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Titel: Norman Tendis über nachhaltiges Investment der Kirchen
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 16.5.2018

Kärntner Pfarrer auf UN-Einladung in der Schweiz

Der Kärntner Pfarrer und Verantwortliche für das kirchliche Projekt „Wirtschaft im Dienst des Lebens“ (WIDL) Norman Tendis, hat auf Einladung des UN-Umwelt-Programms UNEP als Vertreter des Ökumenischen Rats der Kirchen (WCC) an einem Expertengipfel im Schweizer Baar teilgenommen. Bei einer Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Tagung Ende April präsentierte Tendis das Programm NIFEA („Neue internationale Finanz- und Wirtschaftsarchitektur“) des Ökumenischen Rats der Kirchen und stellte den neuen Nachhaltigkeitsleitfaden der Evangelischen Kirche A.u.H.B. vor. Im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst betonte Tendis die Rolle, die Österreich im WCC in Sachen Nachhaltigkeit spielt: „In Österreich ist eine überarbeitete Fassung von dem Entwurf des Leitfadens, den wir mit Wirtschaft im Dienst des Lebens erarbeitet haben, inzwischen der offizielle Nachhaltigkeitsleitfaden unserer Kirche geworden. Beim Weltkirchenrat hat der Erstentwurf einige internationale Feedbackschleifen durchlaufen und hat noch eine ganz andere Form bekommen.“ Er werde nun als Teil des Begleitprogramms für NIFEA implementiert. Das Programm soll laut Angaben des WCC „die gegenwärtige, unregulierte Marktwirtschaft und die ungerechten Finanzstrukturen durch eine Wirtschaft des Lebens ersetzen, in der Gottes gesamte Schöpfung wertgeschätzt wird.“

Bei dem Gipfel in der Schweiz diskutierten Fachleute und VertreterInnen der Industrie, wie sie die von den Vereinten Nationen gesetzten Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) und die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens erreichen könnten. Einen Aspekt der Debatte bildete dabei die Frage nachhaltiger Finanzinvestments. Dazu Tendis: „Für mich persönlich war es spannend, wie sich die Investment-Guidelines der Kirchen von einem negativen Ausschlussverfahren, z.B. nicht in Waffen und Pornografie zu investieren, inzwischen verlagert haben zu dem Gedanken: Wo wollen wir, dass unsere Investitionen einen positiven Einfluss in unserer Welt haben.“ Gleichzeitig sieht der Pfarrer hier sowohl auf der internationalen Ebene als auch für Österreich noch viel Potential, „genauso wie in den vielen alternativen Finanzdienstleistungsmodellen, die man als Gemeinde und Kirche selbst praktizieren kann.“ Er sei auch sehr gespannt darauf, welche Antworten die Kirchen auf die Praxis eines islamischen Bankwesens geben könnten, das im Rahmen des Gipfels ebenfalls vorgestellt wurde.
Verfasst am: 17.05.18, 13:37
Titel: David Bowies „Lazarus” am Wiener Volkstheater
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 16.5.2018

Österreichische Erstaufführung unter Regie von Miloš Lolić

New York: Ein Loft in der 2nd Avenue in Manhattan. Am Boden zwischen Gin und „Lucky Charms“ ringt Thomas Jerome Newton mit seiner Einsamkeit. Er sieht fern und vermeidet den Kontakt zur Außenwelt. Nur seine Assistentin ist gelegentlich bei ihm und muss hilflos seinem tragischen Ringen mit verlorener Herkunft, Liebe und Hoffnung zusehen: Ein in einer fremden Welt Gestrandeter, der noch einmal aufbrechen will. Mit einer Rakete zum Himmel. Kann es gelingen von der Dunkelheit zum Licht zu gelangen? Er ist bereit dazu: “Look up here, I`m in heaven“.

Mut bewies das Volkstheater Wien am Mittwoch, 9. Mai, in der österreichischen Erstaufführung des Musicals „Lazarus“ von David Bowie und Enda Walsh. Der fortgeschriebene dramatische Stoff des einsamen heimatlosen Wanderers im Film „The Man Who Fell to Earth“ (1972), in dem der Ausnahmekünstler David Bowie (1947-2016) die Hauptrolle spielte, ist eine große Herausforderung an Inszenierung, Darstellung, Musik und Bühnenbild. Das Stück war 2015 in New York uraufgeführt worden.

Der Regie von Miloš Lolić gelingt es jedoch, einen tragenden Handlungsstrang zu finden, der über ein musikalisches Requiem hinausgeht und Stationen eines Musikerlebens genauso wie existentielle Fragestellungen inszeniert, verbindet und reflektiert. Es sind Fragen des Leidens, Sterbens und der Hoffnung über den Tod hinaus, die mit der titelgebenden Figur des auferweckten Lazarus umrissen sind. In Lazarus findet Bowie sein letztes Alter Ego nach Ziggy Stardust oder Aladdin Sane. Der irische Regisseur Enda Walsh, der mit Bowie das Stück schrieb und dabei lange Gespräche mit dem schwer kranken Musiker in seinen letzten Lebensjahren führte, erinnert sich: „Wir sprachen über einen sterbenden Menschen und die Augenblicke vor seinem Tod, was in seinem Kopf vorgehen könnte und wie man so etwas auf der Bühne inszenieren könnte…“ Die Musik, Erinnerungen und Fragen der Hoffnung in aller Ruhelosigkeit des Lebens und Sterbens abseits von Erfolg und Bühne werden dann auch zu tragenden Angelpunkten des Stückes.

Die zweistündige Neuinszenierung dieser existentiellen Zeit- und Lebensreise mit den großen Hits und eindringlichen Songs Bowies („Heroes“, „Love is lost“, „Changes“, „Absolute Beginners“ und andere), getragen von einem ausdrucksstarken Bühnenbild, lässt das Publikum mit wiederholtem Applaus während und am Ende der Vorstellung danken.

Volkstheater Wien, Österreichische Erstaufführung „Lazarus“ Musical von David Bowie und Enda Walsh nach dem Roman The Man Who Fell To Earth von Walter Tevis

Regie Miloš Lolić

Deutsch von Peter Torberg

Die nächsten Spieltermine : Freitag 18. Mai 19.30, Samstag 19. Mai 18.00, Sonntag 20. Mai 19.30, Donnerstag 24. Mai 19.30
Verfasst am: 17.05.18, 13:36