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Titel: Evangelische Akademie Wien - Oktober 2018
Autor: MB
Quelle: Newsletter der Evang. Akademie vom 27.9.2018

Mi, 10. Oktober, 19 Uhr,
Evangelische Akademie Wien, Albert Schweitzer Haus (2.Stock)

Der Christlich-Marxistische Arbeitskreis: Gerechtigkeit in der Bibel - Die Ablehnung von Akkumulation und damit Kritik am Privateigentum

Die Evangelische Theologin Barbara Rauchwarter spricht im Christlich-Marxistischen Arbeitskreis über den Gerechtigkeitsbegriff in der Bibel. In diesem Zusammenhang werden auch John Lockes und David Humes Begründungen der Notwendigkeit von Privateigentum thematisiert werden. Wie immer wird es genügend Zeit für Gespräche und Nachfragen geben.


Adresse: Albert Schweitzer Haus,
Schwarzspanierstr. 13, 1090 Wien
Die Teilnahme an unseren Veranstaltungen ist kostenlos, aus organisatorischen Gründen bitten wir jedoch um Anmeldung.
Do, 11. Oktober, 19 Uhr,
Albert Schweitzer Haus, Kapelle (4. Stock)

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Das mitteleuropäische Österreich -
Ein Land ohne Eigenschaften?

1918 gegründet - dem Mythos zufolge als „das, was übrig bleibt“ (Clemenceau) - war die junge Republik sich ihrer eigenen Identität unsicher. Der spätere Austrofaschismus betonte das Österreichische, bis der mit Beifall begrüßte Nationalsozialismus dieses in einem völkisch-deutschen Verständnis auflöste. Die Verbrechen des Nationalsozialismus begünstigten in der 2. Republik die Perspektive auf ein mitteleuropäisches Österreich, das als Modell für Europa und das interkulturelle Zusammenleben konstruiert wurde. Drei Vorträge thematisieren Geschichte und Mythos der mitteleuropäischen Republik aus literarischer, historischer und gegenwärtiger Perspektive.

Wolfgang Müller-Funk, Kulturwissenschaftler, Universität Wien
Monika Sommer, Historikerin, Haus der Geschichte Österreich
Karl Vocelka, Historiker, Universität Wien

Moderation: Raoul Kneucker, Experte für Religionsrecht


Adresse: Albert Schweitzer Haus,
Schwarzspanierstr. 13, 1090 Wien
Die Teilnahme an unseren Veranstaltungen ist kostenlos, aus organisatorischen Gründen bitten wir jedoch um Anmeldung.
Mo, 22. Oktober, 19 Uhr,
Evangelische Akademie Wien, Albert Schweitzer Haus (2.Stock)

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Der Christlich-Marxistische Arbeitskreis: Christentum - Marxismus. Zwei Wege - ein Ziel

„Was heute soziale Gerechtigkeit für einen Inhalt haben sollte und auf welchen Wegen sie erreicht werden könnte, sehe ich durchaus als ein gemeinsames Projekt, an dem zu arbeiten sich lohnt. Hier bieten sich breite Felder der Zusammenarbeit an, die zu einem vertrauensvollen Verhältnis führen können und sollten, ungeachtet möglicher Meinungsdifferenzen in religiösen Fragen. Ein vertrauensvoller und ehrlicher Dialog verlangt jedoch keine Anbiederung, um Übereinstimmung vorzutäuschen, wo es sie nicht gibt, sondern einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander.“ (aus Alfred Kosing: Im Schatten des Kreuzes – Der Einfluss der Kirche auf Staat und Gesellschaft, Verlag am Park, Berlin 2010: 283/4)

Alfred Kosing, Philosoph, Berlin


Adresse: Albert Schweitzer Haus,
Schwarzspanierstr. 13, 1090 Wien
Die Teilnahme an unseren Veranstaltungen ist kostenlos, aus organisatorischen Gründen bitten wir jedoch um Anmeldung.
Di, 23. Oktober, 19 Uhr,
Albert Schweitzer Haus, Kapelle (4. Stock)

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Pluralität in Wiener Kindergärten -
Buchvorstellung und Diskussion

Kulturelle, religiöse und sprachliche Pluralität ist eine Realität in der Gesellschaft und so auch in elementarpädagogischen Einrichtungen. Mit dem verpflichtenden Kindergartenjahr ist die Anzahl von Kindertagesstätten in Wien stark gestiegen. Manche dieser Einrichtungen werden als „islamisch” bezeichnet und in der öffentlichen Debatte problematisiert. Die Studie wirft erstmals einen vielperspektivischen Blick auf das heterogene Feld der Elementarpädagogik und kommt sowohl zu überraschenden als auch zu erwarteten Befunden.

