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Titel: Online-Petition fordert ganzen Feiertag für alle
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 21.2.2019

Synoden-Vizepräsidentin Gisela Malekpour und Kärntner Superintendent Manfred Sauer starten Initiative

Wien (epdÖ) In der Diskussion um den Karfreitag haben die Vizepräsidentin der evangelischen Synode, Gisela Malekpour, und der Kärntner Superintendent Manfred Sauer eine Online-Petition gestartet. Darin fordern sie einen „ganzen Feiertag für alle“. Unterzeichnet werden kann die Petition, die sich an alle Personen, nicht nur evangelische, richtet, unter https://mein.aufstehn.at/petitions/karfreitag-feiertag-fur-alle.

„Der Karfreitag ist ein essentieller Bestandteil für uns Evangelische, aber uns geht es hier auch um Gleichberechtigung für alle“, sagt Malekpour, die als Superintendentialkuratorin auch höchste Repräsentantin der Evangelischen Kirche in Niederösterreich ist. „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen nicht auf der Strecke bleiben, die Regelung muss auch offen sein für andere Religionsgemeinschaften und konfessionslose Menschen“. Den Plan der Regierung, den Karfreitag als „halben Feiertag“ freizugeben, bezeichnet Malekpour als „Farce“, bedeute dies doch für viele Beschäftigten eine zusätzliche Freizeit von 2 Stunden, außerdem hätten 40 Prozent der österreichischen ArbeitnehmerInnen schon jetzt am Freitag früher Schluss.

„Für uns als Evangelische bedeutet das eine eindeutige Schlechterstellung zum Status quo und eine Beschneidung unseres Minderheitenrechtes. Wir sind nicht bereit, auf den wichtigsten Feiertag in unserer Kirche zu verzichten! Denn ohne Karfreitag kein Ostern. Ohne Jesu Sterben keine Auferstehung und damit keine Erlösung“, heißt es in der Petition. Bis jetzt gebe es keine halben Feiertage so wie gesetzlich auch keine halben Urlaubstage vorgesehen sind. Würde im Zuge der Neuregelung der Generalkollektivvertrag ausgehebelt, „fallen auch analoge Regelungen für Angehörige anderer anerkannter Religionsgemeinschaften“. Durch einen zusätzlichen freien Tag, der auch für Konfessionslose gilt, könnte hier die angestrebte Gleichstellung erreicht werden. „Wirtschaft, Tourismus, Freizeitindustrie und Verkehrsplanung sind wichtige Größen in unserem Land, aber wir sind nicht bereit, dem alles unterzuordnen“, wird in der Petition betont.
Im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst sagt der Kärntner Superintendent Manfred Sauer: „Wir hatten schon vor der Bekanntgabe daran gedacht, so etwas zu starten, wollten aber keine Unruhe im Vorfeld stiften. Als die Entscheidung der Bundesregierung draußen war, gab es für uns keine Alternative.“

Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker hat die Petition „sogleich unterzeichnet“, wie er gegenüber dem Evangelischen Pressedienst betont.

https://mein.aufstehn.at/petitions/karfreitag-feiertag-fur-alle
Verfasst am: 22.02.19, 13:30
Titel: Karfreitag | Protestanten und SPÖ starten Petition für freien Karfreitag
Autor: MB
Quelle: www.kleinezeitung.at vom 22.2.2019

Die evangelische Kirche wie auch die SPÖ starten eine Petition für einen freien Karfreitag. Die SPÖ will kommende Woche einen Antrag im Nationalrat einbringen.

