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Titel: Mehr als ein Jahrzehnt gemeinsam an der Spitze des evangelischen Wien
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 21.11.2018

Hansjörg Lein und Inge Troch feierlich aus Leitungsamt entpflichtet

Weit über ein Jahrzehnt haben sie die evangelische Diözese Wien gemeinsam geleitet – am Sonntag, 18. November, wurden Superintendent Hansjörg Lein und Superintendentialkuratorin Inge Troch von Bischof Michael Bünker feierlich aus ihren Ämtern entpflichtet. „Miteinander sind es 10050 Tage“, wie Bünker bei seiner Predigt in der Lutherischen Stadtkirche in Anspielung auf Trochs berufliche Vergangenheit als Universitätsprofessorin für Mathematik vorrechnete. Sie war 2006 zur Superintendentialkuratorin gewählt worden, Lein hatte sein Amt bereits 2004 angetreten. Da es zu den zentralen Merkmalen der Evangelischen Kirche gehöre, „dass Ehren- und Hauptamtliche, Ordinierte und sogenannte Laien, Frauen und Männer gemeinsam die Leitungsaufgaben wahrnehmen“, sei es nur passend, „wenn wir euch gemeinsam aus euren Aufgaben verabschieden und davon entpflichten“, betonte Bünker. Er unterstrich besonders die Unterstützung Leins und Trochs für „jede Gemeinde und Einrichtung der Superintendenz in ihrer Eigenart“ sowie ihre persönlichen Akzente in der Gesamtkirche, der Ökumene, dem religiösen Miteinander und „der ganzen Gesellschaft in Stadt und Land.“

In seiner Predigt zum Abschiedsgottesdienst rückte der scheidende Superintendent Lein die Kraft des Wortes in den Mittelpunkt, die vor allem für die Kirchen der Reformation von besonderer Bedeutung sei: „Worte haben ein enorme Kraft, von ihnen geht Großes und Bedeutsames aus, sie bewirken positive Nachdenkprozesse und Veränderungen, ja Revolutionen, aber auch Kriege und Völkermord.“ Da die gremiale Struktur der Kirche oftmals zu „Wortklaubereien“ über Ordnungen und Gesetze verleite, sei eine Rückkehr zum Wort der Bibel und damit zum „Wesentlichen“ notwendig. Aber auch gesamtgesellschaftlich forderte Lein ein Umdenken in Sachen Sprache: „Seit Jahren erleben wir eine eklatante und inakzeptable Verrohung der Sprache. Was dringend nötig erscheint sind neben Deutschkursen auch Kurse in humaner Sprache für Politiker!“ Für alle aber gelte: „Achten wir, bewahren wir, beschützen wir die Wörter vor populistischem Missbrauch und Umdeutung durch die Werbung.“

Am feierlichen Entpflichtungsgottesdienst mitgewirkt haben mehrere VertreterInnen und MitarbeiterInnen unterschiedlicher Arbeitsfelder der Evangelischen Kirche in Wien. Segensworte sprachen Senior Michael Wolf, Trochs Nachfolgerin als Superintendentialkuratorin Petra Mandl, der Geschäftsführer der Diakonie Bildung, Michael Chalupka, Gabriele Umek von der Krankenhaus- und Gefängnisseelsorge, Pfarrerin Marianne Fliegenschnee und Eva Balasch, Mitarbeiterin in der Superintendentur. Seitens der römisch-katholischen Kirche überbrachten Weihbischof Franz Scharl und Bischofsvikar Dariusz Schutzki Segenswünsche. Musikalisch gestalteten den Gottesdienst der Kinderchor der Johann Sebastian Bach-Musikschule und ein Bläserquartett, an der Orgel war Diözesankantorin Yasuko Yamamoto zu hören.

Beim anschließenden Empfang im Palais Niederösterreich dankte Synodenpräsident Peter Krömer namens der Evangelischen Kirche in Österreich für Leins und Trochs „jahrelange treue Tätigkeit“. Besonderer Dank gebühre dabei auch Leins Frau Johanna. Ihre scheidende Wiener Amtskollegin Inge Troch beschrieb die niederösterreichische Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour beim Empfang als „Inbegriff einer analytisch denkenden Frau, die in absoluter Ruhe zuhört und mit großer Wertschätzung und Respekt ihrem Gegenüber begegnet.“

Der dienstälteste Kollege im Amt des Superintendenten, Manfred Sauer, würdigte Leins Begabung als Seelsorger, der nicht nur zuhören könne sondern auch „Gespür für Wesentliches“ mitbringe und als Teamplayer immer auch „auf die Schwächsten geschaut“ habe. Das ökumenische Engagement Leins unterstrichen der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs und der reformierte Landessuperintendent und Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Thomas Hennefeld. „Die innerevangelische Zusammenarbeit war für Hansjörg Lein immer selbstverständlich“, erinnerte Schröckenfuchs, und Hennefeld sagte zu Lein: „Ökumene hat zu Deinem Amtsverständnis dazugehört wie das Amen im Gebet.“

