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Titel: 350.000 Besucher bei der „Langen Nacht der Kirchen“
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 14.6.2017

Reformationsjubiläum im Fokus

Rund 350.000 Menschen haben nach Schätzungen der Veranstalter am Freitagabend, 9. Juni, an der bundesweiten „Langen Nacht der Kirchen“ teilgenommen. In 650 Kirchen, Klöstern und Pfarrzentren in ganz Österreich wurde bis in die späten Nachtstunden ein vielfältiges Programm aus Kirchenführungen, Lesungen, Tanz und Konzerten geboten.

Diskussionen und Ausstellungen griffen auch sozial-, kirchen- und gesellschaftspolitische Themen auf. Insgesamt konnten die BesucherInnen des ökumenischen Großereignisses bei freiem Eintritt aus mehr als 2700 Einzelveranstaltungen wählen.

Einen deutlichen Akzent setzte die von den im Ökumenischen Rat der Kirchen vertretenen christlichen Konfessionen gemeinsam organisierte Kirchennacht erneut zur Unterstützung der verfolgten Christen weltweit. Zum Auftakt der Kirchennacht führte Kardinal Christoph Schönborn den Schweigemarsch von „Christian Solidarity International“ für die Opfer religiöser Gewalt und Verfolgung durch die Wiener Innenstadt an. „Wir demonstrieren nicht, sondern erinnern daran, wie viele Christen weltweit verfolgt werden, aber auch, wie viele andere Menschen unter Gewalt leiden. Und wir beten für den Frieden und für Gerechtigkeit“, sagte Schönborn. In der Steiermark wurde an allen Veranstaltungsorten um 22 Uhr zeitgleich ein stilles Gedenken für all jene Menschen abgehalten, die wegen ihres Glaubens verfolgt oder diskriminiert werden.

Beim Eröffnungsgottesdienst in der vollen Augustinerkirche, den Kardinal Schönborn gemeinsam mit Bischof Michael Bünker gestaltete, drückte der Kardinal seine Hoffnung aus, dass „die ‚Lange Nacht‘ mehr als ein bloßes Event, ein wichtiges Stück auf dem Glaubensweg“ sein möge. Im Fokus zahlreicher Programmpunkte stand heuer das Reformationsjubiläum. Dass dieses in Österreich „sehr gut“ wahrgenommen werde, unterstrich Bischof Bünker beim „Late Night Talk“ zum Thema „500 Jahre Reformation“ gemeinsam mit Kardinal Schönborn in der Kirche St. Johann Nepomuk in Wien-Leopoldstadt. Beide sprachen sich dort für mehr Erkennbarkeit im gesellschaftlichen Einsatz der Kirchen aus. Ein gemeinsames Zeugnis sei angesichts von neonationalistischen Tendenzen, der wachsenden Fremdenfeindlichkeit oder der immer weiter aufgehenden sozialen Schere nötig. Bünker wies dabei auf den besonderen Umgang der Ökumene mit Vielfalt hin. Im innerchristlichen Dialog gehe es nicht um das Beschwören einer Einheit, sondern um das Erkennen, dass Unterschiede „uns nicht mehr trennen, sondern auch bereichern können“. Der Klimawandel, aktuelle Hungerkrisen und die Notwendigkeit eines nachhaltigeren Lebensstil sind laut Bünker eine „enorme spirituelle Herausforderung“, denn: „Alle haben das Gefühl, das würde bedeuten, dass es mir dann schlechter geht, und bauen deshalb Blockaden auf.“ Christlicher Glaube könne vor Abstiegsängsten bewahren, helfe Unsicherheiten auszuhalten und bringe Erlösung für eine Auffassung des Lebens „als letzte Gelegenheit“, die sich nur an Karriere, Gehalt und Pensionsanspruch orientiere. Der Reformator Martin Luther habe mit seiner Soziallehre wichtige Impulse dafür gegeben, sich keine „Sachzwänge“ einreden zu lassen.

Im Museumsquartier in Wien lud das Bibelzentrum zum Besuch der Ausstellung „Bibel und Reformation“. In Innsbruck wurde der Dialog auch auf nicht-christliche Religionen ausgeweitet. Ein Höhepunkt des „Abends der Religionen“ in der evangelischen Auferstehungskirche war eine Erklärung der Israelitischen Kultusgemeinde zum jüdischen Sabbat und der Islamischen Religionsgemeinschaft zum muslimischen Fastenbrechen.

Dass auch die „Wohlfühlstadt“ Wien versteckte und offene Armut kennt, wurde bei einer Diskussion in der Reformierten Stadtkirche deutlich. Vertreterinnen der „Bettellobby“ und der Initiative „Sichtbar werden“ – beide Teil der Armutskonferenz – sowie der „Kurier“-Journalist Uwe Mauch sprachen über das Thema „Armut in Wien“. Der Tenor: Das soziale Klima wird rauer, die Gesetze gegen das Betteln rigider, die Nächstenliebe im christlich geprägten Österreich bleibt oft sehr lückenhaft.

