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Titel: Wien: Interreligiöser Dialog in reformierter Erlöserkirche
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 19.12.2018

Fünf Imame zu Gast in Favoritner Gemeinde

Zu einem interreligiösen Friedensgebet sind Vertreter des Islam, der Römisch-katholischen sowie der Evangelisch-lutherischen und Evangelisch-reformierten Kirche in der reformierten Erlöserkirche in Wien-Favoriten zusammengekommen. Bei dem Dialog am Dienstag, 18. Dezember, ging es vor allem um die Fürsorge für die Armen.

Robert Colditz, Kurator der Gemeinde, sprach in seinen Grußworten von einem „gesamtgesellschaftlichen Auftrag“ der Glaubensgemeinschaften zum Frieden „mit allen Menschen guten Willens“. Es gelte, gemeinsam die Frage zu stellen, „wie wir die menschliche Angst vor gesellschaftlichen Veränderungen in Vertrauen verwandeln können. Wir können den Menschen zeigen, wie Christentum und Islam gemeinsame Werte leben.“ Das interreligiöse Gebet verstehe sich nicht als „schönes freundschaftliches Treffen“, sondern solle „zu einem andauernden, verlässlichen Kontakt zwischen muslimischen und christlichen Gemeinden“ führen. „Starken, aber falschen gesellschaftlichen Tendenzen zu Abgrenzung und Polarisierung“ müsse eine „echte gemeinsame spirituelle Orientierung“ entgegengestellt werden.

„Wir haben alle Religionsvertreter gebeten, Stellen aus der Bibel oder dem Koran auszuwählen, die sich mit dem Thema Armut befassen“, erklärte Johannes Wittich, Pfarrer in der Erlöserkirche, den inhaltlichen Schwerpunkt des Abends. Er hofft, dass das Friedensgebet künftig jährlich stattfinden wird: Zwar war es bereits die dritte Veranstaltung dieser Art, die Erstaustragung liege aber schon einige Jahre zurück. Auch darüber hinaus bestehe jedoch interreligiöser Austausch: „Viele Menschen aus unserer Gemeinde haben mit den Leuten aus den Moscheen persönlichen Kontakt, da braucht es den formalen Rahmen gar nicht immer.“ Zum Friedensgebet waren rund 70 Menschen in die Erlöserkirche gekommen.

An dem interreligiösen Gebet beteiligten sich mit Mahir Zekiri als Vertreter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Hadis Bosnjak von der bosnischen Moschee „Ebu Hanife“, Cemal Öztürk von der Anadolu Moschee der Islamischen Föderation, Mustafa Erkmen von ATIB und Mustafa Seyif von der Vakif-Moscheegemeinde fünf Imame. Dechant Matthias Felber von der Pfarrgemeinde „Zum göttlichen Wort“ vertrat die Römisch-katholische Kirche, Senior Michael Wolf und Oberkirchenrat und Ortspfarrer Johannes Wittich die lutherische und reformierte Kirche.

Favoriten gilt als religiös besonders vielfältiger Bezirk. Von den rund 150.000 EinwohnerInnen sind laut statistischem Jahrbuch der Stadt Wien 16.000 Muslime, etwa 70.000 römisch-katholisch und rund 6000 evangelisch.
Verfasst am: 20.12.18, 12:50
Titel: Friedenslicht aus Betlehem geht von Linz aus auf den Weg
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 19.12.2018

Lehner: Bringt „die gute Nachricht von Frieden und Hoffnung“

Das Friedenslicht aus der Geburtsgrotte in Betlehem tritt heuer von Linz aus seinen Weg in die Welt an. Bei einem ökumenischen Gottesdienst am Samstag, 15. Dezember, im Linzer Dom übergab das diesjährige Friedenslichtkind Niklas Lehner rund 1200 Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus 18 Nationen das Licht, damit sie es in ihren Heimatländern und von dort aus weltweit verbreiten. Den Gottesdienst feierten der römisch-katholische Bischof Manfred Scheuer, der evangelische Superintendent Gerold Lehner sowie Geistliche der Evangelisch-methodistischen, Rumänisch-orthodoxen und Altkatholischen Kirche

In der Predigt erklärte Superintendent Lehner den „tieferen Sinn“ der Licht-Aktion: Man bringe mit dem Friedenslicht zugleich „die gute Nachricht von Frieden und Hoffnung“. Als Symbol unterscheide sich das Friedenslicht von anderen Flammen: „Es verweist auf etwas, das es selbst nicht ist, auf etwas, was unsichtbar hinter dem Symbol steht“, und aus dem es seine Kraft speist: Jesus Christus. „In ihm kommen wir zum Frieden, weil er uns die Angst nimmt, übersehen zu werden, nichts zu gelten, zu kurz zu kommen“, so Lehner. In Jesus sei Frieden zu finden und er „macht frei, Grenzen zu überschreiten, auf den anderen zuzugehen, und die Hand zur Versöhnung auszustrecken.“

Es war bereits das 30. Mal, dass die Pfadfinder das Friedenslicht übernehmen und weiter verbreiten. Bisher fand die internationale Feier immer in Wien statt, heuer erstmals in Linz. Von dort wird es durch die anwesenden Pfadfindergruppen aus insgesamt 18 Ländern, darunter Deutschland, Tschechien, Slowakei, Polen, Ukraine, die Schweiz und USA, weiterverteilt.

Friedenslichtfeiern international

So brachten die bayrischen Pfadfinder das Licht beispielsweise nach München, wo am Sonntag, 16. Dezember im Liebfrauendom ein großer ökumenischer Jugendgottesdienst stattfand. Gemeinsam mit zahlreichen jungen Menschen feierten den Aussendungsgottesdienst in diesem Jahr Kardinal Reinhard Marx, der evangelisch-lutherische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und der griechisch-orthodoxe Erzpriester Apostolos Malamoussis. Beim Gottesdienst im Liebfrauendom waren zahlreiche Pfarren, Kirchengemeinden und Jugendgruppen vertreten. Von ihnen wird das Friedenslicht anschließend weitergetragen.

Der vom Österreichischen Rundfunk (ORF) ausgegangene Weihnachtsbrauch am Heiligen Abend hat mittlerweile in mehr als 30 Ländern Fuß gefasst; nicht nur in Europa sondern etwa auch in den USA und Teilen Südamerikas. Das Friedenslichtkind Niklas reist am 19. Dezember nach Brüssel, wo er das Licht EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker überreichen wird. In Österreich ist das Friedenssymbol am 24. Dezember flächendeckend in vielen Kirchen, Bahnhöfen, Rot-Kreuz-Stationen, Bundesheer-Kasernen und den ORF-Landesstudios erhältlich.
Verfasst am: 20.12.18, 12:49