Eröffnung und Begrüßung mit

Jürgen Czernohorszky, Wiener Stadtrat für Bildung und Integration
Henning Schluß, Univ.-Prof. für empirische Bildungsforschung und Bildungstheorie, Mitautor der Studie, Universität Wien

Anschließende Diskussion mit

Christian Andersen, Bildungswissenschaftler, Mitautor der Studie, Universität Wien
Carla Amina Baghajati, Leiterin des Schulamtes der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich
Andrea Lehner-Hartmann, Univ.-Prof.in für Religionspädagogik, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Studie, Universität Wien
Katrin Zell, Elementarpädagogin und Sprachwissenschaftlerin, Leiterin des Referats Sprachliche Bildung, MA10 - Wiener Kindergärten

Moderation: Wilhelm Hopf, Verleger, Lit-Verlag

Das Buch erscheint im Oktober 2018 im LIT-Verlag.

In Kooperation mit: Institut für Bildungswissenschaft der Uni Wien, LIT-Verlag

Adresse: Albert Schweitzer Haus,
Schwarzspanierstr. 13, 1090 Wien
Die Teilnahme an unseren Veranstaltungen ist kostenlos, aus organisatorischen Gründen bitten wir jedoch um Anmeldung.

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Veranstaltungstipps Oktober

Do, 18. Oktober, 18.30 Uhr
Slowakisches Institut, Wipplingerstr. 24-26, 1010 Wien

Buchpräsentation und Gespräch:
350 Jahre der Bildungsgeschichte der Stadt Prešov in der Slowakei

Prešov, die drittgrößte Stadt in der Slowakei wird als das Athen an der Toryssa oder „Klein-Heidelberg“ genannt, weil die Stadt eine bemerkenswerte bildungsgeschichtliche Tradition aufweist. Schon zwischen 1667 und 1918 bestand eine Hochschule mit philosophischen, theologischen und juristischen Studienzweigen. Die Universitas Fragopolitana war im alten Kollegium untergebracht und galt als lutherisches Gegengewicht gegenüber der katholischen Universität in Trnava/Tyrnau, die 1635 gegründet worden war. Prešov verfügt auch heute über eine Universität von internationalem Ruf.

Prof. Dr. Peter Kónya, Rektor der Universität Prešov und Professor am Historischen Institut hat anlässlich der Jubiläen der Stadt (635 Jahre kgl. Freistadt), des Kollegiums (350 Jahre), und der Universität (20 Jahre) zwei Bücher herausgebracht (beide im Verlag der Universität Prešov erschienen), die er bei der Veranstaltung vorstellen wird:

Geschichte der Stadt Prešov (2017)
350 Jahre der Bildungsgeschichte der Stadt Prešov (2018)

Moderation: Prof. Dr. Karl W. Schwarz, Wiener Historiker

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt. Der Eintritt ist frei.

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Freitag, 26. Oktober, 7.45 bis 19.30 Uhr

Exkursion: Stationen des Erinnerns und Gedenkens in Frauenkirchen/A, Mosonmagyaróvár und Komárom/H

Besuch von jüdischen (Gedenk-)Orten in Frauenkirchen (Garten der Erinne-rung), dann Fahrt nach Mosonmagyaróvár, wo die Holocaust-Gedenk-stätte und die Zeremonienhalle des jüdischen Friedhofs besucht werden. Schließlich Rundgang durch die Grenzstadt Komárom zu den drei Synagogen und dem Denkmal für alle Opfer der Gewalt.