Während die Koalition versucht, die zahlreichen offenen Details für ihre Halbfeiertagsregelung zum Karfreitag in internen Gesprächen zu klären, hat die evangelische Kirche am Donnerstag eine Online-Petition für einen "ganzen Feiertag für alle" gestartet. Initiiert haben die Unterschriftenaktion die Vizepräsidentin der evangelischen Synode, Gisela Malekpour, und der Kärntner Superintendent Manfred Sauer. Als einer der ersten hat die Petition bereits der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker unterzeichnet

Ebenso wie die evangelische Kirche hat am Donnerstag auch die SPÖ eine Petition für einen gesetzlichen Feiertag für alle Arbeitnehmer am Karfreitag gestartet. Unter dem Titel "KarFREItag für alle" will die SPÖ bis zum geplanten Gesetzesbeschluss der Regierung für einen halben Feiertag in der nächsten Woche Druck auf die türkis-blaue Koalition aufbauen, erläuterte Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda.

Nächste Woche im Nationalrat

Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs hätten alle Arbeitnehmer in Österreich bereits heuer am Karfreitag frei. "Die ÖVP/FPÖ-Regierung will das aber kommenden Mittwoch im Parlament gesetzlich verhindern", erklärt Drozda in einer Aussendung. "Die ÖsterreicherInnen sind im EU-Schnitt Überstundenkaiser und hätten sich einen freien Karfreitag als einen kleinen Ausgleich verdient. Für ÖVP und FPÖ zählen aber nur die Interessen der Wirtschaft, die Interessen der ArbeitnehmerInnen ignoriert die Regierung gänzlich." Drozda kündigte an, dass die SPÖ kommende Woche im Nationalrat einen Antrag für einen gesetzlichen Feiertag am Karfreitag einbringen werde.

Der evangelischen Synodenpräsident Peter Krömer plädiert in der Karfreitags-Debatte für einen individuell bestimmbaren freien Tag zur Religionsausübung. Die Regierung solle "religiöse Feiertage sauber und diskriminierungsfrei regeln", fordert Krömer. Bischof Michael Bünker erwägt indessen eine Klage gegen die von ÖVP und FPÖ angekündigte Degradierung des Karfreitag zum Halb-Feiertag.

Nach dem Willen von ÖVP und FPÖ soll der Karfreitag künftig zwar, wie vom Europäischen Gerichtshof vorgeschrieben, ein Feiertag für alle Arbeitnehmer sein - allerdings erst ab 14.00 Uhr. Protestanten, Altkatholiken und Methodisten verlieren damit mehr als einen halben freien Tag, da der Freitag vor Ostern für sie bisher ein vollwertiger Feiertag war.

Rechtliche Schritte

Bünker lässt nun rechtliche Schritte gegen diesen Plan prüfen, wie er im "Kurier" (Donnerstag-Ausgabe) sagt. "Bei uns werden viele Gottesdienste am Karfreitag in der Früh und am Vormittag von Ehrenamtlichen geleitet. Die Regelung stellt eine echte Hürde dar", sagt der evangelische Bischof und sieht damit das Grundrecht auf Religionsausübung "stark beeinträchtigt".

Krömer, der Präsident des evangelischen Kirchenparlaments, fordert die Regierung daher auf, eine saubere und nicht diskriminierende Regelung zu treffen, die auch jüdische und islamische Feiertage berücksichtigt. "Es macht nämlich keinen Sinn, jedes Jahr betreffend einer anderen gesetzlich anerkannten Kirche und Religionsgesellschaft um eine Feiertagsregelung einen Rechtsstreit zu führen", so Krömer im Evangelischen Pressedienst. Er plädiert daher für einen individuell wählbaren freien Tag zur Religionsausübung.

Die Idee eines zusätzlichen Urlaubstages hatte im Jänner der Wiener Arbeitsrechtler Martin Risak ins Spiel gebracht. Bei religiösen Menschen sollte dies mit dem Rechtsanspruch kombiniert werden, diesen Urlaub an einem bestimmten Tagen zu nehmen. Protestanten könnten so also den Karfreitag freinehmen, Atheisten einen beliebigen Tag. Risak begründete den Vorschlag unter anderem damit, dass andernfalls auch der (im Generalkollektivvertrag geregelte) jüdische Feiertag Jom-Kippur wackeln könnte.
Verfasst am: 22.02.19, 10:42