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Titel: Armutskonferenz kritisiert Deckelung der Mindestsicherung in NÖ und OÖ
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 22.11.2017

„Armutsbetroffene nicht noch ärmer machen“

Scharfe Kritik an der Deckelung der Mindestsicherung in Niederösterreich und Oberösterreich übt die österreichische „Armutskonferenz“. Die als Maßnahmen für mehr Leistungsgerechtigkeit vorgenommenen Kürzungen seien ein Ablenkungsmanöver, wobei mit dem Finger auf Flüchtlinge gezeigt werde, am Ende jedoch alle betroffen seien, heißt es in einer Aussendung vom 21. November. Die beiden Bundesländer hatten nach dem Auslaufen der entsprechenden Vereinbarung zwischen Bund und Ländern Anfang des Jahres eigenständig Kürzungen der Mindestsicherung beschlossen. Für Familien ist nun unabhängig von deren Größe ein Höchstbetrag von 1500 Euro im Monat vorgesehen.

Die Deckelungen waren auch als indirekte Beschränkung der Sozialleistungen für oft kinderreiche Flüchtlingsfamilien verstanden worden. Die Armutskonferenz verweist nun auf die Konsequenzen auch für Personen mit österreichischer Staatsbürgerschaft: „‚Flüchtling‘ wird gesagt, aber gestrichen wird bei allen. Die Deckelungskürzungen in der Mindestsicherung betreffen Familien, Alleinerziehende, Pensionisten, Menschen mit gesundheitlichen Problemen oder Behinderungen, Arbeitnehmer und Arbeitssuchende gleichermaßen.“

Die Kürzungen würden „zahlreiche persönliche Notlagen und gesellschaftliche Folgen samt Folgekosten“ nach sich ziehen, heißt es in der Stellungnahme weiter. Dadurch würden Menschen in Armut gehalten. Die Armutskonferenz fordert eine Anpassung der Gesetzeslage: „Statt Menschen zu Almosenempfängern zu machen, gehören die Gesetze so geändert, dass sie Armut bekämpfen und nicht Armutsbetroffene noch ärmer machen.“

Die Armutskonferenz ist seit 1995 als Netzwerk von über 40 sozialen Organisationen sowie Bildungs- und Forschungseinrichtungen aktiv. Die in der Armutskonferenz zusammengeschlossenen sozialen Organisationen beraten, unterstützen und begleiten über 500.000 Menschen im Jahr.
Verfasst am: 23.11.17, 09:57
Titel: KPH Wien/Krems: Ausbildung für buddhistische ReligionslehrerInnen
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 22.11.2017

Europaweit einmalige Kooperation

Auch buddhistische Religionslehrerinnen und -lehrer wird die Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) Wien/Krems künftig ausbilden. Eine jüngst unterzeichnete, europaweit einmalige Kooperationsvereinbarung zwischen der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft (ÖBR) und der KPH regelt die Aus- und Weiterbildung buddhistischer ReligionslehrerInnen in Österreich, teilte die Hochschule am Dienstag, 21. November mit.

Zur neuen Kooperation zwischen KPH und Österreichischer Buddhistischer Religionsgesellschaft erklärte deren Präsident Gerhard Weißgrab, diese sei „nicht nur ein besonderes Zeichen interreligiöser Zusammenarbeit, sondern auch eine gute Qualitätssicherung für den buddhistischen Religionsunterricht“. Für Buddhisten sei das „eine gute Basis im Konzert der Religionen in Österreich“. Weißgrab betonte das gute interreligiöse Klima hierzulande und wies darauf hin, dass der Buddhismus in vielen Ländern Europas bis heute weder staatliche Anerkennung noch die Möglichkeit zu konfessionellem Religionsunterricht in den Schulen habe.

Die buddhistische Religion ist seit 1983 staatlich anerkannt, seit 1993 gibt es buddhistischen Religionsunterricht an den Schulen. Die bisherige Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte oblag den Fachinspektoren und wurde meist in Salzburg zentral für ganz Österreich durchgeführt. Schon in den letzten Jahren habe es zur Unterstützung der pädagogischen Ausbildung eine Kooperation mit der KPH Wien/Krems gegeben. Aktuell unterrichten bundesweit 14 Lehrkräfte 231 SchülerInnen in buddhistischer Religion. Laut Prognose der Verantwortlichen wird der Bedarf steigen: Rund 25.000 bekennende Buddhistinnen und Buddhisten gebe es derzeit in Österreich. Die steigende Zahl der Praktizierenden lasse eine wachsende Zahl an Lehrpersonal und steigendes Schülerpotenzial erwarten.

„Ausgehend von den bisher neuen Kooperationen unseres Hauses mit den monotheistischen Religionen Islam und Judentum stellen wir uns mit der Integration des Buddhismus jetzt auch der Herausforderung, eine nicht theistische Religion unter unserem gemeinsamen Dach zu integrieren“, sagte KPH-Rektor Christoph Berger. Die Vereinbarung der Buddhistischen Religionsgemeinschaft mit einer kirchlichen Pädagogischen Hochschule sei bisher in Europa ohne Vorbild „und in gewisser Weise spektakulär: Zeigt sie doch, wie viel an friedlichem und konstruktivem Miteinander der Religionen in einem in vielen Jahren gewachsenen guten ökumenischen und interreligiösen Klima möglich ist“, so Berger.

Die KPH Wien/Krems ist Österreichs größte private Pädagogische Hochschule mit fünf Standorten in Wien und Niederösterreich. Derzeit gibt es 2500 Studierende in der Erstausbildung und ca. 1000 Studierende in Weiterbildungslehrgängen. In den Hochschulbetrieb sind sieben christliche Kirchen (Römisch-katholische Kirche, Evangelische Kirche A. und H.B., Griechisch-orientalische Kirche, drei Orientalisch-orthodoxe Kirchen sowie die Altkatholische Kirche) eingebunden – „bei gleichzeitiger Wahrung der jeweiligen Identität“. Zusätzlich kooperiert die KPH in der Religionslehrerbildung und im Rahmen der Förderung interreligiöser Kompetenzen mit den Freikirchen, der Islamischen sowie der Alevitischen Glaubensgemeinschaft, der Israelitischen Religionsgesellschaft und nun auch mit der Buddhistischen Religionsgesellschaft.
Verfasst am: 23.11.17, 09:57