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Titel: Oktober-SAAT: Offene Kirchen
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 10.10.2018

Warum immer mehr Gotteshäuser auch unter der Woche offen stehen

"Evangelische Kirchen haben doch immer geschlossen“ – einem weit verbreiteten Gerücht ist die SAAT für ihre Oktoberausgabe nachgegangen. Ein Gerücht, das so nicht stimmt, wie die Autoren der aktuellen Titelgeschichte beim Blick ins Land feststellen durften. Sie haben mit Pfarrerinnen, Pfarrern und Ehrenamtlichen in verschiedenen Bundesländern gesprochen und sich verschiedene Modelle angesehen: von der Kirche, die rund um die Uhr offen steht bis zur Gemeinde, die zu bestimmten Zeiten Passanten zum Kennenlernen ins Gotteshaus einlädt.

Im Portrait erfahren die LeserInnen der SAAT diesen Monat mehr über den neuen steirischen Superintendenten Wolfgang Rehner. Mit Frauen in kirchlichen Leitungspositionen beschäftigte sich ein Vernetzungstag in Wien Mitte September, die SAAT war dabei. Militärsuperintendent Karl Reinhart Trauner befasst sich in einem Beitrag mit einem kirchenhistorischen „Meilenstein“: der Einigung von Carnuntum vor 1700 Jahren, die wesentliche Weichen für die religiöse Toleranz im römischen Reich stellte. Und mit Sidney Lumets „Network“ aus dem Jahr 1976 empfiehlt Markus Veinfurter einen medienkritischen Klassiker für den nächsten Filmabend.

Das und vieles mehr gibt es wie immer in der „SAAT – Evangelische Zeitung für Österreich“, für 27 Euro im Jahr zu beziehen unter epv@evang.at oder online unter shop.epv-evang.at.
Verfasst am: 12.10.18, 08:54
Titel: Bischof Bünker: „Bin froh, dass Rechtsstaat funktioniert“
Autor: MB
Quelle: epdÖ vom 3.10.2018

Staatsanwaltschaft stellte Verfahren gegen Diakonie-Sozialexperten Riedl ein - Bünker: Besorgt, wenn Evangelische durch Behörden eingeschüchtert werden

„Als Bischof bin ich besorgt, wenn ein Mitglied der Evangelischen Kirche, das sich für Geflüchtete und ihre Rechte einsetzt, durch Behörden eingeschüchtert wird. Und ich kann nicht umhin, das als Einschüchterungsversuch zu betrachten, schließlich ist Amnesty International in diesem Fall aktiv geworden“
(Bischof Michael Bünker)

Anlässlich der Zurücklegung einer Anzeige gegen den Asyl-Experten der Diakonie Österreich, Christoph Riedl, durch die Staatsanwaltschaft zeigt sich der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker erleichtert: „Ich bin froh, dass unser Rechtsstaat funktioniert“, sagte Bünker in einer Stellungnahme gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Riedl, Leiter der Stabstelle für Asyl, Integration und Menschenrechte der Diakonie, war im Mai vom Bundesamt für Asyl und Fremdenwesen (BFA), das dem Innenministerium untersteht, wegen übler Nachrede und Beleidigung einer Behörde angezeigt worden, nachdem er die hohe Fehlerquote bei Entscheidungen im Asylverfahren durch das BFA öffentlich kritisiert hatte.

„Als Bischof bin ich besorgt, wenn ein Mitglied der Evangelischen Kirche, das sich für Geflüchtete und ihre Rechte einsetzt, durch Behörden eingeschüchtert wird. Und ich kann nicht umhin, das als Einschüchterungsversuch zu betrachten, schließlich ist Amnesty International in diesem Fall aktiv geworden“, sagte Bischof Bünker weiter. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte eine Fallanalyse gestartet – eine Maßnahme, die die NGO ergreift, wenn Personen, die sich für Menschenrechte einsetzen, in den Fokus der Behörden geraten („individuals at risk“). Der betreffende Fall wird dann beobachtet und genau dokumentiert. Allerdings kam es nicht mehr zum Abschluss der Fallanalyse, da die Staatsanwaltschaft die Anzeige bereits zuvor zurückgelegt hatte.

Bei Riedls Aussagen handle es sich um „rechtlich zulässige Kritik“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Nina Bussek, im Kurier. Im Ö1-Morgenjournal vom Mittwoch, 3. Oktober, meinte Riedls Anwalt: „Kritik darf nach der Judikatur des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte auch schockieren und verletzen, aber hier war die Kritik ja gar nicht so schockierend, sondern beruhte auf Zahlen und Fakten.“ Wolfgang Taucher, Leiter des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl, hatte erklärt, Riedl habe mit seinen Aussagen über die Behörde Grenzen überschritten.
Verfasst am: 05.10.18, 09:36