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Titel: Früherer Bischof Herwig Sturm feierte 75. Geburtstag
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 13.9.2017

Dank für Gastfreundschaft, Gesundheit und überaus aktiven Ruhestand

Seinen 75. Geburtstag feierte der frühere Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich im Kreis vieler Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter am Mittwoch, 6. September, im Evangelischen Zentrum in Wien. Die Feier stand dabei ganz im Zeichen des Dankes – auch für 10 Jahre Gastfreundschaft im Evangelischen Zentrum, das dem früheren Bischof seit Beginn seines sehr aktiven Ruhestands Arbeitsmöglichkeiten und Büroinfrastruktur bietet. Die „aktive Grundhaltung, die Welt zu gestalten“, würdigte Sturms Nachfolger, Bischof Michael Bünker, in seiner Ansprache. Dankbarkeit sei auch geboten angesichts der Tatsache, dass Herwig Sturm „bei bester Gesundheit“ unterschiedliche Aufgaben wahrnehme, sagte der Bischof und überreichte Sturm dabei schmunzelnd die Beauftragung, als Administrator die Pfarrgemeinden Fürstenfeld und Deutsch Kaltenbrunn zu betreuen.

Bei der Feier wurde auch das neue Buch von Herwig Sturm präsentiert. Unter dem Titel „Der Punkt im I.CH“ bietet es „Predigten und Wegzeichen“, so der Untertitel des im Fromm-Verlag erschienenen Werkes. „Herwig Sturm zeigt uns, dass der Punkt nicht nur ein Satzzeichen ist, sondern theologische Tragweite aufweist“, erklärte Ministerialrat Karl Schwarz bei der Präsentation. In kurzen, prägnanten Predigten bringe Sturm theologische Aussagen auf den Punkt, gleichzeitig reflektiere er seine Amtszeit und seinen aktiven Ruhestand. Schwarz dankte Sturm für sein ökumenisches Engagement ebenso wie für seine „homiletischen Zeitansagen, die uns teilhaben lassen an der Poesie des Evangeliums“.

Enthüllt wurde bei der Feier, die das Klarinettenquartett der Johann-Sebastian-Bach Musikschule musikalisch gestaltete, auch ein Holzrelief, das die Wiener Künstlerin Karin Eibner gestaltet hatte. Es trägt den Titel „Isaak und Ismael beweinen den Tod ihres Vaters Abraham“ und weist auf die Verbindung von Judentum, Christentum und Islam hin, „ein gutes Signal in diesem Haus“, wie Herwig Sturm bei der Enthüllung meinte.

Bilder von der Feier finden Sie auf foto.evang.at
Verfasst am: 14.09.17, 10:49
Titel: NGOs fordern „Zukunftspakt“ mit Afrika
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 13.9.2017

Österreich müsse Verantwortung in Entwicklungszusammenarbeit übernehmen

Angesichts der Nationalratswahlen im Oktober appellieren 34 österreichische NGOs an die zukünftige Regierung, sich verstärkt der Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika zu widmen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag, 8. September, verdeutlichten Vertreterinnen und Vertreter der Nichtregierungsorganisationen die Notwendigkeit eines „Zukunftspakts“ mit dem Kontinent. Nicht nur soll es einen Afrika-Schwerpunkt während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 geben. Auch sollen in den kommenden fünf Jahren je 200 Millionen Euro zusätzlich an Hilfsgeldern für Entwicklungshilfeprojekte ausgegeben werden.

Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, nahm explizit die Bundesregierung in die Pflicht: „Die Regierung kann sich nicht die große private Hilfsbereitschaft der ÖsterreicherInnen für Notleidende auf ihre Fahnen heften. Es ist Zeit, dass Österreich seine Verantwortung wahrnimmt und sich an den besten Geber-Ländern wie Dänemark und Norwegen orientiert, die außerdem bei der wirtschaftlichen Stärke mit Österreich vergleichbar sind.“ Österreichs Beitrag zur Entwicklungshilfe lag 2016 bei nur 2,70 Euro pro Person. In Dänemark waren es 54, in Norwegen 76 Euro pro Person.

Michael Opriesnig, stellvertretender Generalsekretär des Roten Kreuzes in Österreich, erwartet von verantwortlichen Politikern mehr als nur Lippenbekenntnisse: „Wir hören von Politikern aller Parteien, dass die Hilfe vor Ort verstärkt werden muss. Die Antwort auf die Frage, welche zusätzlichen Mittel konkret dafür zur Verfügung stehen, bleiben sie aber schuldig.“

Annelies Vilim, Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung, goss das Veränderungspotenzial in konkrete Zahlen: „Österreich kann mit 100 Millionen Euro eine Million Menschen vor dem Hunger bewahren“. Das bedeute aber nicht, dass man sich auf Akuthilfe in Katastrophensituationen beschränken dürfe, ergänzte Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich: „Wir müssen die strukturellen Ursachen von Hunger beseitigen. Die Entwicklungszusammenarbeit spielt eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, Katastrophen zu verhindern.“

Christoph Schweifer, bei der Caritas Österreich für Internationale Programme zuständig, fasste die Forderungen in einem Vergleich mit dem Marshallplan zusammen: „Der ursprüngliche Marshallplan war ein Angebot für Europa. Ein Zukunftspakt mit Afrika heute ist das Angebot von Europa, gemeinsam mit Afrika zu handeln.“

Die 34 beteiligten NGOs arbeiten im Dachverband „Globale Verantwortung – Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe“ in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, entwicklungspolitische Inlandsarbeit, humanitäre Hilfe sowie nachhaltige globale wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung zusammen.
Verfasst am: 14.09.17, 10:48