Neuigkeiten Neuigkeiten
Titel: Linz: Diakoniezentrum startet kostenlose Psychotherapie für Kinder
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 16.1.2018

Psychologin Hanke: „Wichtig, dass Eltern mit eingebunden werden“

Kostenlose Psychotherapie für Kinder aus bedürftigen Familien bietet seit Jahresbeginn das Diakoniezentrum Spattstraße in Linz. Bereits seit mehr als drei Jahrzehnten werden im Diakoniezentrum Spattstraße Kinder und Jugendliche betreut, die auch im Haus wohnen. Mit dem neuen Angebot wird die Betreuung auch für Kinder, die nicht in den Einrichtungen des Diakoniezentrums leben, geöffnet.

„Sehr wichtig ist uns, dass die Eltern in die Therapie mit eingebunden werden“, erklärt Irene Hanke, die für das Projekt zuständig ist. „Psychotherapeutische Betreuung bei Kindern kann nur gemeinsam mit dem sozialen Umfeld gelingen.“ Bei den berücksichtigten Störungsbildern sei man sehr offen. Das sei auch notwendig, da die Probleme der Kinder und Jugendlichen vielfältig seien. So reiche das Spektrum von Ängsten über Selbstverletzungen, Süchte, Zwänge, Depressionen, traumatische Erlebnisse, Trennungserlebnisse, Trauer, Schul- und Lernschwierigkeiten, körperliche Beschwerden, die nicht organisch bedingt sind, bis hin zu sozial unsicherem oder auffälligem Verhalten, Kontaktschwierigkeiten, Aggressivität, familiären Problemen oder Pubertätskrisen. Das Projekt in der Spattstraße sei in den ersten Wochen des Jahres gut angelaufen, so Hanke weiter, etwa zehn Kinder hätten sich für das Angebot angemeldet.

Kinder und Jugendliche in Österreich leiden verstärkt unter psychischen Erkrankungen. Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk, selbst ausgebildeter Psychologe, nennt Zahlen: „14 Prozent der Kinder in Österreich brauchen therapeutische Hilfe bei Depression, Angstzuständen, Trauer oder traumatischen Erlebnissen.“

Die Finanzierung der psychotherapeutischen Betreuung übernimmt die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse. Für die Kostenübernahme ist jedoch eine ärztliche Überweisung notwendig.
Verfasst am: 17.01.18, 12:18
Titel: Kirchen feiern am 17. Jänner den „Tag des Judentums“
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 10.1.2018

Blick auf Weggemeinschaft von Christen und Juden

Die Kirchen in Österreich feiern am 17. Jänner den „Tag des Judentums“. Das Christentum ist in seinem Selbstverständnis wesentlich mit dem Judentum verbunden. Damit dies den Christen immer deutlicher bewusst wird, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) im Jahr 2000 den „17. Jänner – Tag des Judentums“ als Gedenktag im Kirchenjahr eingeführt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Unsere gemeinsame Hoffnung“. Dabei sollen sich die Christen in besonderer Weise ihrer Weggemeinschaft mit dem Judentum bewusst werden. Zugleich soll auch das Unrecht an jüdischen Menschen und ihrem Glauben in der Geschichte thematisiert werden.

Gottesdienste, Vorträge, Begegnungen

Bereits am Vorabend zum „Tag des Judentums“ veranstaltet der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit ab 19 Uhr eine „Einstimmung in den Tag des Judentums 2018“ in der Wiener Bezirksvorstehung Hernals (Hernalser Hauptstraße 72–74). Mit Erinnerungen an das jüdische Gemeindehaus in Hernals wird des jüdisch-christlichen Zusammenlebens und -arbeitens gedacht. Elisabeth Lutter (Vikariatsausschuss Ökumene) spricht über das gemeinsame christlich-jüdische Gedenken. Evelyn Adunka beleuchtet das jüdische Leben in der Wiener Vorstadt. Raimund Fastenbauer (Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde Wien) referiert über die Nachbarschaft von jüdischem Gebetshaus und Gemeindehaus zur Hilfe für die Notleidenden. Michael Bubik, Rektor der Diakonie Eine Welt, spricht über Gebet und Diakonie als „Gottes-Dienste“. Anschließend werden ein jüdisches Totengebet abgehalten, ein christliches Schuldbekenntnis gebetet sowie Friedensbitten verlesen.

Der „Tag des Judentums“ selbst wird in ganz Österreich mit verschiedenen Veranstaltungen und Gottesdiensten begangen. Der zentrale Gottesdienst des ÖRKÖ zum „Tag des Judentums“ findet am Mittwoch, 17. Jänner, um 18 Uhr in der Altkatholischen Heilandskirche im 15. Wiener Gemeindebezirk statt. Die Predigt hält die evangelische Oberkirchenrätin Ingrid Bachler.

In St. Pölten beleuchtet Bischof Michael Bünker am 17. Jänner das Thema „Martin Luther und die Juden“. Bünker spricht über die Schattenseiten des Reformators ab 19 Uhr im Bildungshaus St. Hippolyt (Eybnerstraße 5).

Das Ökumenische Forum Steiermark lädt am 17. Jänner um 19 Uhr zu einem Gottesdienst unter dem Motto „Unsere gemeinsame Hoffnung“ in die Grazer Stadtpfarrkirche (Herrengasse 23) ein. Die Predigt hält Martin Jäggle, Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Die Initiative zum „Tag des Judentums“ geht auf die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz zurück. Auch in Italien, Polen und den Niederlanden wird der Tag des Judentums begangen. Das Datum für den Tag des Judentums ist bewusst gewählt: Den Geist dieses Tages sollen die Kirchen in die anschließende weltweite „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ (18. bis 25. Jänner) weitertragen. Denn bei allen Trennungen der Christenheit untereinander sei allen Kirchen gemeinsam, dass sie im Judentum verwurzelt sind, so die Veranstalter.

Weitere Informationen zu Veranstaltungen rund um den Tag des Judentums sind auf der Website des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit abrufbar.
Verfasst am: 11.01.18, 09:37