Reiseleitung: Mag. Annemarie Weinzettl
Treffpunkt: Rathausplatz (zwischen Rathauspark & Universität) um 7.45 Uhr
Infos & Anmeldung (bis 24. Oktober):
T 51552-5100, www.kav-wien.at

Kursbeitrag: 45,- € für Fahrtkosten, Eintritt, Führungen

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Vorschau November

Di, 6. November, 19 Uhr,
Albert Schweitzer Haus, Kapelle (4. Stock)

"Von Gottesmördern und Brunnenvergiftern“
Christlicher Antijudaismus zwischen Theologie und Mythologie

Der im christlichen Antijudaismus wurzelnde Antisemitismus gehört zu den ältesten Vorverurteilungskomplexen.
Wie wurden antijudaistische Einstellungen theologisch argumentiert? Finden sich Unterschiede in der evangelischen und katholischen Tradition oder fand ein „Ideentransfer“ über die konfessionellen Grenzen hinweg statt? Wie verhalten sich Antijudaismus und Antisemitismus zueinander? Menschen jüdischen Glaubens erleiden gegenwärtig wieder eine Zunahme antisemitischer Erfahrungen. Wo liegen die Ursachen?

Julia Spichal, Institut für Religionspädagogik der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien
Gerhard Langer, Institut für Judaistik der Universität Wien
Nikolaus Rappert, Pfarrer der deutschsprachigen orthodoxen Gemeinde

Moderation:
Martin Jäggle, Christlich-Jüdischer Koordinierungsausschuss

Kooperation: Katholischer Akademiker/innenverband

Adresse: Albert Schweitzer Haus,
Schwarzspanierstr. 13, 1090 Wien
Die Teilnahme an unseren Veranstaltungen ist kostenlos, aus organisatorischen Gründen bitten wir jedoch um Anmeldung

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Verfasst am: 01.10.18, 10:48
Titel: Hennefeld: Ein unpolitischer Christ verfehlt seinen Auftrag als Christ
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 28.9.2018

Im Gespräch mit Bischof Elbs bei Pressereise zu Schweizer Reformationsjubiläum 2019

Genf (epdÖ) – „Ein Christ, der nicht politisch ist, verfehlt seinen Auftrag als Christ. Wir haben prophetisch zu sein und unsere Stimme in der Gesellschaft zu erheben“, sagte der reformierte Landessuperintendent und Vorsitzende des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRKÖ), Thomas Hennefeld, am Donnerstag, 27. September, vor österreichischen JournalistInnen beim Weltkirchenrat in Genf. Diese gesellschaftspolitisch relevante Seite des Christentums sei gefragt, wenn z.B. die Politik zu wenig auf Schwache und Arme achte, meinte Hennefeld anlässlich einer Pressereise mit dem Vorarlberger Römisch-katholischen Bischof Benno Elbs zu den Wirkungsstätten der Schweizer Reformatoren Ulrich Zwingli und Johannes Calvin in Zürich und Genf. Zürich feiert 2019 das 500-Jahr-Jubiläum von Zwinglis Amtsantritt am Großmünster – für viele die Geburtsstunde der Schweizer Reformation. Die Reise war von der Katholischen Presseagentur „Kathpress“ und dem Evangelischen Pressedienst gemeinsam organisiert worden.

Zwingli und Calvin hätten Wert gelegt auf die Katholizität – also die Universalität und Einheit – der Kirche; beide hätten keine neue Kirche gründen, sondern diese von Fehlentwicklungen reinigen wollen und unter der Spaltung gelitten. Das in Zwingli-Jahr sehe er nicht als Anlass, diese herausragende Glaubensgestalt auf ein Podest zu stellen, vielmehr solle Gerechtigkeit als besonderes Anliegen des Reformators betont werden. Sowohl Zwingli als auch Calvin hätten nicht „individuellem Seelenheil“ den Vorrang gegeben, sondern der Frage, wie menschenwürdiges Leben in einer Gesellschaft aussehen müsse. Dazu gelte es neben konkreter Not auch auf Not verursachende Strukturen zu achten, so der Landessuperintendent.

