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Titel: Globale Märkte können Hunger nicht stoppen
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 13.10.2017

„Brot für die Welt“ und „FIAN“ legen Ernährungsbericht vor

Zehn Jahre nach der weltweiten Nahrungsmittelpreiskrise steigt die Zahl der Hungernden wieder. Die jüngsten Statistiken der Vereinten Nationen belegen: 815 Millionen Menschen leiden an chronischem Hunger. Das sind rund 38 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Anlässlich des Welternährungstages am Montag, 16. Oktober, legen „Brot für die Welt“ und das „FoodFirst Informations- und Aktions-Netzwerk“ (FIAN) die zehnte Ausgabe des „Right to Food and Nutrition Watch“ vor. Die Publikation analysiert die Fehlentwicklung im Ernährungssystem und zeigt Wege aus der Krise auf.

Für die Hungerkrise in den Jahren 2007 und 2008 sowie die folgenden sozialen Unruhen sehen die beiden Organisationen eine Vielzahl von Ursachen: Zentrale Probleme seien die erzwungene Öffnung der Agrarmärkte in Ländern des globalen Südens, die Spekulation mit Nahrungsmitteln, die Dominanz des industriellen Ernährungssystems und die dadurch verursachte Verdrängung kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Keines dieser Probleme sei in den vergangenen zehn Jahren gelöst worden. In ihrem Bericht konstatieren Brot für die Welt und FIAN mangelndes Interesse vieler Regierungen, sich um Arme und Hungernde zu kümmern, die Diskriminierung dieser Bevölkerungsgruppen verschlimmere die Lage zusehends. Noch immer seien Kleinbäuerinnen und Kleinbauern die am meisten von Hunger und Mangelernährung betroffene Bevölkerungsgruppe, obwohl sie bis zu 70 Prozent der Grundnahrungsmittel weltweit produzieren.

„Die globalen Märkte, auf denen Lebensmittel nur eine Spekulationsware unter vielen darstellen, haben gezeigt, dass sie nicht in der Lage sind, dringende Probleme wie den globalen Hunger zu lösen. Ganz im Gegenteil, die Zahl der Hungernden steigt aktuell an“, erklärt Dagmar Lassmann, Leiterin von Brot für die Welt, und ergänzt: „Wenn die größte Gruppe der Nahrungsmittelproduzierenden, die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, neben dem Zugang zu verbesserten Anbaumethoden und zu Krediten angemessene Preise für ihre Erzeugnisse bekäme, wäre das ein großer Beitrag zur Vermeidung künftiger Hungerkrisen.“

Nach Daten der Welternährungsorganisation FAO wurden noch nie so viele Nahrungsmittel produziert wie heute. Auch die Nahrungsmittellager weltweit sind prall gefüllt. Brigitte Reisenberger, Geschäftsleiterin von FIAN Österreich, betont: „Einmal mehr zeigt sich, dass Hunger meist nicht in geringen Produktionsmengen begründet liegt, sondern in Ungleichheit, Diskriminierung und Armut. Hungerbekämpfung muss daher zuerst die Rechte marginalisierter Bevölkerungsgruppen stärken.“

Im zehnten „Right to Food and Nutrition Watch“ werden die anhaltenden Fehlentwicklungen des industriellen Ernährungssystems analysiert und Wege aus der Krise aufgezeigt. Schwerpunkte sind die Konzentrationsprozesse im Agrarsektor, die Bedrohung der Ernährung durch den Klimawandel sowie der wachsende Einfluss großer Unternehmen auf die internationale Agrar- und Ernährungspolitik.

Der „Right to Food and Nutrition Watch“ wird jährlich von einem internationalen Konsortium aus Fachorganisationen und Netzwerken in Englisch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch herausgegeben. Die Vollversion finden Sie unter http://www.righttofoodandnutrition.org/watch(link is external)

Das Recht auf Nahrung ist als Menschenrecht verankert in Artikel 11 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, dem UN-Sozialpakt. Es gilt weltweit als das am häufigsten verletzte Menschenrecht. In den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) haben die Vereinten Nationen vereinbart, bis 2030 das Recht auf Nahrung für alle Menschen zu verwirklichen
Verfasst am: 16.10.17, 11:46
Titel: 95 Thesen in neuem Licht
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 13.10.2017


