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Titel: Bünker: "Freue mich, wenn die katholische Kirche Luther entdeckt"
Autor: MB
Quelle: https://www.kathpress.at vom 14.12.2017

Evangelischer Bischof zieht in Kirchenzeitung-Interview Bilanz des Reformationsjubiläums und ortet Klärungsbedarf in seiner eigenen Kirche, ob es künftig auch kirchliche Trauungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare geben soll

Das Reformationsjubiläum hat evangelische und katholische Kirche einander wieder ein Stück näher gebracht, aber es bleibt noch viel zu tun. So hat der lutherische Bischof Michael Bünker in einem Interview für die Kooperationsredaktion der heimischen Kirchenzeitungen das vergangenen Jahr 2017 bilanziert. "Ich freue mich, wenn die katholische Kirche Luther entdeckt", so der Bischof wörtlich. Luthers Ringen um den Glauben und seine Frage nach dem gnädigen Gott habe beispielsweise ja auch schon Papst Benedikt XVI. gewürdigt.

Für die vielen positiven ökumenischen Impulse im Gedenkjahr könne man nur dankbar sein, so Bünker: "Vor fünf Jahren war das noch nicht so deutlich: Auf katholischer Seite befürchtete man ein triumphalistisches, evangelisches Lutherfest. Das war es nicht und es wurde sichtbar, dass die Gemeinsamkeiten das Trennende bei weitem überwiegen. Bleibende Unterschiede wurden auch deutlich, aber diese müssen uns nicht wirklich belasten."

Die katholische Kirche habe schon im Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) zum Teil urevangelische Anliegen aufgenommen, so der Bischof: "Umgekehrt haben wir mit der Hochschätzung von Eucharistie, in Hinblick auf grenzüberschreitende kirchliche Gemeinschaft und in der Pflege der Liturgie vieles übernommen, was als katholisch gilt." Heute sei etwa für Evangelische eine Taufkerze normal. In der Generation seiner Eltern wäre das als "typisch katholisch" abgelehnt worden, erläuterte Bünker.

Im Blick auf die anstehenden ökumenischen Herausforderungen verwies der lutherische Bischof etwa darauf, dass auch der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, seit Jahren die Arbeit an einer gemeinsamen Erklärung zum Verständnis von Amt, Eucharistie und Kirche fordert. "Es ist noch ein weiter Weg, bis wir gemeinsam Eucharistie feiern können", so Bünker, "aber schon heute ist es aus meiner Sicht unbefriedigend, dass Evangelische auch dann nicht als Gäste zur katholischen Eucharistie geladen sind, wenn sie mit einem Katholiken katholisch verheiratet sind".

Der Bischof führte weiter aus, dass für die Evangelischen die Ehe kein Sakrament sei, wohl aber "eine wichtige gesellschaftliche Institution auf biblischer Grundlage". Bünker: "Sie wird vor dem Standesbeamten geschlossen, aber der erste Weg der Eheleute führt in die Kirche." Die Ehe unterliegt laut dem lutherischen Bischof freilich einem Wandel und er begrüße deshalb die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs für die "Ehe für alle". Denn: "Es geht darum, eine vertrauensvolle und auf ein ganzes Leben angelegte Zweierbeziehung ohne Diskriminierung abzusichern. Letztlich muss jeder Christ selbst entscheiden, welche Beziehung für ihn aus dem Glauben heraus passt."

Der Bischof räumte zugleich ein, dass in der Ehefrage einige Grundsatzklärungen in der lutherischen Kirche anstünden. Derzeit sind kirchliche Trauungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare in der lutherischen Kirche in Österreich nicht möglich. Bünker: "Das müssen wir klären."
Verfasst am: 15.12.17, 09:14
Titel: Weihnachten FÜR ALLE: Die TV-Programmhighlights in ORF 2
Autor: MB
Quelle: www.ots.at vom 12.12.2017

Religiöse Fixpunkte im Weihnachtsprogramm: Festgottesdienste, „FeierAbend“ und „Was ich glaube“

Ein gewohnt umfangreiches Programmangebot zu Weihnachten präsentiert die ORF-TV-Religion in ORF 2: Zu den traditionellen Höhepunkten der Weihnachtsfeiertage zählen die live übertragenen Festgottesdienste. Am Heiligen Abend steht dabei sowohl die „Evangelische Christvesper“ (dieses Jahr aus der Evangelischen Kirche in Bad Goisern, 19.00 Uhr) als auch die „Katholische Christmette“ (23.55 Uhr) aus dem Petersdom in Rom auf dem Programm. Davor berichtet ein „kreuz und quer“-Spezial (23.30 Uhr) unter dem Titel „Der Klang der Welt“ über das Engagement des Wiener-Sängerknaben-Präsidenten Gerald Wirth, Kinder für gemeinsames Musizieren zu begeistern. Am 25. Dezember folgt der „Katholische Weihnachtsgottesdienst“ (10.45 Uhr) live aus dem Dom St. Georg in Limburg. Ebenso traditionell am Christtag in ORF 2 ist der päpstliche Weihnachtssegen „urbi et orbi“ vom Petersplatz (12.00 Uhr). Vier „FeierAbend“-Dokumentationen (24., 25., 26. Dezember, 6. Jänner, jeweils um ca. 19.50 Uhr), drei „Was ich glaube“-Beiträge (25., 26. Dezember und 6. Jänner, um 18.47 bzw. 16.55 Uhr) sowie erweiterte Berichterstattung auf religion.ORF.at ergänzen das Feiertagsprogramm.

(Auszug)
Verfasst am: 12.12.17, 11:10