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Titel: NÖ: Vikarin startet Predigtreihe in katholischen Kirchen
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 30.5.2018

Dace Dislere-Musta: Will nicht nur für Ökumene Sensibilisierte erreichen

Mit einer Predigtreihe in römisch-katholischen Pfarrgemeinden im Waldviertel will die evangelisch-lutherische Vikarin Dace Dislere-Musta die ökumenischen Beziehungen in Niederösterreich verbessern. Dislere-Musta, seit 2015 Vikarin in der Pfarrgemeinde Gmünd-Waidhofen an der Thaya, hat die Predigtreihe im Rahmen ihrer Ausbildung zur Pfarrerin entworfen, ein erster Termin führte sie am 27. Mai in die katholische Pfarrkirche St. Stephan am Gmünder Stadtplatz.

„Für viele war diese Art der Predigt – etwas länger, emotionaler, und mit größerem Bezug zum Alltagsleben – etwas Neues“, schilderte die gebürtige Lettin im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst die Resonanz durch die BesucherInnen des katholischen Gottesdienstes. Es sei wohl das erste Mal gewesen, dass in Gmünd in einer „normalen“ katholischen Messe eine Evangelische gepredigt hätte, meinte Dislere-Musta. Die Intention, die sie mit der Predigtreihe verbinde, sei daher eine dreifache: Sie wolle die „üblichen Gottesdienstbesucher“ erreichen und nicht nur die schon für die Ökumene Sensibilisierten; zudem gehe es ihr darum, unterschiedliche Zugänge aufzuzeigen und die Aktualität der Ökumene zu betonen In ihrer Predigt in der Pfarrkirche St. Stephan nahm die Vikarin, die unmittelbar vor ihrer Ordination am Sonntag, 10. Juni, in Waidhofen an der Thaya steht, daher auch auf die besondere ökumenische Situation des Gottesdienstes Bezug: „Es gibt Unterschiede und Widersprüche, die vielleicht weiter bestehen werden. Und doch sind wir mit allen anderen Getauften als Christinnen und Christen verbunden.“

Weitere Termine der Reihe: Sonntag, 1. Juli in St. Jakobus in Aigen, Sonntag 29. Juli in der Herz-Jesu-Pfarre in Gmünd-Neustadt, und Sonntag, 5. August in der Stadtpfarrkirche Schrems.
Verfasst am: 04.06.18, 13:14
Titel: 150.000 Besucher bei Langer Nacht der Kirchen
Autor: MB
Quelle: www.orf.at vom 26.5.2018

Die diesjährige „Lange Nacht der Kirchen“ hat am Freitagabend rund 350.000 Besucherinnen und Besucher angezogen - allein 150.000 in Wien. Besucher-Hotspot war einmal mehr der Wiener Stephansdom.

Die 14. Auflage bot in Wien 350 Konzerte und 150 Führungen. Ein besonderer Anziehungspunkt war der Wiener Stephansdom, in dem 40.000 Besucher gezählt wurden. Mehr als 1.500 Besucherinnen und Besucher wurden etwa von der Caritas bei der Kapuzinerkirche in der Wiener Innenstadt begrüßt, wo man eine warme Suppenkostprobe aus dem „Canisibus“ bekam. Erstmals war auch die „Diakonie Eine Welt“, die Hilfsorganisation der evangelischen Kirche, bei der Aktion dabei.
„Offene Kirchen sind ein Zeichen dafür, dass die Kirche offen ist für die Menschen. Das ist ihre Bestimmung und ihr Zweck“, sagte Kardinal Christoph Schönborn der Kathpress. „Für mich ist diese Nacht der offenen Kirchen ein starkes Zeichen - am liebsten wäre mir, wenn die Kirchen einfach immer offen wären.“

Der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) bezeichnete die „Lange Nacht der Kirchen“ als einen „der schönsten Tage im Jahr mit vielen Überraschungen“. Die Vermittlung des Reichtums der christlichen Kirchen strichen auch der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) sowie der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld hervor.
Bereits Tradition hatte auch die Erinnerung an verfolgte Christen zum Auftakt der „Langen Nacht“. Kardinal Schönborn stellte sich wie im Vorjahr an die Spitze eines Schweigemarsches durch die Wiener Innenstadt, bei dem heuer an die 21 vom IS ermordeten koptischen Christen in Ägypten erinnert wurde.

Schönborn und der evangelische Bischof Michael Bünker sprachen mit dem Historiker Oliver Rathkolb 100 Jahre nach Gründung der Republik Österreich über „Eine Geschichte mit Brüchen und Verfehlungen“.

„Die Versöhnung geht nur über Wahrheit und Gerechtigkeit“, meint Bischof Bünker im Gespräch, Kardinal Schönborn sieht die Kirchen für die künftige Migrationsgesellschaft gut gerüstet. Die Staatsform wäre für Christen nicht wichtig, denn auch Kirchen hätten gelernt, dass es um eine freie Kirche in einem freien Staat ginge. Oliver Rathkolb sieht Kirchen heute demokratischer als traditionelle Parteien.
Verfasst am: 29.05.18, 10:13