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Titel: Wien: Neue ökumenische Plattform gegen Altersarmut bei Frauen
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 16.1.2018

Österreichweit mehr als 130.000 betroffen

Mehr als jede zehnte Person in Österreich über 65 Jahre ist von Altersarmut gefährdet, zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Insgesamt sind damit 16 Prozent der Frauen im Pensionsalter gefährdet. Ihrer Unterstützung widmet sich nun eine neue ökumenische Plattform in Wien, die am Dienstag, 16. Jänner, der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Ziel der Initiative „alt – arm – weiblich: Altersarmut bei Frauen“ ist es, das Thema weibliche Altersarmut in der öffentlichen Wahrnehmung zu enttabuisieren und einen niederschwelligen Zugang zu Unterstützungsleistungen zu bieten.

Der Wiener katholische Weihbischof Franz Scharl bezeichnete es im Pressegespräch als „ureigenste Aufgabe der Kirchen, auf die Menschen zu schauen und die Option für die Armen zu leben“. Wichtig sei aber nicht nur der konkrete Einsatz für die Menschen, „sondern auch der Kampf gegen Ausgrenzung“. Was es brauche, sei eine „vorbeugende Caritas“. Scharl verwies dabei auch auf Positionen von Papst Franziskus, der im Vorjahr den 19. November zum Welttag der Armen ausgerufen hat.

Die Wiener evangelische Superintendentialkuratorin Inge Troch sprach von der Aufgabe, „die Wurzel des Übels anzupacken“. Frauen hätten in ihrem Berufsleben weniger Gelegenheit, Vollzeit zu arbeiten oder ihrer Ausbildung entsprechend eingesetzt zu werden. Das habe Folgen für das Leben und die Finanzen im Alter. „Leistung ist in unserer Gesellschaft ein wichtiger Begriff. Aber es kann dabei nicht nur um Erwerbstätigkeit gehen. Auch Leistungen für die Gesellschaft, wie zum Beispiel die Kindererziehung, müssen berücksichtigt werden.“

Jitka Zimmermann, Geschäftsführerin der Stadtdiakonie Wien, hat die Plattform inhaltlich mitentwickelt und verwies auf die ungleiche Entlohnung von Frauen und Männern: „Frauen verdienen bei gleicher Arbeit 23 Prozent weniger als Männer. Aber auch ihre Alterspensionen sind deutlich niedriger – das ist oft eine Folge von langjähriger Teilzeitbeschäftigung.“ Man wolle die neue Bundesregierung und die Stadt Wien dazu motivieren, dem isländischen Modell zu folgen, nach dem Löhne von Männern und Frauen bis 2020 angeglichen werden müssen.

Lukas Richter, Universitätslektor und in seiner Forschung stark mit dem Thema Altersarmut befasst, betonte: „Wir müssen weg vom Bittstellertum. Und wir müssen Unterstützungsangebote für die Menschen verständlich machen. Das ist heute noch nicht der Fall. Renate Moser von der Plattform WIGE für Geschiedene und Wiederverheiratete in der Kirche pflichtete ihm bei: „Heute ist es sogar noch für viele mit Scham besetzt, nur eine Informationsbroschüre anzuschauen oder sie auch mitzunehmen.“

Bei der Plattform „alt – arm – weiblich“ handelt es sich um eine Kooperation der Kategorialen Seelsorge der Erzdiözese Wien, der Stadtdiakonie Wien, der Katholischen Frauenbewegung, des Katholischen Familienverbandes, des Katholischen Bildungswerks und der Bildungsinitiative für Frauen „Anima“. Unterstützt wird die Initiative von prominenten Frauen wie der Schauspielerin Erika Pluhar oder der TV-Journalistin Barbara Stöckl.

Als armutsgefährdet gelten in Österreich jene Haushalte, deren Nettoeinkommen 60 Prozent des Medianeinkommens unterschreitet. In Österreich betrifft das rund 203.000 Personen über 65 Jahre, davon 136.000 Frauen und 67.000 Männer. In Wien sind es 35.000 der Generation 65 plus (24.000 Frauen, 11.000 Männer). Ein Hauptgrund für die starke Altersarmut sind Unterschiede in der Pension: Männer beziehen durchschnittlich 1.419 Euro, Frauen nur 842 Euro.
Verfasst am: 17.01.18, 12:19
Titel: KPH Wien/Krems: Neuer Schwerpunkt „Waldorfpädagogik“ ab Herbst 2018
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 16.1.2018

ReformpädagogInnen stark nachgefragt

Als erste Pädagogische Hochschule im deutschsprachigen Raum bietet die Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) Wien/Krems „Waldorfpädagogik“ als möglichen Studienschwerpunkt an. Der neue Schwerpunkt kann von den Studierenden ab Herbst 2018 gewählt werden. Rektor Christoph Berger begründet den neuen Studienschwerpunkt mit dem verstärkten Interesse an reformpädagogischen Ansätzen: „Wir reagieren mit diesem Angebot auf einen stark nachgefragten Bedarf an qualifiziert ausgebildeten Waldorfpädagoginnen und -pädagogen.“ Weltweit gibt es rund 1100 Waldorfschulen, in Österreich sind es nach Auskunft der KPH derzeit 19.

Durchgeführt wird der neue Studienschwerpunkt von Dozentinnen und Dozenten des Zentrums für Kultur und Pädagogik Wien, ein An-Institut der deutschen Alanus Hochschule, das bereits seit zehn Jahren einen Master-Lehrgang „Waldorfpädagogik“ an der Donau-Universität Krems anbietet. „Vorbilder für das derzeitige Projekt an der KPH Wien/Krems gibt es in den Niederlanden und in Israel, aber im deutschen Sprachraum ist ein solches Angebot an einer Pädagogischen Hochschule einzigartig“, sagt Carlo Willmann, Vorstand des Instituts, das rechtlich selbständig operiert.

„Im Rahmen der Auseinandersetzung mit reformpädagogischen Modellen vermitteln wir in diesem Studienschwerpunkt die didaktischen Konzepte einer der international erfolgreichsten Alternativschulen“, erklärt Willmann. „Studierende der Pädagogischen Hochschule können nun in den aktiven Dialog mit methodischen und didaktischen Ideen der Waldorfpädagogik treten, deren Ziel eine lebendige und ganzheitliche Erziehung ist, in der Kopf, Herz und Hand gleichermaßen gefragt sind, in der also das Kind mit all seinen Potentialen gefördert werden soll“, so Willmann.

Die KPH Wien/Krems ist Österreichs größte private Pädagogische Hochschule mit fünf Standorten in Wien und Niederösterreich. Derzeit gibt es 2500 Studierende in der Erstausbildung und ca. 1000 Studierende in Weiterbildungslehrgängen. In den Hochschulbetrieb sind sieben christliche Kirchen (Römisch-katholische Kirche, Evangelische Kirche A. und H.B., Griechisch-orientalische Kirche, drei Orientalisch-orthodoxe Kirchen sowie die Altkatholische Kirche) eingebunden – „bei gleichzeitiger Wahrung der jeweiligen Identität“. Zusätzlich kooperiert die KPH in der Religionslehrerbildung und im Rahmen der Förderung interreligiöser Kompetenzen mit den Freikirchen, der Islamischen sowie der Alevitischen Glaubensgemeinschaft, der Israelitischen Religionsgesellschaft und nun auch mit der Buddhistischen Religionsgesellschaft.
Verfasst am: 17.01.18, 12:19