Dieser gesellschaftspolitische Anspruch der Reformatoren ziehe sich nach den Worten Hennefelds bis in die Zeitgeschichte, zeigte sich im Widerstand gegen das NS-Regime ebenso wie im gegenwärtigen Einsatz gegen Neoliberalismus und für Flüchtlinge. Der Reformator Calvin selbst sei ein Vertriebener gewesen, der später dafür sorgte, dass in Genf – am Beginn der Neuzeit eine „Stadt der Flüchtlinge“ – die gelungene Integration der Aufgenommenen den Grundstein für den Wohlstand der Stadt legte. Hennefeld warnte auch vor einer politischen Instrumentalisierung von Begriffen wie den „christlichen Wurzeln Europas“. Die Reformierte Kirche stehe zum säkularen Staat, der auch anderen Wurzeln als den christlichen mit Wertschätzung begegnen und letzteren keine Dominanz einräumen solle. Hennefeld plädierte für eine christliche Spiritualität, „die sich nicht über andere erhebt“; antimuslimische Affekte würden meist einem verlorenen christlichen Selbstbewusstsein entspringen.

Elbs: Manche Fragen der Ökumene werden uns noch Jahrzehnte beschäftigen

Eine enge Zusammenarbeit der Kirchen im gesellschaftspolitischen und auch seelsorglichen Bereich befürwortete Bischof Benno Elbs in dem Journalistengespräch und zeigte sich positiv überrascht, wie gut diese Zusammenarbeit in der Schweiz gelinge. Sowohl in Zürich – etwa bei der von Katholiken und Reformierten gemeinsam getragenen „Bahnhofkirche“ oder im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beider Medienzentren – als auch in Genf etwa bei Krankenhaus- und Gefangenenseelsorge oder in der Flüchtlingsarbeit habe man auf der Schweizreise viel an „positivem ökumenischen Geist“ erlebt. Nach trennenden Elementen der Kirchen gefragt – die Frage des Frauenpriestertums oder der Anerkennung homosexueller Lebenspartnerschaften – antwortete Elbs: „In der Ökumene müssen wir auf das Gemeinsame schauen. Andere Fragen werden uns wahrscheinlich noch Jahrzehnte beschäftigen.“ Die katholische Kirche und die protestantischen hätten hier definitiv andere Zugänge, in welche Richtungen sich das entwickle, könne er nicht sagen.

Zugleich äußerte Elbs die Überzeugung, das Wirken der Kirchen und der Ökumene dürfe sich nicht auf rein Humanitäres beschränken, Religion sei mehr als nur Gesellschaftspolitik und solle mit ihren Symbolen auch öffentlich präsent sein. Ein „falsch verstandener Laizismus“ dürfe diese Dimension des Menschseins nicht ausblenden, „sonst kommt die Religion durch die Hintertür als Abgrenzungsmittel gegenüber anderen“, warnte der Feldkircher Bischof. Auch der auf Ebene des europäischen Integrationsprozesses sollten die christlichen Wurzeln des Kontinents nicht verleugnet werden, argumentierte Elbs gegen Hennefeld: „Ein Baum, dessen Wurzeln man abschneidet, geht ein.“ Besonders wies er auch auf das Martyrium als wesentliche Ebene der Ökumene hin. Heute gebe es weltweit rund 100 Millionen wegen ihres Glaubens verfolgte Christen, bei deren Bekenntnis zu Christus spielten Konfessionsgrenzen keine Rolle, betonte Elbs.

Zur Frage der Interkommunion, der gemeinsamen Teilnahme gemischtkonfessioneller Ehepaare an der Eucharistiefeier, erklärte Bischof Elbs, aus katholischer Sicht sei Eucharistie ein „Sakrament der Versöhnten“ nicht eines der Versöhnung – also Mittel zum Zweck voller Einheit. Wie auch die Unterschiede in der Frage kirchlicher Ämter sei dies ein im theologischen Diskurs zu klärendes Thema. Im Blick auf das praktische Leben als eine weitere Ebene der Ökumene plädiere er dafür, dass evangelische Ehepartner im Einzelfall die Kommunion empfangen können, sofern sie den Inhalten im Hochgebet der katholischen Kirche innerlich zustimmen können – eine Lösung, auf die sich auch die Deutsche Bischofskonferenz im Februar mit Dreiviertel-Mehrheit geeinigt hatten. Papst Franziskus hatte dies danach als Orientierungshilfe für Bischöfe gewürdigt, die in ihren Diözesen jeweils Regelungen treffen könnten, die „das Kirchenrecht schon jetzt erlaubt“.

Einen ausführlichen Reisebericht aus der Schweiz lesen Sie hier: https://evang.at

Fotos in Druckqualität finden Sie unter foto.evang.at
Verfasst am: 01.10.18, 10:42