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Titel: Neuer kirchlicher Nachhaltigkeitsleitfaden präsentiert
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 23.5.2018

„Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit“ bei Umwelt, Konsum und Wirtschaft

Den neuen Nachhaltigkeitsleitfaden für evangelische Pfarrgemeinden präsentierten Oberkirchenrat Karl Schiefermair und Umweltbeauftragter Traugott Kilgus bei der Frühjahrskonferenz der kirchlichen Umweltbeauftragten, die vom 14. bis 16. Mai im niederösterreichischen St. Benedikt stattfand. Der Leitfaden versteht sich als „Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit“ und als Einladung an alle Pfarrgemeinden, „sich als zukunftsfähige Gemeinden auf den Weg zu machen.“ Das dazu entwickelte Programm umfasst die fünf Bereiche Energie und Klima, Einkauf, Garten und Ernährung, Lebensdienliches Wirtschaften sowie Vernetzung. In den einzelnen Bereichen wurden Ziele formuliert, die z.B. das regelmäßige Monitoring des pfarrgemeindlichen Energieverbrauchs, den verstärkten Konsum bei lokalen Kleinanbietern oder ethische Geldanlagen betreffen. Der vollständige Leitfaden ist unter https://evang.at abrufbar.

„Verpflichtung, die Erde auch für nachfolgende Generationen lebenswert zu bewahren“

Der Leitfaden knüpft an den Aufruf der 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (WCC) von 2013 in Busan an, in dem der WCC Christinnen und Christen und alle Menschen guten Willens zum Engagement für Klimagerechtigkeit aufgerufen hatte. Zudem hatte die Vollversammlung in Busan auch auf die Notwendigkeit einer „Ökonomie des Lebens“ hingewiesen, um globalen soziökonomischen Ungerechtigkeit entgegenzuwirken. In dem nun veröffentlichten Nachhaltigkeitsleitfaden hält die Evangelische Kirche A.u.H.B in Österreich fest: „Wir sehen es als unsere Verpflichtung, die Erde auch für nachfolgende Generationen lebenswert zu bewahren. Durch persönliche Konsumentscheidungen und Lebensstile gestalten wir tagtäglich die Welt mit, haben Einfluss darauf, wie sehr wir unsere Umwelt schädigen oder schonen.“ Für die inhaltliche Konzeption des Nachhaltigkeitsleitfadens verantwortlich zeichnen der kirchliche Umweltbeauftragte Traugott Kilgus und Pfarrer Norman Tendis, Verantwortlicher für das Projekt „Wirtschaft im Dienst des Lebens“.

Kirchlicher Umweltpreis am 18. Juni

Bei der Tagung der Umweltbeauftragten wurden unter anderem die Ökologieziele der katholischen Bischofskonferenz thematisiert. Mit Ursula Kowanda-Yassin war erstmals auch eine Muslima zur Teilnahme an den Gesprächen eingeladen worden. „Wir haben bislang den ökumenischen Austausch mit den KollegInnen aus der Evangelischen Kirche A.B. als sehr positiv und bereichernd erlebt. Die Sorge um das ‚gemeinsame Haus‘ legt eine Erweiterung über Glaubensunterschiede hinweg nahe“, betont die Sprecherin der Umweltbeauftragten, Hemma Opis-Pieber. Am 18. Juni wird im Erzbischöflichen Palais in Wien der Kirchliche Umweltpreis Österreich verliehen, zu dem 33 Projekte aus katholischen und evangelischen Gemeinden eingereicht wurden.
Verfasst am: 24.05.18, 09:27
Titel: Superintendent Müller-Marienburg zum Tag gegen Homophobie
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 23.5.2018

„Noch nicht am Ziel angekommen“

Zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie am Donnerstag, 17. Mai, hat sich der niederösterreichische Superintendent Lars Müller-Marienburg zu Wort gemeldet. Lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle und queere Menschen lebten in Österreich „auf der ‚guten‘ Seite der Welt“, so der Superintendent wörtlich. Ihnen drohe – anders als in vielen Teilen der Erde – weder Gefängnis- noch Todesstrafe. Zugleich betonte Müller-Marienburg, „sind wir erst am Ziel, wenn kein Jugendlicher und keine Jugendliche mehr Angst vor Ausgrenzung oder Herabwürdigung durch Freunde, Schulkolleginnen, Lehrer oder die eigene Familie haben muss.“ Gleichberechtigung sei erst dann gegeben, „wenn man sich nicht mehr Gedanken machen muss, an welchen Orten man mit einem Menschen Hand in Hand geht – und wo besser nicht.“

Lars Müller-Marienburg, seit 2016 im Amt, ist der erste Superintendent der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, der sich offen zu seiner Homosexualität bekannte. Im Zuge seines Amtsantritts hatte der gebürtige Deutsche in einem Interview erklärt: „Ich habe zu den Leuten gesagt, sie müssen das nicht toll finden mit dem Schwulsein. Sie müssen mir nur meinen Glauben glauben. Sie müssen mir glauben, dass ich mit Gott unterwegs bin und dass ich auch eine Sehnsucht nach Gott habe und es gut meine mit der Kirche.“

Seit 2005 wird der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie als Aktionstag begangen. Das Datum bezieht sich auf den Tag im Jahr 1990, an dem sich die Weltgesundheitsorganisation WHO dazu entschied, Homosexualität nicht mehr als Krankheit einzustufen.
Verfasst am: 24.05.18, 09:26