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Titel: 95 Thesen in neuem Licht
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 13.10.2017


Licht aus, Projektoren an: Langsam fährt ein Lichtstrahl quer die 95 Bänder hinab, die von der hohen Decke der Gustav-Adolf-Kirche in Gumpendorf hängen. Worte erscheinen. Dann werden einzelne Bänder von oben bis unten beleuchtet, während Lissie Rettenwander das Lutherlied "Verleih uns Frieden gnädiglich" mit Hilfe elektronischer Looptechnik in beeindruckender Weise interpretiert. Die absolute Stille geht über in ein erstauntes Raunen, da immer wieder neue Lichteffekte über die Thesen gleiten und es hält die fast 100 Besucher*innen nicht mehr auf ihren Plätzen. Sie stehen auf, gehen durch die Kirche. Zeigen hier und dort auf die Bänder. Dazu Dazu spielt Antonia Paljakka Flöte.

Die Besucher*innen lesen sich durch die 95 Thesen, wohl nicht vollständig, aber Satzstücke wie „45.Man muss die Christen lehren: Wer einen Bedürftigen sieht…“ oder „52.Nichtig ist die Heilszuversicht durch Ablassbriefe…“ oder „94.Man muss die Christen ermutigen…“ lesen sich bei dieser Atmosphäre ganz besonders eindringlich. „Hier steht die erste These“, flüstert ein Gast und deutet auf eines der vielen langen Bänder. „1.Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“, wollte er, dass das ganze Leben der Glaubenden Buße sei.“ Dann lösen Bläser die Flöte ab. Die festlichen Töne von Florian Hujer, Damir Matejas, Wilfried Nebenführ, Olli Paljakka gemeinsam mit Manfred Nebenführ an der Orgel untermalen die Lichtshow, die gute 50 Minuten lang laufend neue Formen an die 95 Thesen projiziert.

Auf eine gelungene Eröffnung am Donnerstag, 12. Oktober, kann das Organisationsteam rund um Pfarrer Michael Bickelhaupt und das Künsterler-Duo Ulrich Kaufmann und Sigrid Friedmann zurückblicken.

Und sie freuen sich schon auf die nächsten Events mit der Raum- und Videoinstallation:



Fr 20.Okt.- TAGEBUCHBLÄTTER DER KATHARINA VON BORA
verfasst und gelesen von der Schauspielerin Christine Sommer / musikalische Umrahmung: Duo “Fleuroque” (Ulrike Flörré - Laute, Christian Flörré - Orgelpositiv)

Fr 10.Nov. - UMWELTTHESEN BEI LUTHER
Bewahrung der Schöpfung ist Gottesdienst – der Evangelische Arbeitkreis für Umweltfragen in Wien setzt Luthers Thesen in Beziehung zum Umgang mit der heutigen Welt

Do 23.Nov - EVANGELISCHE JSB MUSIKSCHULE
Klassische Musik mit Solisten und Ensembles der Musikschule / Leitung: Laura Bradley

Mo 27.Nov. - SO PREDIGT GOTT DAS EVANGELIUM …
… auch durch die Musik. (M. Luther). Kompositionen für Flöte und Orgel (solo und im Duett) mit Wolfgang Breinschmid (Wiener Philharmoniker) und Carsten Paap (Vereinigte Bühnen Wien)

Di 28.Nov. - REFORMATIONSMUSIK MIT MODERNEN TÖNEN
Blechquartett und Orgel / Leitung: Yasuko Yamamoto

Di 5. Dez. - THESENVERSTEIGERUNG
Interessierte haben die Möglichkeit, einzelne Thesenbänder in einer Auktion zu erwerben

Wo: Gustav-Adolf-Kirche, Lutherplatz 1, 1060 Wien
Uhrzeit: jeweils um 19.30 Uhr

www.evang.wien.at/95Thesen(link is external)

Langsam fährt ein Lichtstrahl quer die 95 Bänder hinab, die von der hohen Decke der Gustav-Adolf-Kirche in Gumpendorf hängen

Finale der Projektion mit Mustern, die ineinander übergehen

Finale der Projektion mit Mustern, die ineinander übergehen

Betritt man die Kirche bei Dunkelheit, werden die Bänder durch eine Videoprojektion bespielt und die Schrift wird deutlich sichtbar.