Allein in Wien wurden bei der bereits 13. Auflage der „Langen Nacht der Kirchen“ 150.000 BesucherInnen in den Gotteshäusern der verschiedenen Konfessionen gezählt. Hauptbesuchermagnet waren einmal mehr die zahlreich geöffneten Innenstadtkirchen und hier vor allem der Stephansdom. Dompfarrer Toni Faber sprach von rund 40.000 Besuchern in der „Langen Nacht“.

400 Stunden buntes Abendprogramm wurden in ganz Oberösterreich geboten: Mehr als 70 Kirchen, Klöster, Kapellen und kirchliche Einrichtungen von neun christlichen Konfessionen öffneten ihre Türen und luden zu mehr als 300 Veranstaltungen ein. Beim ökumenischen Gottesdienst zu Beginn der „Langen Nacht“ im Linzer Mariendom, den Diözesanbischof Manfred Scheuer, der evangelische Superintendent Gerold Lehner, der methodistische Pfarrer Martin Siegrist und der serbisch-orthodoxe Erzpriester Dragan Micic gestalteten, zeichnete Lehner in seiner Predigt das Bild von der besonderen Wirkung der Nacht als „Ort Gottes, des Staunens, des Ausatmens, des Einschwingens und des Loslassens“.

In der Grazer Heilandskirche machte man sich in der „Langen Nacht“ Gedanken, was „typisch evangelisch“ sei, von Johann Sebastian Bach beginnend bis zu originalen Luther-Texten, stimmgewaltig präsentiert von Schauspieler Gerhard Ernst. „Geh aus mein Herz und suche Freud“ erklang unweit in der Stadtpfarrkirche, wo Superintendent Hermann Miklas und Stadtpfarrpropst Christian Leibnitz unter dem Motto „Sing mit!“ Lieder aus der evangelischen, katholischen und ökumenischen Tradition vorstellten.

Die nächste „Lange Nacht der Kirchen“ wird am 25. Mai 2018 stattfinden.
Verfasst am: 19.06.17, 11:55
Titel: Kirchentage im Zentrum von Graz und Linz
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 7.6.2017

Gustav-Adolf-Feste und diözesane Kirchentage im Zeichen des Reformationsjubiläums

Der Fronleichnamstag ist innerhalb der Evangelischen Kirche in Österreich den Gustav-Adolf-Festen beziehungsweise Evangelischen Kirchentagen gewidmet, so auch in diesem Jahr. Am 15. Juni kommen zahlreiche evangelische Christinnen und Christen in den einzelnen Diözesen zusammen, wo sie ein spannendes und vielfältiges Programm erwartet. Die Kirchentage in Graz und Linz stehen heuer ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums 2017.

Die Evangelischen Kirchen in Österreich feiern heuer gemeinsam 500 Jahre Reformation. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten in der Steiermark ist der Evangelische Kirchentag, der am Donnerstag, dem 15. Juni, von 9 bis 16.30 Uhr auf dem Grazer Mariahilferplatz und im Kulturzentrum der Minoriten begangen wird. „Wir erwarten zum Kirchentag ca. 800 Evangelische aus der ganzen Steiermark. Das Fest steht unter dem Motto ‚Du gibst meinen Schritten weiten Raum‘. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die hohen Feierlichkeiten nicht nur auf dem Mariahilferplatz, sondern auch in einer katholischen Institution, dem Kulturzentrum der Minoriten – als Zeichen der ökumenischen Verbundenheit – stattfinden werden“, sagt Helga Rachl von der Evangelischen Kirche in der Steiermark.

Der Kirchentag beginnt mit einem Festgottesdienst. Superintendent Hermann Miklas feiert gemeinsam mit Superintendentialkurator Michael Axmann und einem Team von Gottesdiensthelfern unter freiem Himmel auf dem Mariahilferplatz. „Gemeinsam mit allen Festgästen wird es eine Abendmahlsfeier geben, was sonst bei so großen Veranstaltungen nicht üblich ist. Dazu werden 36 HelferInnen vor Ort sein. Die musikalische Begleitung gestaltet unser Diözesankantor Thomas Wrenger gemeinsam mit dem Bläserchor der evangelischen Heilandskirche und steirischen Chören aus den Pfarrgemeinden. So tragen – in evangelischer Tradition – viele Ehrenamtliche aus den unterschiedlichsten Regionen zum Gelingen dieses Großevents bei“, betont Superintendentialkurator Michael Axmann.

