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Titel: Bünker und Hennefeld verurteilen atomares Wettrüsten
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 2.8.2017

Hiroshima-Gedenken im Zeichen einer neuen UN-Konvention gegen Atomwaffen

Mit Gedenkveranstaltungen wird rund um den 6. August der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 gedacht. Bei den Abwürfen der Atombomben auf die beiden japanischen Städte starben am 6. und 9. August 1945 rund 300.000 Menschen. Zahlreiche Persönlichkeiten, darunter auch kirchliche Vertreter, wandten sich bereits im Vorfeld in Grußadressen an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkveranstaltungen.

„Atomwaffen müssen endlich geächtet und verboten werden!“, schreibt Bischof Michael Bünker in seinem Grußwort. Und erinnert an einen historischen Beschluss, der vor wenigen Wochen gefällt wurde: „122 Staaten haben Anfang Juli den ersten Schritt gesetzt: Sie haben im Rahmen der UNO ein umfassendes Atomwaffenverbot beschlossen, dem die Staaten ab dem 20. September beitreten können. Ab dem 50. Staat, der das Abkommen ratifiziert, tritt er völkerrechtlich verbindlich in Kraft.“ Dass dieses Abkommen zustandegekommen sei, sei unter anderem ein Verdienst der österreichischen Außenpolitik, die als Initiatorin federführend gewesen sei. Bedauerlich sei es hingegen, dass Atommächte wie die USA, Großbritannien, Frankreich oder Russland an den Verhandlungen erst gar nicht teilgenommen haben.

„Besonders enttäuschend ist, dass manche NATO-Mitglieder, etwa Deutschland, diese Position übernommen haben. Damit haben sie eine wichtige Chance verpasst, ein deutliches Zeichen zu setzen. So kritisierte die Evangelische Kirche in Deutschland die eigene Regierung. Der Weltkirchenrat in Genf hat den Abschluss des Vertrages mit großer Überzeugung begrüßt“, betont Bünker, der auch Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) ist. Aufgabe der Kirche sei es jedenfalls, gegen atomares Wettrüsten die Stimme zu erheben. „Wir sind es den Opfern von Hiroshima und Nagasaki schuldig, den Menschen in den ärmeren Ländern, die die Folgen des neuen Wettrüstens jetzt schon zu spüren bekommen, und vor allem unseren Nachkommen. Sie haben ein Recht auf eine Welt ohne biologische, chemische und atomare Waffen“, so Bünker.

„Es ist ein Irrglaube zu meinen, dass es verantwortungsbewusste und verantwortungslose Atommächte gibt. Sie alle sind potentielle Massenmörder. Als Christen können wir die atomare Nutzung nur entschieden ablehnen“, unterstreicht Landessuperintendent Thomas Hennefeld in seinem Grußwort. „Während Regierungen fieberhaft daran arbeiten, die Sicherheit zu erhöhen, und dabei demokratische Strukturen immer weiter aushöhlen, bleibt die Sicherheitslage in Bezug auf militärische, aber auch zivile Atomnutzung prekär.“ Deutliche Kritik übt Hennefeld, der auch Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) ist, am Verhalten der Atommächte beim Zustandekommen der UNO-Konvention.

„Als Christen können wir die atomare Nutzung nur entschieden ablehnen. Es ist allen Organisationen zu danken, die sich unermüdlich für eine atomwaffenfreie Welt einsetzen. Es kann gar nicht oft genug wiederholt werden, dass durch Atomwaffen die gesamte Menschheit, ja der ganze Planet Erde bedroht ist und in wenigen Sekunden ausgelöscht werden kann. Diese Warnung soll sich ins Gedächtnis der Menschheit einbrennen“, schreibt Landessuperintendent Hennefeld.

Die Zivilgesellschaft, die Friedensbewegung, die Hiroshima-Gruppe, die „MedizinerInnen gegen den Atomkrieg“ und das Rote Kreuz gedenken am Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima, Sonntag 6. August, ab 18 Uhr in Wien am Graben/Ecke Kohlmarkt der Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Wegen der Umbauarbeiten am Stephansplatz findet die Aktion heuer ausnahmsweise am Graben statt.

