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Titel: Kärnten: Superintendent Sauer kritisiert Fremdenrechtsnovelle
Autor: MB
Quelle: www.evang-wien.at vom 23.5.2018

„Menschen fragen sich, wie unser Land so handeln kann“

In der Diskussion um die geplante „Verstaatlichung“ der Rechtsberatung für Flüchtlinge meldet sich der Kärntner Superintendent Manfred Sauer zu Wort. Das Vorhaben, die Rechtsberatung von bisherigen Anlaufstellen wie Diakonie oder Caritas abzuziehen und in einer zentralen, dem Innenministerium nahestehenden Behörde anzusiedeln widerspricht für Sauer „allen Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit“, heißt es in einer Aussendung vom Dienstag, 22. Mai. Der Superintendent der Evangelischen Kirche in Kärnten und Osttirol sieht in der Maßnahme ein klares Zeichen der Bundesregierung an die Flüchtlinge: „Bitte bleibt draußen, wir wollen euch nicht in Österreich haben.“ Zu Recht fragten sich Menschen, „wie unser Land so handeln kann.“

Sauer kritisiert darüber hinaus weitere Maßnahmen, die in der Fremdenrechtsnovelle vorgesehen sind: Die Abnahme von Mobiltelefonen oder Bargeld sowie die in letzter Zeit gehäufte Abschiebung von Lehrlingen sei „ein weiterer Tiefschlag für unsere Asylsuchenden und auch Unternehmer. Anstatt dafür zu sorgen, dass junge Menschen die Chance bekommen, Fuß zu fassen und ihre Ausbildung in Österreich zu absolvieren, wird diesen jungen Leuten jegliche Perspektive genommen.“ Der Superintendent plädiert für ein „3plus2“-Modell nach deutschem Vorbild, demzufolge in einer dreijährigen Ausbildungsphase sowie den ersten zwei Jahren der beruflichen Tätigkeit eine Abschiebung nicht möglich sein dürfe. Unterstützt wird Sauer in seinen Positionen durch Helmut Dareb, den Diakoniebeauftragten der evangelischen Diözese Kärnten-Osttirol.

Bereits vergangene Woche hatte die niederösterreichische Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour eine Petition für eine unabhängige Rechtsberatung für Asylsuchende initiiert. Den offenen Brief, in dem an die hundert Prominente von der Bundesregierung eine unabhängige Asylberatung fordern, haben ebenfalls Bischof Michael Bünker und viele evangelische Superintendenten, darunter Manfred Sauer, unterzeichnet. Auch der oberösterreichische Superintendent Gerold Lehner hatte sich vor kurzem in der Frage der Ausbildung von Flüchtlingen für ein „3plus2“-Modell ausgesprochen.
Verfasst am: 24.05.18, 09:18
Titel: Lourdes-Wallfahrt mit 600 österreichischen Soldaten
Autor: MB
Quelle: www.orf.at vom 18.5.2018

Über 600 Soldaten des österreichischen Bundesheeres nehmen dieses Wochenende an der Soldatenwallfahrt in Lourdes teil. Es ist die 60. derartige Veranstaltung. Unter den Pilgern findet sich zum ersten Mal auch Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ).

Er will die Zeit im französischen Wallfahrtsort einerseits für Gespräche, aber auch zum „Aufladen der inneren Batterie“ nutzen, erklärte der Ressortchef. Die internationale Soldatenwallfahrt nach Lourdes entstand 1958 aus einer gemeinsamen Friedensinitiative französischer und deutscher Militärseelsorger. Die 60. Auflage heuer steht unter dem Motto „Friede auf Erden“, von 16. bis 22. Mai pilgern rund 15.000 Soldatinnen und Soldaten aus 30 Nationen nach Lourdes.

Eine Teilnahme sei ihm „in 13 Jahren aktiver Dienstzeit nicht gelungen“, so Kunasek. In seiner kurzen Eröffnungsansprache am Donnerstagabend beim Abendlob in der Basilika bedankte sich Kunasek vor allem bei der Militärseelsorge für die Organisation der Pilgerreise und hob die Bedeutung der Seelsorge hervor. „Lourdes ist für jeden etwas anderes: ein Ort der Hoffnung oder ein Ort der Ruhe. Ich werde die eineinhalb Tage zum Aufladen der inneren Batterie nutzen.“ Dies sei notwendig, um in sich zu kehren und neue Kraft und Ideen zu sammeln.

Im Rahmen der Veranstaltung will der Minister mit den Soldaten in Kontakt kommen und Informationen für seine Tätigkeit als Ressortchef mitnehmen, kündigte er an. Die Gelegenheit bot sich gleich am Freitagvormittag beim gemeinsamen Erinnerungsfoto mit den Österreichern im Heiligen Bezirk. Davor und danach stand Kunasek für private Fotowünsche bereit und versicherte, dass er wieder in den Wallfahrtsort kommen wird.

Nach einer Messe am Freitagvormittag bei der Grotte stand am Nachmittag die Internationale Eröffnungsfeier auf dem Programm. Am Samstag besucht Kunasek noch das Zeltlager mit den österreichischen Pilgern.

Die jährlich stattfindende Soldatenwallfahrt nach Lourdes entstand aus einer gemeinsamen Initiative französischer und deutscher Militärseelsorger. Aus einer Pilgerfahrt französischer Soldaten im vorletzten Kriegsjahr 1944 entwickelte sich eine regionale, dann nationale und schließlich internationale Bewegung. Heute ist sie die größte europäische Friedenskundgebung von Soldatinnen und Soldaten mit katholischem Bekenntnis in den europäischen Armeen. Österreichische Soldaten nehmen schon seit 1958 an der Wallfahrt teil.

Im Jahr 1862 wurde die Marienerscheinung von Lourdes offiziell von der Kirche anerkannt. Demnach erschien die Gottesmutter Maria im Jahr 1858 in der Massabielle-Grotte der 14-jährigen Müllerstochter und späteren Ordensfrau von der „Kongregation der Schwestern der Barmherzigkeit von Nevers“, Bernadette Soubirous. Sie wurde 1933 heiliggesprochen. Jährlich pilgern rund sechs Millionen Menschen nach Lourdes.

religion.ORF.at/APA
Verfasst am: 22.05.18, 09:35