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Titel: Evangelische Kirche wehrt sich gegen Waldhäusl-Vorwürfe
Autor: MB
Quelle: www.kathpress.at vom 7.5.2018

Diakonie-Direktor Chalupka und Synodenpräsident Krömer weisen Kritik des niederösterreichischen Landesrates an Caritas und Diakonie zurück - Chalupka: NGOs vielmehr "Seismographen sozialer Verwerfungen, die Brände löschen, wo sie ausbrechen"

Vertreter der Evangelischen Kirche setzten sich gegen die Kritik des niederösterreichischen Integrations- und Sicherheitslandesrats Gottfried Waldhäusl an Caritas und Diakonie zur Wehr. Dieser hatte kürzlich in einem "Standard"-Interview behauptet, Diakonie und Caritas mit Aufgaben wie Rückkehrberatung für Asylwerber zu betrauen sei, "wie kleine Kinder mit Feuer spielen zu lassen", denn die beide NGOs würden sich "aktiv für Asylwerber einsetzten". Dem hielt Diakonie-Direktor Michael Chalupka nun entgegen: NGOs seien vielmehr "Seismographen sozialer Verwerfungen, die Brände löschen, wo sie ausbrechen". Mit Unverständnis reagierte auch der Synodenpräsident der Evangelischen Kirche, Peter Krömer, auf die Vorwürfe.

Die Diakonie hat österreichweit 9.000 haupt- und tausende ehrenamtliche Mitarbeiter, die in der Jugendlichenbetreuung, in Kindergärten, für alte sowie behinderte Menschen tätig sind. Diese hätten "Respekt verdient", sagte der Diakonie-Direktor am Sonntag im Interview mit dem "Standard". Bisher würden beide NGOs "mit den Behörden und Politikern österreichweit auf Augenhöhe arbeiten. Das sollte man nicht gefährden". Das Hilfswerk habe Waldhäusl anlässlich seines Amtsantritts als Landesrat im März "eingeladen, sich unsere Arbeit anzusehen". Bisher habe der Politiker allerdings nicht reagiert.

Für Chalupka ist die Hilfe für Flüchtlinge nicht verhandelbar: "Es ist ein Auftrag aus dem Evangelium, für Menschen in Not da zu sein und sie zu unterstützen. Also auch Asylsuchende." Bei deren Beratung würden Diakonie-Mitarbeiter "von Anfang an auf Perspektivenabklärung setzen, auf dass die Flüchtlinge ihre Situation realistisch einschätzen können".

Synodenpräsident weist Kritik zurück

Mit Unverständnis reagierte auch der Synodenpräsident der Evangelischen Kirche, Peter Krömer, auf die Angriffe Waldhäusls. Die "schweren Vorwürfe" gegen Mitarbeiter der Hilfsorganisationen bezeichnete er in einem Brief an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und die Mitglieder der NÖ-Landesregierung als "nicht begründet" und wies sie "aufs schärfste zurück".

Krömer erinnerte an den biblischen Befund, diakonisches Handeln an Fremden gehöre essentiell zu den Aufgaben jeder Kirche. Wenn der Landesrat auf das aktive Engagement von Diakonie und Caritas für Asylwerber hinweise, werde damit bestätigt, "dass die evangelischen Kirchen in Österreich, aber auch die römisch-katholische Kirche ihrem Auftrag gemäß der Heiligen Schrift nachkommen".

Angesichts der Ausführungen des Landesrates stelle sich die grundsätzliche Frage, ob seitens der niederösterreichischen Landesregierung "in einer pluralistischen Gesellschaft diakonisches Handeln der evangelischen Kirchen in Österreich noch erwünscht ist", so der Synodenpräsident.

Die Diakonie betreibt Rechtsberatung für Flüchtlinge im Asylverfahren. In der Rückkehrberatung selbst ist sie im Unterschied zur Caritas nicht tätig.
Verfasst am: 08.05.18, 13:31
Titel: Universität Wien: Schau zeigt persönliche Dimensionen der Shoah
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 2.5.2018

Wanderausstellung der internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

Eine aktuelle Ausstellung an der Universität Wien widmet sich der Frage, wie die Shoah, die Verfolgung und Vernichtung von Millionen Jüdinnen und Juden unter dem Nationalsozialismus, menschlich möglich sein konnte. Dabei handelt es sich um die erste Wanderausstellung der internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Laut Kuratoren erzähle die Schau „die gesamte Geschichte der Shoah“. Sie nehme sich der wichtigsten geschichtlichen Aspekte an, zeige aber auch persönliche Geschichten und lasse Zeitzeugen zu Wort kommen. Die Ausstellung gehe damit über die chronologische Abfolge der Ereignisse hinaus und thematisiere auch „die jüdische Reaktion auf die Shoah, die Haltung der Mehrheit der Menschen und die ‚Gerechten unter den Völkern‘“. Dabei handelt es sich um einen vom israelischen Staat geschaffenen und von Yad Vashem verliehenen Ehrentitel für nichtjüdische Menschen, die sich während des Zweiten Weltkriegs für die Rettung von Jüdinnen und Juden einsetzten.

Die Museumsabteilung der israelischen Gedenkstätte hat 19 der im Bibliotheksgang aufgestellten Schautafeln entwickelt, vier Tafeln mit konkretem Österreich-Bezug wurden unter der Leitung der Wiener ZeithistorikerInnen Brigitte Bailer-Galanda und Oliver Rathkolb erarbeitet. Zu sehen ist die Ausstellung „Shoah – Wie war es menschlich möglich?“ noch bis 30. Juni, Montag bis Freitag 8 bis 22 Uhr und Samstag/Sonntag 8 bis 19 Uhr im Hauptgebäude der Universität Wien. Der Eintritt ist frei.
Verfasst am: 03.05.18, 13:10