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Titel: Karfreitag: Katholische Aktion will gesetzlichen Feiertag für alle
Autor: MB
Quelle: https://diepresse.com/ vom 31.1.2019


Die Laienorganisation spricht sich gegen einen "Eintausch" gegen einen anderen Feiertag aus. Die Arbeiterkammer will den Karfreitag nicht gegen einen anderen Feiertag eintauschen.

ie Katholische Aktion (KAÖ) hat sich nach dem EuGH-Urteil zum Karfreitag für einen gesetzlichen Feiertag für alle an diesem Datum ausgesprochen. Dieser Tag habe auch für Katholiken einen besonderen Stellenwert, erklärte Präsident Leopold Wimmer am Donnerstag in einer Aussendung. Ein "Eintausch" etwa gegen den Ostermontag oder den Pfingstmontag kommt für die Laienorganisation aber nicht infrage.

Gleichzeitig warnt die KAÖ vor einer rein wirtschaftlichen Diskussion: "Die vermeintliche Lösung, einfach Feiertage zu verschieben bzw. einzutauschen, ist sehr problematisch", so Vizepräsident Armin Haiderer. "Natürlich ist es wichtig, auch die wirtschaftliche Seite zu sehen, aber Feiertage einfach als Verschubmaterial zu verwenden, ist nicht zielführend." Auch die katholische Bischofskonferenz hatte sich davor klar gegen einen derartigen Tausch positioniert.

Damit stimmt die KAÖ mit der großen Mehrheit der Arbeitnehmer überein, die nämlich einer Umfrage von Unique Research zufolge befürwortet, dass der Karfreitag zum Feiertag für alle Österreicher wird. Demnach sind 81 Prozent für eine solche Lösung als Antwort auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Zu einem Abtausch von Feiertagen gibt es hingegen ein klares Nein. Die Umfrage wurde von der Arbeiterkammer (AK) in Auftrag gegeben.

Bischofskonferenz in Kontakt mit Blümel

Die Spitze der katholischen Kirche bestätigte gegenüber der APA, dass Kultusminister Gernot Blümel (ÖVP) bereits Kontakt in der Sache aufgenommen habe. Allerdings habe es sich dabei lediglich um informelle Gespräche gehandelt, zu einem Treffen sei es bisher noch nicht gekommen, sagte ein Sprecher der Bischofskonferenz auf APA-Anfrage. Das Bundeskanzleramt peilt jedenfalls Gespräche in größerer Runde mit allen Betroffenen an, wie es zuletzt hieß.

Am Dienstag war es zu einem ersten offiziellen Gespräch zwischen Blümel und dem evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker zum Karfreitag gekommen. Bünker zeigte sich danach zufrieden, elf Varianten für eine Lösung lägen auf dem Tisch. Der evangelische Bischof war es auch, der zuerst einen Tausch mit einem katholischen Feiertag vorgeschlagen hatte. Nach juristischer Skepsis liebäugelt er nun mit dem Vorschlag, einen flexiblen zusätzlichen Urlaubstag für alle einzuführen.

Einen solchen flexiblen Feiertag, von dem auch andere Religionen wie Menschen ohne Bekenntnis profitieren würden, befürwortet auch der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs - zumindest aus "pragmatischer Sicht", wie er zur APA sagte. Rein theologisch sprach er sich aber für den Karfreitag als Feiertag für alle aus. Seine Überlegung: Wie etwa um Weihnachten würde dann auch zu Ostern etwas Ruhe einkehren. Eine offizielle Einladung zu Gesprächen haben auch die ebenfalls betroffenen Methodisten noch nicht vom Kanzleramt erhalten. Schröckenfuchs betonte aber, dass er sich durch Bünker in der Sache gut vertreten fühle.

Die Arbeiterkammer hatte zuvor in einer Aussendung mitgeteilt, am Karfreitag festzuhalten zu wollen, die Wirtschaftskammer will einen zusätzlichen Feiertag vermeiden. Der ÖGB wirft der Regierung vor, gar nicht diskutieren zu wollen.
Verfasst am: 31.01.19, 13:42
Titel: Kirchliche Ehe für homosexuelle Paare? Evangelische Pfarren stimmen ab
Autor: MB
Quelle: https://www.nachrichten.at vom 31.1.2019

Entscheidung soll in Synode am 9. März fallen – das Thema polarisiert Pfarren im Land

Nach der standesamtlichen Trauung könnte gleichgeschlechtlichen Paaren bald auch die kirchliche Ehe offen stehen. Zumindest in der Evangelischen Kirche AB in Österreich.