Um ca. 20.30 Uhr findet ein Laternenzug vom Graben zum Teich vor der Karlskirche statt. Dort werden die Laternen in japanischer Tradition auf das Wasser des Teiches aufgesetzt, um an die brennenden Menschen zu erinnern, die im Wasser Erleichterung von ihrem Leiden suchten. Bei der Aktion werden auch wieder Grußadressen zur Unterstützung des Engagements für eine Welt ohne Atomwaffen, ohne Atomkraftwerke und ohne Krieg veröffentlicht. Ernst Toman von der „Friedensinitiative 22“ singt Friedenslieder, und VertreterInnen von Friedensgruppen nehmen Stellung.

Am Samstag, 12. August, gibt es von 10 bis 13 Uhr in der Fußgängerzone in Melk vor dem Rathaus eine Gedenkaktion zu Hiroshima und Nagasaki.
Verfasst am: 02.08.17, 13:38
Titel: Fünf-Jahres-Jubiläum der Initiative Vergissmeinnicht.at
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 2.8.2017

„Initiative für das gute Testament“ informiert seit 2012 über das Thema Erben

Vergissmeinnicht.at – die Initiative des Fundraising Verbands Austria für das gute Testament – feiert ihr fünfjähriges Bestehen. Seit Sommer 2012 informiert Vergissmeinnicht.at gemeinsam mit mittlerweile 69 Mitgliederorganisationen, darunter auch die Diakonie de La Tour, der Diakonie Flüchtlingsdienst, die Diakonie Katastrophenhilfe, das Diakoniewerk und die Kindernothilfe Österreich, über das sensible Thema Erben und die immer beliebter werdende Möglichkeit, einen Teil des Nachlasses einer gemeinnützigen Organisation zu hinterlassen.

Die Initiative Vergissmeinnicht wurde 2012 gemeinsam mit 28 Organisationen gegründet. „Viele Menschen überlegen, neben Familienangehörigen auch eine gemeinnützige Organisation in ihrem Testament zu bedenken, wissen jedoch nicht, was sie dafür tun und beachten müssen“, berichtet Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands. Vergissmeinnicht.at stelle dieses rechtliche Informationsbedürfnis in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Notariatskammer seit nunmehr fünf Jahren sicher. In dieser Zeit ist das Interesse der ÖsterreicherInnen kontinuierlich gestiegen. Mittlerweile können sich fast 15 Prozent der über 40-Jährigen vorstellen, eine gemeinnützige Organisation im Testament zu bedenken – 2012 waren es noch acht Prozent.

Dass sich Vergissmeinnicht.at als Informationsplattform etabliert hat, zeige auch das große Interesse an den Service-Angeboten, heißt es in einer aktuellen Aussendung. Jährlich organisiert die Initiative mehrere Gemeinschaftsveranstaltungen sowie zahlreiche Info-Abende. Insgesamt seien dabei bisher mehr als 5000 Interessenten angesprochen worden. Fast 100.000 Infofolder in mehreren Auflagen seien seit Bestehen von Vergissmeinnicht.at unter den ÖsterreicherInnen verbreitet worden.

Die wichtigste Motivation für Testamentsspender ist der Wunsch, dass die Anliegen, die ihnen schon zu Lebzeiten wichtig waren, auch nach ihrem Leben sichergestellt werden. Die Bereiche, in denen Testamentsspenden nachhaltig Positives bewirken, sind vielfältig und reichen von der Kinderhilfe über Tier- und Umweltschutz bis zur Förderung von Bildungs-, Kunst- und Kultureinrichtungen.

„Die ersten fünf Jahre unserer Initiative Vergissmeinnicht.at waren geprägt von dem gemeinsamen Bestreben, Aufklärungsarbeit zum sensiblen Thema Erben zu leisten und Menschen für die Möglichkeit zu sensibilisieren, einen Teil ihres Vermögens einer gemeinnützigen Organisation zu vermachen“, so Günther Lutschinger. „Bei allen, die sich bereits für eine Testamentsspende entschieden haben, möchten wir uns herzlich bedanken!“
Verfasst am: 02.08.17, 13:37