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Titel: Evangelische Frauenarbeit fordert Einsatz gegen Gewalt an Frauen
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 28.11.2018

„Jede fünfte Frau in Österreich ist von Gewalt betroffen“

Zur Teilnahme an der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“ ruft die Evangelische Frauenarbeit in Österreich (EFA) auf. Damit schließt sich die EFA Frauenorganisationen weltweit an, die den Zeitraum zwischen 25. November – dem Tag der Gewalt gegen Frauen – und dem 10. Dezember – dem Tag der Menschenrechte – gewählt haben, um das öffentliche Bewusstsein für Gewalt an Frauen zu stärken. „Jede fünfte Frau, jedes fünfte Mädchen in Österreich ist von Gewalt betroffen. Dazu kann und darf auch die Evangelische Frauenarbeit nicht schweigen“, schreibt die EFA in einer Aussendung. „Gewalt ist nicht nur für die Opfer schädlich, sondern für die Gesellschaft als Ganzes. Deshalb sind Bewusstseins- und Aufklärungskampagnen dringend notwendig“, heißt es weiter.

Die Frauenarbeit beteiligt sich zudem an der „Donnerstag in Schwarz“-Kampagne des Weltkirchenrats (WCC). Dabei tragen UnterstützerInnen donnerstags schwarze Kleidung, um sich „gegen Haltungen und Handlungen aufzulehnen, die Vergewaltigung und Gewalt dulden“, wie es auf der Kampagnenwebseite heißt. Schwarz werde oftmals mit negativen Assoziationen in Bezug auf Rasse in Verbindung gebracht, „in dieser Kampagne ist Schwarz die Farbe des Widerstandes und der Resilienz“. In den sozialen Medien läuft die Kampagne unter dem Hashtag #ThursdaysinBlack.

Laut einer Studie der EU-Grundrechteagentur FRA aus dem Jahr 2014 haben 20 Prozent der Frauen in Österreich über 15 Jahren bereits Gewalt erfahren. In Ländern wie Dänemark oder Schweden ist es beinahe jede zweite. Im EU-Durchschnitt wurde jede dritte Frau bereits Opfer von Gewalt.
Verfasst am: 29.11.18, 09:22
Titel: Diakonie-Direktorin Moser in Amt eingeführt
Autor: MB
Quelle: https://www.kathpress.at vom 23.11.2018

Die neu Direktorin des evangelischen Hilfswerks Diakonie, Maria Katharina Moser, ist am Donnerstag feierlich in ihr Amt eingeführt worden. Beim Festgottesdienst in der evangelisch-methodistischen Kirche in Wien/Rudolfsheim-Fünfhaus sagte sie an die Politik gewandt: "Auch wenn der Platzregen der politischen Debatten hereinbricht, auch wenn die Wasser der Sparmaßnahmen kommen, auch wenn die Winde wehen und am Haus der Rechtsstaatlichkeit rütteln, auch wenn sich politische und moralische Haltungen rechts und links von uns verschieben - als Diakonie stehen wir fest auf dem Boden des Evangeliums und tun das, was wir immer getan haben: Menschen ein Leben in Fülle ermöglichen."

Die Amtseinführung der neuen Direktorin, die ihr Amt bereits am 1. September angetreten hat, nahmen Bischof Michael Bünker, Oberkirchenrat Karl Schiefermair, Pfarrerin Sieglinde Pfänder und Diakonie-Präsident Roland Siegrist vor. Segensworte sprachen u.a. Caritas-Präsident Michael Landau, Mosers langjähriger Vorgänger, Pfarrer Michael Chalupka, sowie mehrere Vertreter diakonischer Einrichtungen und Klienten. Zugegen waren u.a. auch der reformierte Landessuperintendent und Vorsitzende des "Ökumenischen Rates der Kirchen" in Österreich, Thomas Hennefeld, und Johanniter-Präsident Johannes Bucher.

Aufgabe der Diakonie sei es, "Gottes Wort zu hören und zu tun und dafür Sorge zu tragen, dass das Ebenbild Gottes in allem, was Menschenantlitz trägt, gesehen und bewahrt wird", so Moser. Das Hilfswerk bezeichnete sie als eine "Täterin des Wortes". Dabei gehe es nicht darum, die christliche Gemeinschaft als Sammlung der Starken zu begreifen, die Schwache zu integrieren habe, sondern darum, alle Menschen als "Eingeladene Jesu Christi" zu verstehen.

Bischof Bünker unterstrich die Notwendigkeit der Diakonie: "Diese Diakonie braucht es heute wohl nötiger als früher. Die Ungleichheit nimmt zu, die Polarisierung nimmt zu, die Verleitung der Identitätssuche durch 'Wir' gegen 'die Anderen' nimmt zu. Alles zusammen Auswüchse zunehmender Unvernunft. Alledem stellt sich die Diakonie entgegen", so der Bischof in seiner Ansprache. Dabei sei es "mehr als vernünftig, wenn in einer Gesellschaft niemand an den Rand gedrängt wird, niemand abgehängt wird, sondern alle, so wie sie sind, miteinander und füreinander leben können und jeder und jede die Gaben einbringt, die dem Ganzen zugutekommen".

Die neue Diakonie-Direktorin charakterisierte der Bischof als "weltoffen, welterfahren und kompetent für die religiöse Vielfalt unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen". Ihre Entscheidung, evangelisch und evangelische Pfarrerin zu werden, habe sie "sehr bewusst und überlegt" getroffen.

Langjährige Mitarbeiterin im ORF

Maria Katharina Moser wurde 1974 in Wien geboren und wuchs im oberösterreichischen Eferding auf. Sie studierte Theologie in Wien und interkulturelle Frauenforschung in Manila. Ihr beruflicher Werdegang führt sie von der Jugendarbeit und der Erwachsenenbildung zunächst an die Universität. Nachdem sie 2005 im Fach Sozialethik promoviert hatte, war sie als Assistentin und später als Gastprofessorin an der Universität des Saarlandes tätig. Nach sieben Jahren als Journalistin im ORF (2007-2014) wurde Moser zuerst Vikarin und dann Pfarrerin in der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wien-Simmering. Am 1. September übernahm sie das Amt der Direktorin der Diakonie von Michael Chalupka.
Verfasst am: 26.11.18, 10:12