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Titel: D: Debatte um Kommunion für evangelische Ehepartner
Autor: MB
Quelle: www.orf.at vom 5.4.2018

In der katholischen Deutschen Bischofskonferenz gibt es ein schweres Zerwürfnis über die Frage der bisher nicht zulässigen Kommunion für evangelische Christen.

Konkret geht es um die Frage, ob bei konfessionsgemischten Ehepaaren der evangelische Partner oder Partnerin im Einzelfall im katholischen Gottesdienst mit zur Kommunion gehen darf - und ob das eine Bischofskonferenz ohne Rom allein entscheiden kann.

Sieben der derzeit 25 amtierenden Diözesanbischöfe haben sich laut einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“ (Donnerstag-Ausgabe) unter Führung des Kölner Erzbischofs Kardinal Rainer Maria Woelki und ohne vorherige Absprache mit dem Konferenzvorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, in einem Brief an den Vatikan gewandt und um Klärung gebeten. Marx wies die Kritik in einem Antwortschreiben umgehend zurück.

Sieben Bischöfe unterschrieben Brief

Den dreiseitigen Brief an den Vatikan haben neben Woelki der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sowie die Bischöfe Konrad Zdarsa (Augsburg), Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Wolfgang Ipolt (Görlitz), Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Stefan Oster (Passau) unterzeichnet.

Aus ihrer Sicht sei der Ende Februar von der Deutschen Bischofskonferenz bei ihrer Vollversammlung mit Zweidrittelmehrheit verabschiedete Beschluss unrechtmäßig, konfessionsverschiedene Ehepartner in Einzelfällen zur Kommunion zuzulassen, so die Zeitung. Die Bischofskonferenz habe damit ihre Kompetenz überschritten. Das Schreiben sei sowohl an den Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Luis Ladaria Ferrer, gegangen als auch an den „Ökumene-Minister“ und Leiter des Päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Kurt Koch.

Bitte um Klarstellung

Die Erzdiözese Köln erklärte, die Unterzeichner bäten den Vatikan um eine Klarstellung, ob „die Frage des Kommunionempfangs konfessionsverschiedener Ehepartner im Rahmen einer nationalen Bischofskonferenz entschieden werden kann, oder ob eine Entscheidung der Universalkirche notwendig ist“. In einer so zentralen Frage des Glaubens und der Einheit der Kirche müssten nationale Sonderwege vermieden werden, so die Erzdiözese.

Marx verwundert

In einem in Bonn veröffentlichten Schreiben an die Unterzeichner, das auch an alle anderen deutschen Bischöfe ging, äußerte sich Kardinal Marx verwundert, dass die Kritiker „trotz der ausführlichen und auch kontroversen Aussprache in der Vollversammlung und des mit weit überwiegender Mehrheit der Mitglieder der Bischofskonferenz gefassten Beschlusses“ weiterhin so große Zweifel hätten. Zudem kritisierten sie einen Textentwurf, der noch durch Änderungsvorschläge modifiziert werden könne.

„Schwere geistliche Notlage“

Zu den inhaltlichen Bedenken ergänzte Marx, die Unterzeichner gingen bei ihrer Kritik fälschlicherweise davon aus, dass in der geplanten - bisher nicht veröffentlichten - Handreichung schon „in der Konfessionsverschiedenheit der Ehe“ als solcher eine „schwere geistliche Notlage“ (gravis spiritualis necessitas) gesehen werde. Es werde aber lediglich „dargelegt, dass ein schwerwiegendes geistliches Bedürfnis“ nach gemeinsamer Kommunion „aus dem gemeinsamen Eheleben in einer konfessionsverschiedenen Ehe im Einzelfall entstehen kann“.

Zur Frage, ob die Bischofskonferenz ihre Kompetenzen überschritten habe, betonte Marx, es sei „mehrfach und deutlich dargelegt“ worden, dass es einer Bischofskonferenz und sogar einem Diözesanbischof möglich sei, „Kriterien zu formulieren, die die Kommunionspendung an nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche befindlichen Christen erlauben“.

Kritik vom Zentralkomitee

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, kritisierte den Brief der sieben Bischöfe. „Mich wundert dieses Verhalten, das mir ziemlich unsolidarisch erscheint“, schreibt Sternberg auf Twitter: „Kennen wir nicht alle evangelische Ehepartner, die das bejahen, was wir katholisch in der Eucharistiefeier bekennen? Ist das Problem nicht pastoral vor Ort längst gelöst?“

Die Initiative „Wir sind Kirche“ erklärte, der Brandbrief der sieben Bischöfe sei kein gutes Zeichen für den innerkirchlichen Dialog und die Ökumene. Es sei äußerst bedauerlich, dass sich eine Minderheit der Bischöfe so vehement gegen sichtbare Zeichen der Ökumene stemme.

