Neuigkeiten Neuigkeiten
Titel: Salzburg: Dokudrama über Vertreibung von Protestanten
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 22.11.2017

Film soll an Salzburger Pflichtschulen gezeigt werden

Schülerinnen und Schülern die Vertreibung der Salzburger Protestanten im 18. Jahrhundert näherbringen soll ein neuer Schulfilm, der ab sofort für die Verwendung an Salzburger Pflichtschulen zur Verfügung steht. Das Dokudrama, das Elemente von Dokumentation und Spielfilm kombiniert, erzählt in 25 Minuten die Geschichte des fiktiven Bauernbuben Martin, dessen Familie im Geheimen dem evangelischen Glauben anhängt und daher von Fürsterzbischof Firmian verfolgt wird. Nach einem Erlass Firmians mussten 1731/32 rund 20.000 Nichtkatholiken das Fürsterzbistum verlassen.

Die für Bildung zuständige Landesrätin Martina Berthold lobte den Film für die bildhafte Veranschaulichung des historischen Themas: „Dieser neue Bildungsfilm zeigt in beeindruckender Weise, wie sich die Menschen evangelischen Glaubens im 18. Jahrhundert in Salzburg fühlten. Wir erleben den bedrückenden Alltag und das Schicksal einer religiösen Minderheit. Dies wird anhand der Geschichte des zwölfjährigen Bauernsohnes Martin erzählt. So wird ein dunkles Kapitel der Salzburger Geschichte für heutige Schülerinnen und Schüler nacherlebbar.“

Regisseur Markus Weisheitinger-Herrmann bezeichnete im Gespräch mit den Salzburger Nachrichten den Film als „emotionalen Dosenöffner“, der die Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren über eine direkte Identifikationsfigur für das Thema sensibilisieren soll.

Der Schulfilm „Salzburgs Exulanten. Die Ausweisung der Evangelischen 1731 bis 1732“ steht allen Salzburger Pflichtschulen zur Verfügung und kann um 15 Euro beim Land Salzburg erworben werden.

Noch bis 4. März im Salzburg Museum zu sehen ist die Ausstellung „Reformation 500 – Salzburg und der Protestantismus“. Nähere Informationen finden Sie hier.
Verfasst am: 23.11.17, 09:55
Titel: Perko: „Arbeitszeitdebatte schwappt herein“
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 22.11.2017

Verein Evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer hielt seine Vollversammlung in St. Pölten ab

„Schaffen wir als Kirche der Rechtfertigungslehre den Kulturwandel vom Immer-zu-wenig zum Genug?“, fragt der stellvertretende Obmann des Vereins Evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Österreich (VEPPÖ), Manfred Perko. Bei der Vollversammlung des VEPPÖ, die am Freitag, 17. November in St. Pölten stattfand, berichtete Perko neben den Routine-Punkten der jährlichen Sitzung von aktuellen Themen, mit denen sich die Standesvertretung evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer beschäftigt.

Perko – er leitete die Sitzung in Vertretung von VEPPÖ-Obmann Stefan Schumann, der aufgrund eines nahen Todesfalls nicht in St. Pölten dabei sein konnte – ortet ein „Hereinschwappen der Arbeitszeitdebatte“. In diesem Zusammenhang plädierte der stellvertretende Obmann für verbesserte und vereinheitlichte Vertretungsregelungen, hier gelte es, sich an den „Best-Practice-Diözesen“ zu orientieren. Gemeinsames Ziel müsse sein, „nicht an den Stellschrauben der Verknappung und Verschärfung“ zu drehen, sondern Konsens zu suchen, um „die Dinge positiv weiterzuentwickeln“. Hintergrund ist die bei der letzten Synode angesprochene hohe Anzahl von nicht verbrauchten Urlaubstagen von Pfarrerinnen und Pfarrern, die in der Gesamtbilanz der Kirche eine entsprechend hohe Rückstellung erfordern.

„Kein Bedrohungsszenario“ sieht die für Personalfragen zuständige Oberkirchenrätin Ingrid Bachler. Im Gegenteil: Bachler berichtete in St. Pölten von „guten Gesprächen“ in der zuständigen Arbeitsgruppe; gemeinsames Ziel sei, dass „Pfarrerinnen und Pfarrer gut und mit Freude“ arbeiten und auch ihren Urlaub konsumieren können.

Schon seit längerer Zeit befasst sich der VEPPÖ mit dem Berufsbild evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer. Vorstandsmitglied Gregor Schwimbersky sprach sich hier für mehr Kooperation statt Einzelkämpfertum aus. Der Austausch und das Voneinander-Lernen bereicherten das Pfarrer-Dasein, ist der Wiener Pfarrer überzeugt.
Verfasst am: 23.11.17, 09:54