Licht aus, Projektoren an: Langsam fährt ein Lichtstrahl quer die 95 Bänder hinab, die von der hohen Decke der Gustav-Adolf-Kirche in Gumpendorf hängen. Worte erscheinen. Dann werden einzelne Bänder von oben bis unten beleuchtet, während Lissie Rettenwander das Lutherlied "Verleih uns Frieden gnädiglich" mit Hilfe elektronischer Looptechnik in beeindruckender Weise interpretiert. Die absolute Stille geht über in ein erstauntes Raunen, da immer wieder neue Lichteffekte über die Thesen gleiten und es hält die fast 100 Besucher*innen nicht mehr auf ihren Plätzen. Sie stehen auf, gehen durch die Kirche. Zeigen hier und dort auf die Bänder. Dazu Dazu spielt Antonia Paljakka Flöte.

Die Besucher*innen lesen sich durch die 95 Thesen, wohl nicht vollständig, aber Satzstücke wie „45.Man muss die Christen lehren: Wer einen Bedürftigen sieht…“ oder „52.Nichtig ist die Heilszuversicht durch Ablassbriefe…“ oder „94.Man muss die Christen ermutigen…“ lesen sich bei dieser Atmosphäre ganz besonders eindringlich. „Hier steht die erste These“, flüstert ein Gast und deutet auf eines der vielen langen Bänder. „1.Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“, wollte er, dass das ganze Leben der Glaubenden Buße sei.“ Dann lösen Bläser die Flöte ab. Die festlichen Töne von Florian Hujer, Damir Matejas, Wilfried Nebenführ, Olli Paljakka gemeinsam mit Manfred Nebenführ an der Orgel untermalen die Lichtshow, die gute 50 Minuten lang laufend neue Formen an die 95 Thesen projiziert.

Auf eine gelungene Eröffnung am Donnerstag, 12. Oktober, kann das Organisationsteam rund um Pfarrer Michael Bickelhaupt und das Künsterler-Duo Ulrich Kaufmann und Sigrid Friedmann zurückblicken.

Und sie freuen sich schon auf die nächsten Events mit der Raum- und Videoinstallation:



Fr 20.Okt.- TAGEBUCHBLÄTTER DER KATHARINA VON BORA
verfasst und gelesen von der Schauspielerin Christine Sommer / musikalische Umrahmung: Duo “Fleuroque” (Ulrike Flörré - Laute, Christian Flörré - Orgelpositiv)

Fr 10.Nov. - UMWELTTHESEN BEI LUTHER
Bewahrung der Schöpfung ist Gottesdienst – der Evangelische Arbeitkreis für Umweltfragen in Wien setzt Luthers Thesen in Beziehung zum Umgang mit der heutigen Welt

Do 23.Nov - EVANGELISCHE JSB MUSIKSCHULE
Klassische Musik mit Solisten und Ensembles der Musikschule / Leitung: Laura Bradley

Mo 27.Nov. - SO PREDIGT GOTT DAS EVANGELIUM …
… auch durch die Musik. (M. Luther). Kompositionen für Flöte und Orgel (solo und im Duett) mit Wolfgang Breinschmid (Wiener Philharmoniker) und Carsten Paap (Vereinigte Bühnen Wien)

Di 28.Nov. - REFORMATIONSMUSIK MIT MODERNEN TÖNEN
Blechquartett und Orgel / Leitung: Yasuko Yamamoto

Di 5. Dez. - THESENVERSTEIGERUNG
Interessierte haben die Möglichkeit, einzelne Thesenbänder in einer Auktion zu erwerben

Wo: Gustav-Adolf-Kirche, Lutherplatz 1, 1060 Wien
Uhrzeit: jeweils um 19.30 Uhr

www.evang.wien.at/95Thesen(link is external)

Langsam fährt ein Lichtstrahl quer die 95 Bänder hinab, die von der hohen Decke der Gustav-Adolf-Kirche in Gumpendorf hängen

Finale der Projektion mit Mustern, die ineinander übergehen

Finale der Projektion mit Mustern, die ineinander übergehen

Betritt man die Kirche bei Dunkelheit, werden die Bänder durch eine Videoprojektion bespielt und die Schrift wird deutlich sichtbar.

Verfasst am: 16.10.17, 11:44