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Titel: Diakonie-Direktorin Moser in Amt eingeführt
Autor: MB
Quelle: https://www.kathpress.at vom 23.11.2018

Die neu Direktorin des evangelischen Hilfswerks Diakonie, Maria Katharina Moser, ist am Donnerstag feierlich in ihr Amt eingeführt worden. Beim Festgottesdienst in der evangelisch-methodistischen Kirche in Wien/Rudolfsheim-Fünfhaus sagte sie an die Politik gewandt: "Auch wenn der Platzregen der politischen Debatten hereinbricht, auch wenn die Wasser der Sparmaßnahmen kommen, auch wenn die Winde wehen und am Haus der Rechtsstaatlichkeit rütteln, auch wenn sich politische und moralische Haltungen rechts und links von uns verschieben - als Diakonie stehen wir fest auf dem Boden des Evangeliums und tun das, was wir immer getan haben: Menschen ein Leben in Fülle ermöglichen."

Die Amtseinführung der neuen Direktorin, die ihr Amt bereits am 1. September angetreten hat, nahmen Bischof Michael Bünker, Oberkirchenrat Karl Schiefermair, Pfarrerin Sieglinde Pfänder und Diakonie-Präsident Roland Siegrist vor. Segensworte sprachen u.a. Caritas-Präsident Michael Landau, Mosers langjähriger Vorgänger, Pfarrer Michael Chalupka, sowie mehrere Vertreter diakonischer Einrichtungen und Klienten. Zugegen waren u.a. auch der reformierte Landessuperintendent und Vorsitzende des "Ökumenischen Rates der Kirchen" in Österreich, Thomas Hennefeld, und Johanniter-Präsident Johannes Bucher.

Aufgabe der Diakonie sei es, "Gottes Wort zu hören und zu tun und dafür Sorge zu tragen, dass das Ebenbild Gottes in allem, was Menschenantlitz trägt, gesehen und bewahrt wird", so Moser. Das Hilfswerk bezeichnete sie als eine "Täterin des Wortes". Dabei gehe es nicht darum, die christliche Gemeinschaft als Sammlung der Starken zu begreifen, die Schwache zu integrieren habe, sondern darum, alle Menschen als "Eingeladene Jesu Christi" zu verstehen.

Bischof Bünker unterstrich die Notwendigkeit der Diakonie: "Diese Diakonie braucht es heute wohl nötiger als früher. Die Ungleichheit nimmt zu, die Polarisierung nimmt zu, die Verleitung der Identitätssuche durch 'Wir' gegen 'die Anderen' nimmt zu. Alles zusammen Auswüchse zunehmender Unvernunft. Alledem stellt sich die Diakonie entgegen", so der Bischof in seiner Ansprache. Dabei sei es "mehr als vernünftig, wenn in einer Gesellschaft niemand an den Rand gedrängt wird, niemand abgehängt wird, sondern alle, so wie sie sind, miteinander und füreinander leben können und jeder und jede die Gaben einbringt, die dem Ganzen zugutekommen".

Die neue Diakonie-Direktorin charakterisierte der Bischof als "weltoffen, welterfahren und kompetent für die religiöse Vielfalt unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen". Ihre Entscheidung, evangelisch und evangelische Pfarrerin zu werden, habe sie "sehr bewusst und überlegt" getroffen.

Langjährige Mitarbeiterin im ORF

Maria Katharina Moser wurde 1974 in Wien geboren und wuchs im oberösterreichischen Eferding auf. Sie studierte Theologie in Wien und interkulturelle Frauenforschung in Manila. Ihr beruflicher Werdegang führt sie von der Jugendarbeit und der Erwachsenenbildung zunächst an die Universität. Nachdem sie 2005 im Fach Sozialethik promoviert hatte, war sie als Assistentin und später als Gastprofessorin an der Universität des Saarlandes tätig. Nach sieben Jahren als Journalistin im ORF (2007-2014) wurde Moser zuerst Vikarin und dann Pfarrerin in der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wien-Simmering. Am 1. September übernahm sie das Amt der Direktorin der Diakonie von Michael Chalupka.
Verfasst am: 26.11.18, 10:12
Titel: Mehr als ein Jahrzehnt gemeinsam an der Spitze des evangelischen Wien
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 21.11.2018