"Wir machen uns auf den Weg, die kirchliche Trauung für homosexuelle Paare einzuführen", sagte Michael Bünker, evangelischer Bischof in Österreich, bei der Synode im Dezember, einer Art evangelischem Kirchenparlament. Zeitgleich spielten die 63 Vertreter der Synode den Ball an die 194 österreichischen Pfarrgemeinden zurück, damit diese eine Stellungnahme zur "Ehe für alle" abgeben können, bevor am 9. März bei der nächsten Synode eine endgültige Entscheidung fallen soll.

Neun Pfarren stimmten bereits ab

Seither hat es in neun von 34 evangelischen Pfarrgemeinden in Oberösterreich "offene Diskussionen" und Abstimmungen über die Frage gegeben, ob homosexuelle Paare kirchlich getraut werden sollen. Wie stark das Thema polarisiert, zeigen die jeweils einstimmigen Beschlüsse in den Pfarrgemeinden Vorchdorf/Stadl-Paura sowie Leonding. "Die Ehe für alle findet keine Grundlage im christlichen Glauben und wäre eine bedenkliche Anbiederung an den Zeitgeist", sagt Georg Breckner, seit 18 Jahren Vorsitzender des Pfarrgemeinderats in Vorchdorf/Stadl-Paura, der sich einstimmig gegen die kirchliche Trauung von Homosexuellen aussprach.

Umgekehrt votierte der Pfarrgemeinderat Leonding. "Wir haben ausführlich diskutiert und sind alle zur Einschätzung gelangt: Gleichgeschlechtliche Paare sollten kirchlich heiraten dürfen", sagt Pfarrer Gernot Mischitz.

Leonding und Vorchdorf/Stadl- Paura zeigen die Zerreißprobe, vor der die evangelische Kirche zwischen liberalen Stadt- und konservativen Land-Pfarren sowie zwischen Jungen und Älteren steht.

Auch in Eferding und Marchtrenk sprach sich der Pfarrgemeinderat klar gegen die Ehe für alle aus. "Mir geht es um den Begriff Ehe – der passt nur zu Mann und Frau", sagt Johannes Hanek, evangelischer Pfarrer in Eferding.

In der Pfarrgemeinde Linz-Innere Stadt steht die Abstimmung noch bevor. "Erste Gespräche zeigen, dass wir im Oberösterreich-Vergleich eine große Offenheit für die Ehe für alle haben. Das ist für mich als Pfarrerin wohltuend", sagt Pfarrerin Veronika Obermeir-Siegrist. "Wir sollten dankbar sein, dass es Menschen so ernst miteinander meinen, dass sie ihre Bindung vor Gott mit der Eheschließung vertiefen möchten."

Kirchliche Segnung

Skeptisch ist dagegen der Leiter der evangelischen Diözese Oberösterreich, Superintendent Gerold Lehner. "Ich anerkenne, dass auch gleichgeschlechtliche Paare einander lieben. Seit dem Jahr 2007 können sie bei uns kirchlich gesegnet werden", sagt er. Jedoch könne er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren, dies als Ehe zu definieren. "Hier sind die Aussagen der Bibel zu klar", sagt Lehner.

"Das österreichische Recht sieht vor, homosexuelle Paare nicht mehr zu diskriminieren. Und die Kirche sollte hier auch die Liebe in den Vordergrund stellen", sagt dagegen Obermeir-Siegrist.

"Ehe für alle" in Österreich und Europa

Die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses (AB) ist in Österreich mit rund 278.000 Mitgliedern die viertgrößte Glaubensgemeinschaft nach den Katholiken (5 Mio.), orthodoxen Christen (775.000) und Muslimen (700.000).

In Oberösterreich gibt es etwa 48.500 evangelische Christen AB sowie 500 nach Helvetischem Bekenntnis (HB). Die Evangelische Kirche HB stellte in Österreich bereits im Jahr 1999 homosexuelle Partnerschaften mit heterosexuellen gleich.

In Deutschland hat Baden als erste von 20 Landeskirchen die Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren im April 2016 eingeführt. Seither folgten acht weitere Landeskirchen.
Verfasst am: 31.01.19, 13:39