Gleich im Anschluss findet dann der ökumenische Festakt unter anderen mit Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Landtagspräsidentin Bettina Vollath, Vertretern der Stadt und Bischof Wilhelm Krautwaschl (Diözese Graz-Seckau) statt. Superintendent Miklas freut sich auf „die feierliche Enthüllung des Gedenksteines, der ein positives Zeichen für den gemeinsamen historischen Weg der beiden Kirchen in der Steiermark darstellt.“ Um 14 Uhr gibt es im großen Minoritensaal das Festkonzert mit dem deutschen christlichen Liedermacher Manfred Siebald. Zusätzlich wird ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten, etwa Führungen in der neuen Ausstellung „Ein Hammerschlag – 500 Jahre evangelischer Glaube in der Steiermark“ im Museum für Geschichte (Sackstraße 16, 8010 Graz).

Auch in Oberösterreich ist der Evangelische Kirchentag am 15. Juni die zentrale Veranstaltung im Reformationsjubiläumsjahr. Geplant sei ein großes und lebendiges Fest der Verbundenheit im Glauben, zu dem die Evangelische Kirche Oberösterreichs alle einlädt, die sich ihr verbunden fühlen. Der Tag beginnt ab 8.00 Uhr bei der Martin-Luther-Kirche im Zentrum von Linz mit Kaffee. Um 9.30 Uhr folgt der Festgottesdienst am Domplatz, der unter dem Motto „Ihr seid ein Brief Christi!“ steht. Zeitgleich findet in der Martin-Luther-Kirche ein Kindergottesdienst statt.

Der Nachmittag steht im Zeichen festlicher Vielfalt: Beim, im und um das Landhaus wird gefeiert mit Musik, Kabarett, Gesprächen, Diskussionen, Vorträgen und vielem mehr. Das Programm bietet geistige Impulse genauso wie Spiel und Spaß für alle Generationen. Auch für kulinarische Abwechslung ist gesorgt. Zum Abschluss des Tages spielt ab 19.30 Uhr die „Outbreak-Band“.

Mit einem vielfältigen Programm begeht die evangelische Pfarrgemeinde Mitterbach anlässlich „500 Jahre Reformation“ das niederösterreichische Gustav-Adolf-Fest. Beginn ist um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst im Festzelt. Neben dem Festvortrag werden auch Literarisches mit musikalischer Umrahmung, ein Konzert des MGV Alpenland, ein Musikcafé, Aktivitäten aus der Region, Informationsstände, Jubiläumssondermarken, die Ausstellung GLAUBENS:REICH sowie Unterhaltung für Kinder geboten.

Das Gustav-Adolf-Fest der Diözese Salzburg und Tirol beginnt um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in Hallein, es predigt Oberkirchenrätin Ingrid Bachler. Bei dem Gottesdienst, der musikalisch vom Chor der evangelischen Kirche Hallein gestaltet wird, spricht Landeshauptmann Wilfried Haslauer ein Grußwort. Am Nachmittagsprogramm stehen neben Clownin Petra Riffel Volkstanz, offenes Singen und Angebote für Kinder. Den Abschluss bildet eine ökumenische Andacht mit Erzbischof Franz Lackner.

Das Kärntner Gustav-Adolf-Fest findet heuer in Ferndorf statt und beginnt um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst. Höhepunkt des diesjährigen Festes ist die Uraufführung des Theaterstücks „Hundskirche“ von Peter Wassertheurer um 14 Uhr. Der Tag endet mit dem Reisesegen um 16 Uhr.

Das Wiener Gustav-Adolf-Fest (Evangelischer Kirchentag) wird in der Pfarrgemeinde Innere Stadt gefeiert in Zusammenarbeit mit der Schwedischen Gemeinde in Wien. Es stellt den Namensgeber des Gustav-Adolf-Vereins, König Gustav Adolf II., und die Schweden in Wien in den Mittelpunkt. Beginn ist um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst, es predigt Prälatin Gabriele Wulz, neue Vorsitzende des Gustav-Adolf-Werks Deutschland. Zu Mittag gibt es ein Matinéekonzert. Am Nachmittag stehen ein schwedisch-österreichischer „Sing & Dance Along“ mit KirchenmusikerInnen sowie Vortrag und Diskussion über „Gustav Adolf II. und Martin Luther“ am Programm.

Unter dem Motto „Mit meinem Gott springe ich über Mauern“ bietet das Gustav-Adolf-Fest im burgenländischen Oberschützen ein reichhaltiges Programm, zu dem die Veranstalter rund 2000 Gäste erwarten. Beim Festgottesdienst am Vormittag wird Bischof Michael Bünker predigen, für Kinder und Jugendliche werden eigene Gottesdienste angeboten. Am Nachmittag erwartet die Gäste ein Vortrag von Universitätsprofessor Paul M. Zulehner, eine Theateraufführung mit dem Theateratelier Friedl Gamerith, ein Konzert mit dem Unterstufenchor und Instrumentalisten des Evangelischen Wimmer-Gymnasiums, Führungen im Wimmer-Museum, im Ort Oberschützen sowie eine Rundfahrt durch die Tochtergemeinden. Abgeschlossen wird der Tag mit der Aufführung eines Singspiels für Kinder über den Turmbau zu Babel im Rahmen einer Schlussandacht.
Verfasst am: 07.06.17, 14:02