor“ gesehen wurde, gebe es heute eine „wunderbare Zusammenarbeit“, die sich auch bei der Gestaltung der aktuellen Intervention gezeigt habe.

Der Direktor des vorarlberg museums Andreas Rudigier zeigte sich beeindruckt, dass die Intervention „aufs Engste mit der Geschichte des Hauses verbunden“ sei, gleichzeitig habe sie „Bedeutung weit über Vorarlberg hinaus“. Durch das Sonderformat der Intervention tauche das Thema „plötzlich an unterschiedlichen Orten“ auf, und das Museum bleibe „nicht in den eigenen Mauern“.

Der frühere Bregenzer evangelische Pfarrer Wolfgang Olschbaur, der mit seinen regionalen kirchenhistorischen Forschungen wesentliche Vorarbeiten für das Projekt leistete, will durch die Interventionen auch „vergessene“ Personen wie etwa die „Armenmutter“ Emma Babuska vor den Vorhang holen, die in Bregenz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wichtige soziale Initiativen setzte. Dokumentiert werden bei den Interventionen die Biografien der ersten Personen, die reformatorische Ideen in Vorarlberg verbreiteten, evangelische Industrielle, die sich in Vorarlberg ansiedelten und maßgeblich das soziale Leben mitgestalteten bis hin zu Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts wie etwa dem Architekten Otto Bartning oder der Schriftstellerin Grete Gulbrannson.

Möglich wurde die Intervention und das umfangreiche Begleitprogramm durch intensive Kooperationen zwischen den vier evangelischen Pfarrgemeinden Vorarlbergs, dem Vorarlberg Museum, aber auch dem Diözesanarchiv, der römisch-katholischen Diözese Feldkirch, dem Ökumenischen Bildungswerk Bregenz und weiterer Partner.

Programm und Detailinformationen unter: www.hier-stehe-ich.at
Verfasst am: 19.05.17, 12:17