Verfasst am: 16.10.17, 11:44
Titel: „Genug für alle“ – Schulkinder backen Brot mit Bischof Bünker
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 13.10.2017

Aktion von „Brot für die Welt“ zum Welternährungstag

Zum Brotbacken mit Schülerinnen und Schülern kam Bischof Michael Bünker am Donnerstag, 12. Oktober, in die Evangelische Volksschule am Karlsplatz. Ausgegangen war die Aktion von der Initiative „Brot für die Welt“, deren Schirmherr Bünker ist. „Es ist wesentlich, sich dem Thema Welternährung zu widmen und dafür Bewusstsein zu schaffen. Unsere Kinder müssen wissen, dass eigentlich genug für alle da ist“, sagte der Bischof mit Blick auf den Welternährungstag am Montag, 16. Oktober.

Mit dem gemeinsamen Backtag wolle man auch auf die Tatsache aufmerksam machen, dass nach jahrelangem Rückgang die Zahl der Hungernden zuletzt wieder gestiegen sei, so Georg Huttora von „Brot für die Welt“ im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst. „Heuer gibt es mit 815 Millionen wieder um 30 Millionen mehr hungernde Menschen als noch 2016“, erklärt Huttora und fügt hinzu: „Die Hauptgründe dafür sind klimatische Veränderungen im subsaharischen Afrika sowie kriegerische Konflikte. Aktuell wiegt vor allem die Hungersnot am Horn von Afrika schwer, von der 20 Millionen Menschen betroffen sind.“ Klimafaktoren würden auch in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen, ist Huttora überzeugt. Es gehe dabei nicht nur um Dürre: „Auch Starkregen richtet großen Schaden an, wenn er frisch gesetztes Saatgut einfach wegspült.“

Wenn auch die Zahl derer, die zu wenig zu essen haben, langfristig zurückgehe, sei mit so genanntem „stillen“ oder „versteckten Hunger“ doch ein weiteres großes Problem gegeben. Dabei handelt es sich um den qualitativen Mangel an Nahrung, das Fehlen von Mikronährstoffen wie Vitamin A, Jod oder Eisen. Davon sind nach Zahlen der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO 2,5 Milliarden Menschen weltweit betroffen.

„Mit der Backaktion wollen wir die Kinder schon früh für das Thema Ernährung sensibilisieren“, betont Huttora. Die Schülerinnen und Schüler sollten auch die Lebensrealität von Kindern in anderen Ländern kennenlernen. Denn auch wenn die Zahl der hungernden Kinder in den letzten Jahrzehnten global ebenfalls im Rückgang begriffen sei, gelte das nicht für alle Weltgegenden gleichermaßen. Eine negative Entwicklung ist wiederum vor allem in Afrika zu sehen. Laut FAO sind weltweit 160 Millionen Kinder zu klein für ihr Alter, weil sie nicht genug zu essen haben.

Bewusstsein müsse auch für die wachsende Verschwendung von Lebensmitteln in Österreich erzeugt werden: „Hierzulande landet jährlich Essen im Wert von 2 Milliarden Euro im Müll. Hier arbeiten wir eng mit dem FoodFirst Informations- und Aktionsnetzwerk FIAN zusammen, um das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen“, schildert Huttora die Maßnahmen von „Brot für die Welt“.

„Brot für die Welt“ ist eine Aktion der Evangelischen Kirche in Österreich, die sich seit 2011 in Entwicklungsfragen engagiert und Hilfsprojekte fördert. Weltweit ist die Aktion in 22 Ländern in Afrika, Asien, Europa sowie Mittel- und Südamerika in den Bereichen Ernährung, Inklusion, Bildung, Frieden und Förderung von Frauen tätig. Im Jahr 2016 flossen rund 1,8 Millionen Euro in Projekte, rund 40 Prozent davon kamen aus Spenden.
Verfasst am: 16.10.17, 11:42