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Titel: Website „evang.at/wahlen“ ist online
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 26.7.2017

Gemeindevertretungswahlen 2018: Erste Materialien zum Download

Auch wenn noch rund neun Monate Zeit ist: Die Vorbereitungen zur Gemeindevertretungswahl im April 2018 haben längst begonnen: Mit Wochenbeginn nun ist die Website zur Wahl online gegangen. Unter www.evang.at/wahlen finden sich erste Materialien zur Wahl: die Logos für die Wahl zum Download, Unterrichtsentwürfe, Textbausteine und vieles mehr.

Bemerkenswert ist die ständig wachsende Rubrik „FAQ“: Hier werden die Fragen, die aus den Gemeinden kommen, beantwortet. Alle Anmerkungen und Fragen zur Gemeindevertretungswahl 2018 sind an die Abteilung Kirchenentwicklung zu richten. „Aus diesen Fragen und Antworten stellen wir unsere Übersicht zu den ‚FAQ‘ zusammen“, berichtet die Oberkirchenrätin für Kirchenentwicklung, Gerhild Herrgesell, in der August-SAAT. Herrgesell und die Abteilung Kirchenentwicklung sind für die Gemeindevertretungswahlen zuständig. Herrgesell, selbst Gemeindevertreterin und Presbyterin, weist in dem Gespräch mit der SAAT auch darauf hin, dass jetzt die Zeit sei, um Kandidatinnen und Kandidaten zu finden: „Erfahrungsgemäß dauert es ein wenig, um ausreichend Menschen anzusprechen und als KandidatInnen zu gewinnen“, so Herrgesell in der SAAT.
Verfasst am: 27.07.17, 08:43
Titel: Bünker: Reformation brachte Transformation in Kirche und Welt
Autor: MB
Quelle: www.kathpress.at vom 22.7.2017

Evangelischer Bischof bei "Ouverture spirituelle" der Salzburger Festspiele über das Neue bei Luther: Rechtfertigungslehre stellte Menschen unmittelbar vor Gott ohne jede Vermittlungsbedürftigkeit durch kirchliche Institutionen

Mit der Reformation ist ein gesamtgesellschaftlicher Transformationsprozess eingeleitet worden, der im Verhältnis der beteiligten christlichen Kirchen erst jetzt zu einem Ende gekommen ist. Darauf hat der evangelische Bischof Michael bei den "Desputationes" im Rahmen der "Ouverture spirituelle" der Salzburger Festspiele am Samstag hingewiesen. Erst 2016 konnten Lutheraner und Katholiken verbindlich auf Weltebene gemeinsam feststellen, "dass sie und die Gemeinschaften, in denen sie ihren Glauben leben, zu dem einen Leib Christi gehören. Es wächst das Bewusstsein, dass der Streit des 16. Jahrhunderts zu Ende ist. Die Gründe dafür, den Glauben der Anderen gegenseitig zu verurteilen, sind hinfällig geworden", zitierte Bünker aus der gemeinsamen Kirchenerklärung.

Rückblickend könne man feststellen, dass die kirchlichen Akteure in der Reformation einen Prozess in Gang gesetzt hätten, der eine gesamtgesellschaftliche Eigendynamik ausgelöst habe. In Analogie zum Bild eines Spiels mit mehreren Beteiligten könne man heute sagen, dass der Spielverlauf "eine relative Autonomie gegenüber den Plänen und Absichten der Spieler", die ihn durch ihre eigenen Handlungen hervorrufen haben, erhalten habe. Der Gang der Geschichte sei nicht linear verlaufen: "Es war ein komplexer Transformationsprozess, der die Entwicklung zur modernen Gesellschaft kennzeichnet und viele der Eckpunkte liegen nicht auf der Fluchtlinie der Entwicklung, sondern neben ihr", so Bünker.

Die Reformation habe nicht nur eine Transformation ausgelöst, sie habe ihrerseits viele bereits im Spätmittelalter vorhandene Elemente aufgegriffen und transformiert. "Nichts an der Reformation ist absolut neu, alle ihre Leitbegriffe sind vorher schon da", so der evangelische Bischof unter Verweis auf spätmittelalterliche Impulse hinsichtlich Theologie, Gottesdienst, Frömmigkeit und soziale Praxis. Sei es bei den Reformatoren anfangs um eine Erneuerung der Kirche im Sinne einer Wiederherstellung und Reinigung der Kirche gegangen, so sei es bei Luther dann doch zu einem Bruch mit dieser Haltung, der Kirche seiner Zeit, der römischen Papstkirche und der Etablierung von etwas ganz Neuem gekommen.

"Luther war davon überzeugt, dass es die Selbstrelativierung der Kirche und nicht ihre Absolutsetzung braucht, damit sie ihren Auftrag nicht verdunkelt", so Bünker weiter. "Dieses Neue und Unerwartete hat seine thematische Zentrierung in der Rechtfertigungslehre Luthers und der Reformatoren allgemein." Ihr Herzstück sei die bedingungslose Annahme des gottlosen Menschen, der von sich aus zu seiner Rechtfertigung nichts beitragen kann, als es sich gesagt sein zu lassen und an sich geschehen zu lassen. "Die Reformation war von der zentralen Einsicht bestimmt, dass der Mensch als unmittelbar vor Gott stehende Person verstanden wurde, ohne jede Vermittlungsbedürftigkeit durch kirchliche Institutionen, deren Identität und Würde allein durch die Anerkennung durch Gott begründet ist", führte der evangelische Bischof aus.

Bis heute gebe es einen wirkmächtigen Kern des reformatorischen Aufbruchs: "Es ist der Glaube, der zwischen Gott und Mensch kritisch unterscheidet und, indem er Gott als Gott anerkennt, als Mensch in unbedingter Anerkennung aufrecht, frei und verantwortlich leben kann und leben soll", sagte Bünker, der im Blick auf gegenwärtige Transformationsprozesse schloss: "Ich bin davon überzeugt, dass christlicher Glaube, speziell auch in seiner reformatorischen Ausprägung, einen Beitrag zur spirituellen Bewältigung von Veränderungsprozessen geben kann und gibt."
Verfasst am: 24.07.17, 09:40