religion.ORF.at/KAP/KNA
Verfasst am: 05.04.18, 12:52
Titel: Newsletter der EVANGELISCHEN AKADEMIE WIEN
Autor: MB
Quelle: Evangelische Akademie WIEN vom 4.4.2018

Veranstaltungen im April

Das Theologische Quartett: Literarische Erinnerungen - literarisch erinnert

Im Theologischen Quartett werden Bücher zu Themen aus Gesellschaft, Theologie und Politik diskutiert. Diesmal ist das Leitthema Erinnerungskultur. Es werden folgende Bücher vorgestellt:

Martin Pollack: "Topografie der Erinnerung" (2016)
Deborah Feldman: „Überbitten“ (2017)
Dieter Gurkasch: „Leben reloaded. Wie ich durch Yoga im Knast die Freiheit entdeckte“ (2013)
Peter Diem (Hg.): „Tomás Masaryk. Vom Reichstagsabgeordneten zum Gründer der Tschechoslowakischen Republik“ (2017)

Gesprächspartner_innen:
Christine Hubka, Evangelische Theologin
Helmut Nausner, em. Superintendent der Evangelisch-Methodistischen Kirche in Österreich
Gottfried Riegler-Cech, Leiter des Otto-Mauer-Zentrums, Katholischer Akademikerverband
Johannes M. Martinek, Verleger, Johannes Martinek Verlag

Wann: Di, 10. April 2018, 19:00 - 21:00
Wo: Albert Schweitzer Haus, Kapelle (4. Stock), Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien

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Der Christlich-Marxistische Arbeitskreis:
Soziale Ungleicheiten –Armut und Verteilung in Österreich

Die gerechte Verteilung von steuerlichen Lasten und sozialen Unterstützungsmaßnahmen gehört zu den Grundfragen der Politik in Sozialstaaten. Während einerseits gefordert wird, steuerzahlende Menschen stärker zu entlasten, wird andererseits auf die ungleiche Verteilung von Vermögen und die damit verbundenen ungleichen Chancen hingewiesen.

Im Christlich-Marxistischen Arbeitskreis diskutieren wir über Armutsgefährdung und Vermögensungleichheiten in Österreich. Weitere Informationen erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung unter: g.winkler@evang.at.

Wann: Mi., 11. April 2018, 19:00-21 Uhr
Wo: Evangelische Akademie Wien, Albert Schweitzer Haus (2. Stock), Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien
Anmeldung erforderlich! Bitte an g.winkler@evang.at

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Plattform Strafrechtsethik.
Restorative Justice III: Der Umgang mit schwerer Schuld

Schwerste Verbrechen schlagen tiefe Wunden. Beteiligte, Augenzeug_innen, Angehörige: viele Menschen fühlen sich danach im Leben zutiefst verunsichert oder sind traumatisiert. Was hilft ihnen, emotional wieder Fuß zu fassen? Und was ist mit denen, die die Tat begangen haben? Soll ihnen ebenfalls Leid zugefügt werden? Besonders wenn Schwerverbrechen die gesamte Gesellschaft betreffen, stellt sich die Frage, wie sie mit diesen Erlebnissen umgehen kann.

Restorative Justice stellt die Bedürfnisse der Betroffenen in den Vordergrund. In einem partizipativen Format gehen wir der Frage nach, ob der Zugang der Restorative Justice auch in diesen Fällen Anwendung finden kann.

Moderation: Nicole Lieger, Politologin, Spezialgebiet gesellschaftliche Transformation

Wann: Di, 17. April 2018, 19:00-21 Uhr
Wo: Albert Schweitzer Haus (Kapelle, 4. Stock), Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien

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Vermögen - Macht - Demokratie

Der Abstand zwischen arm und reich wächst. Studien verweisen darauf, dass die steigende soziale Ungleichheit nicht nur in sozialer und wirtschaftlicher, sondern auch in demokratiepolitischer Hinsicht problematisch ist. Im Sinne des sozialen Ausgleichs wird u.a. die Einführung von Vermögensteuern gefordert. Diskussionen über eine höhere Besteuerung von Vermögen und Erbschaft sind in Österreich bis dato ohne Ergebnis geblieben. Kürzungen im sozialen Bereich schreiten hingegen weiter voran. Welche Auswirkungen hat soziale Ungleichheit auf demokratische Gesellschaften? Warum gibt es Widerstände gegen die stärkere Besteuerung von Vermögen? Um diese Fragen zu diskutieren, analysieren wir, welchen Mechanismen die Verteilung von Vermögen folgt und wie diese politisch legitimiert wird.

Vortrag: Martin Schürz, Ökonom und Psychotherapeut an der „Boje“
Moderation: Peter Fleissner, Sozialkybernetiker i.R.

Wann: Di, 24. April 2018, 19:00 - 21:00
Wo: Albert Schweitzer Haus, Kapelle (4. Stock), Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien
Anmeldung: Erbeten an akademie@evang.at
Verfasst am: 05.04.18, 09:22