Hansjörg Lein und Inge Troch feierlich aus Leitungsamt entpflichtet

Weit über ein Jahrzehnt haben sie die evangelische Diözese Wien gemeinsam geleitet – am Sonntag, 18. November, wurden Superintendent Hansjörg Lein und Superintendentialkuratorin Inge Troch von Bischof Michael Bünker feierlich aus ihren Ämtern entpflichtet. „Miteinander sind es 10050 Tage“, wie Bünker bei seiner Predigt in der Lutherischen Stadtkirche in Anspielung auf Trochs berufliche Vergangenheit als Universitätsprofessorin für Mathematik vorrechnete. Sie war 2006 zur Superintendentialkuratorin gewählt worden, Lein hatte sein Amt bereits 2004 angetreten. Da es zu den zentralen Merkmalen der Evangelischen Kirche gehöre, „dass Ehren- und Hauptamtliche, Ordinierte und sogenannte Laien, Frauen und Männer gemeinsam die Leitungsaufgaben wahrnehmen“, sei es nur passend, „wenn wir euch gemeinsam aus euren Aufgaben verabschieden und davon entpflichten“, betonte Bünker. Er unterstrich besonders die Unterstützung Leins und Trochs für „jede Gemeinde und Einrichtung der Superintendenz in ihrer Eigenart“ sowie ihre persönlichen Akzente in der Gesamtkirche, der Ökumene, dem religiösen Miteinander und „der ganzen Gesellschaft in Stadt und Land.“

In seiner Predigt zum Abschiedsgottesdienst rückte der scheidende Superintendent Lein die Kraft des Wortes in den Mittelpunkt, die vor allem für die Kirchen der Reformation von besonderer Bedeutung sei: „Worte haben ein enorme Kraft, von ihnen geht Großes und Bedeutsames aus, sie bewirken positive Nachdenkprozesse und Veränderungen, ja Revolutionen, aber auch Kriege und Völkermord.“ Da die gremiale Struktur der Kirche oftmals zu „Wortklaubereien“ über Ordnungen und Gesetze verleite, sei eine Rückkehr zum Wort der Bibel und damit zum „Wesentlichen“ notwendig. Aber auch gesamtgesellschaftlich forderte Lein ein Umdenken in Sachen Sprache: „Seit Jahren erleben wir eine eklatante und inakzeptable Verrohung der Sprache. Was dringend nötig erscheint sind neben Deutschkursen auch Kurse in humaner Sprache für Politiker!“ Für alle aber gelte: „Achten wir, bewahren wir, beschützen wir die Wörter vor populistischem Missbrauch und Umdeutung durch die Werbung.“

Am feierlichen Entpflichtungsgottesdienst mitgewirkt haben mehrere VertreterInnen und MitarbeiterInnen unterschiedlicher Arbeitsfelder der Evangelischen Kirche in Wien. Segensworte sprachen Senior Michael Wolf, Trochs Nachfolgerin als Superintendentialkuratorin Petra Mandl, der Geschäftsführer der Diakonie Bildung, Michael Chalupka, Gabriele Umek von der Krankenhaus- und Gefängnisseelsorge, Pfarrerin Marianne Fliegenschnee und Eva Balasch, Mitarbeiterin in der Superintendentur. Seitens der römisch-katholischen Kirche überbrachten Weihbischof Franz Scharl und Bischofsvikar Dariusz Schutzki Segenswünsche. Musikalisch gestalteten den Gottesdienst der Kinderchor der Johann Sebastian Bach-Musikschule und ein Bläserquartett, an der Orgel war Diözesankantorin Yasuko Yamamoto zu hören.

Beim anschließenden Empfang im Palais Niederösterreich dankte Synodenpräsident Peter Krömer namens der Evangelischen Kirche in Österreich für Leins und Trochs „jahrelange treue Tätigkeit“. Besonderer Dank gebühre dabei auch Leins Frau Johanna. Ihre scheidende Wiener Amtskollegin Inge Troch beschrieb die niederösterreichische Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour beim Empfang als „Inbegriff einer analytisch denkenden Frau, die in absoluter Ruhe zuhört und mit großer Wertschätzung und Respekt ihrem Gegenüber begegnet.“

Der dienstälteste Kollege im Amt des Superintendenten, Manfred Sauer, würdigte Leins Begabung als Seelsorger, der nicht nur zuhören könne sondern auch „Gespür für Wesentliches“ mitbringe und als Teamplayer immer auch „auf die Schwächsten geschaut“ habe. Das ökumenische Engagement Leins unterstrichen der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs und der reformierte Landessuperintendent und Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Thomas Hennefeld. „Die innerevangelische Zusammenarbeit war für Hansjörg Lein immer selbstverständlich“, erinnerte Schröckenfuchs, und Hennefeld sagte zu Lein: „Ökumene hat zu Deinem Amtsverständnis dazugehört wie das Amen im Gebet.“

Bilder vom Gottesdienst und vom Empfang finden Sie zum Download (auch in Druckqualität) auf: foto.evang.at
Verfasst am: 23.11.18, 08:52