Bilder vom Gottesdienst und vom Empfang finden Sie zum Download (auch in Druckqualität) auf: foto.evang.at
Verfasst am: 23.11.18, 08:52
Titel: Wiener Neustadt: Kochende KonfirmandInnen erhalten Umweltpreis
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 21.11.2018

Fünf Pfarrgemeinden und ein Bildungshaus unter den Preisträgern

Die evangelische Pfarrgemeinde Wiener Neustadt sowie vier römisch-katholische Pfarrgemeinden und das katholische Bildungshaus St. Georg sind mit den diesjährigen niederösterreichischen diözesanen Umweltpreisen ausgezeichnet worden. Prämiert wurden dabei am Freitag, 16. November, im Bildungshaus Großrußbach im Weinviertel kirchliche „Vorzeige-Einrichtungen“, die sich durch ökologisches Handeln im Sinne von Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeit besonders für die Umwelt einsetzen. Vergeben werden die Auszeichnungen von der Katholischen Aktion in der Diözese St. Pölten, der Erzdiözese Wien sowie von der Evangelischen Kirche in Niederösterreich in Kooperation mit dem Land Niederösterreich.

Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung hatte das evangelische Siegerprojekt aus Wiener Neustadt gesetzt. Projekt-Initiator Robert Heisinger erzählt von dem Kochkurs für die Konfirmandinnen und Konfirmanden, der auch bewusstes Einkaufen und Hygienemaßnahmen thematisierte und an dessen Ende ein dreigängiges Menü für alle Besucher des Sonntagsgottesdienstes stand: „Mit 50 Leuten haben wir gerechnet, 85 sind am Ende gekommen“, so Heisinger, selbst professioneller Koch. In zwei Gruppen haben die rund 30 KonfirmandInnen drei verschiedene Suppen sowie Rindsrouladen mit Serviettenknödeln und Gemüse gekocht, als Nachspeise gab es Apfeltiramisu.

Bereits vor dem Erfolg in Niederösterreich war die Koch-Initiative von den österreichischen kirchlichen Umweltbeauftragten als eines von 33 Best-Practice-Beispielen gewürdigt worden. Das Projekt wird es jedenfalls auch heuer wieder geben, versichert Heisinger. Diesmal will man sich für den niederösterreichischen Nachhaltigkeitspreis „17 und wir“ bewerben, der auf die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen Bezug nimmt: „Unser Hauptziel ist dabei Nummer zwölf, nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion“.

Zu den Preisträgern gehören weiters die römisch-katholische Pfarrgemeinde Langegg für ein „Schöpfungstage“-Bildungsprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie die Pfarre Strasshof für die Verwendung von Mehrweggeschirr bei Pfarrfesten oder den Verzicht des Pfarrers auf ein Auto. In Mödring werden Pfarrveranstaltungen als „green events“ umgesetzt, in Großebersdorf zählt man beim Umbau des Pfarrheims auf Maßnahmen wie LED-Beleuchtung und Opferkerzen ohne Glas und Aluminium. Als ökologisches und sozial nachhaltiges Vorzeigeprojekt wurde zudem das 2016/17 im Passivhausstandard aus- und umgebaute St. Georghaus Bad Traunstein ausgezeichnet. Im Innenausbau kamen bevorzugt ökologisch optimierte Produkte und emissionsarme Bau- und Werkstoffe zum Einsatz.

Der evangelische Superintendent Lars Müller-Marienburg unterstrich in seinen Grußworten die Bedeutung von Austausch und die Vernetzung in der Praxis. Er erlebe in den evangelischen Pfarrgemeinden, dass man sich gegenseitig brauche, um ökologisch zu leben. Der St. Pöltner Weihbischof Anton Leichtfried ermunterte, gerade auch im Alltag auf die „Eine Welt“ zu achten. Das fange schon beim Kauf eines Smartphones an, wo man hinterfragen sollte, wo und wie die Rohstoffe für das Handy abgebaut wurden und zu welchen Bedingungen, Löhnen und in welchem Arbeitsumfeld produziert wird. Der Wiener Weihbischof und österreichische Jugendbischof Stephan Turnovszky brach eine Lanze für junge Menschen. Er sprach sich dafür aus, ihnen in den Pfarren Entscheidungskompetenzen und die Umsetzungen für ökologische Themen zu übertragen.

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf betonte die Bedeutung der Energiewende in Niederösterreich. Mittlerweile werde 100 Prozent des notwendigen Stroms im Bundesland über Wasser- und Windkraft, Biomasse und Photovoltaik aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Pernkopf erinnerte auch an das erfolgreiche Projekt „Energie-Spar-Pfarre“, in dem 273 Beratungen durchgeführt und 181 Energiespar-Projekte in Pfarren mit Landes-Unterstützung umgesetzt worden seien.
Verfasst am: 23.11.18, 08:52