Neuigkeiten Neuigkeiten
Titel: Diakoniepreis 2019 ausgeschrieben
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 25.4.2019

Besonderer Schwerpunkt auf Projekte zum Thema „Demenz“

Wien (epdÖ) – Ab sofort können sich Pfarrgemeinden sowie Einrichtungen und Initiativen der Diakonie mit Projekten für den Diakoniepreis 2019 bewerben. Ausgezeichnet werden dabei Projekte mit „sichtbarem Innovationspotential“, die auf die „Einbettung in die Sozialstrukturen vor Ort“ wert legen, gelungene Kommunikation mit kirchlichen und öffentlichen Partnern pflegen und auf Nachhaltigkeit achtgeben, wie es in der Ausschreibung des Oberkirchenrates A.u.H.B. heißt. Zudem ist die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen im Projekt erwünscht, besonders sollen „niederschwellige Projekte und Initiativen“ zur Einreichung motiviert werden. Im Jahr 2019 soll der inhaltliche Schwerpunkt der Projekte auf dem Thema Demenz liegen.

Der Diakoniepreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich gestiftet. Mit der Vergabe des Diakoniepreises knüpft die Evangelische Kirche an die Feststellung der Generalsynode von 1997 an, die Kirche als „wesentlich diakonisch“ definiert. Damit soll „Einsicht in das diakonische Engagement unserer Gemeinden, Institutionen und diakonischen Unternehmen“ vermittelt werden, ist in der Ausschreibung zu lesen. Der Preis soll darüber hinaus „Kreativität und Mut stärken, soziale Probleme mit innovativen Konzepten zu bearbeiten“.

Anträge können über das Antragsformular (www.evang.at/diakoniepreis) bis 13. September unter okr-bildung@evang.at eingereicht werden.


Verfasst am: 25.04.19, 10:19
Titel: Öffentliche Aktionen unterstreichen Wert des Karfreitags
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 25.4.2019

Kundgebung in Wiener City – Ökumenische Feier in Graz – Glockenläuten und „Partezettel“

Wien (epdÖ) – Ein deutliches Zeichen gegen die neue Karfreitags-Regelung haben die betroffenen Kirchen gesetzt. Bei einer Protestaktion in der Wiener City, an der sich mehrere hundert Menschen am Freitag, 19. April, vor den evangelischen Kirchen in der Dorotheergasse beteiligt haben, haben VertreterInnen der Kirchen den Wert des Karfreitags unterstrichen und ihren Unmut über die neue Regelung ausgedrückt. Erstmals war der Karfreitag für Evangelische und Altkatholiken heuer kein gesetzlicher Feiertag mehr, stattdessen wurde von der Regierung ein „persönlicher Feiertag“ eingeführt, der aus dem Urlaubskontingent zu nehmen ist.

„Wir wollen zeigen, dass wir mit der Neuregelung nicht einverstanden sind, auch nicht mit dem Umgang mit uns als religiöser Minderheit und auch nicht mit dem immer stärkeren Abdrängen von Religion in den privaten Bereich“, sagte Petra Mandl, die als Wiener Superintendentialkuratorin das weltliche Pendant zum Superintendenten bildet. „Jede Minderheit sollte doch das Recht in einer offenen Gesellschaft zugestanden bekommen, dass wir unseren Glauben auch öffentlich leben und einen Feiertag in Anspruch nehmen können“, meinte Superintendent Matthias Geist und kritisierte erneut die Streichung des Karfreitags als Feiertag durch die Regierung. Kirche sei wichtig, so Geist weiter, „hier und heute, auch im säkular-geprägten Wien“.

Das Kreuz, auf das sich der Blick am Karfreitag richte, sei „kein harmloses Kulturlogo, aber auch keine Waffe, die man gegen Andersdenkende oder Andersglaubende richten darf“, mahnte der reformierte Theologe und Medizinethiker Ulrich Körtner bei der Veranstaltung, zu der die Evangelische Kirche A.B. in Wien, die Evangelische Kirche H.B. in Österreich, die Evangelisch-methodistische Kirche in Österreich und die Altkatholische Kirche eingeladen hatten. Vielmehr stehe das Kreuz für die „bedingungslose Würde aller Menschen, insbesondere der Bedürftigen und Schwachen, und für eine Kultur der Barmherzigkeit und der Mitmenschlichkeit.“ Körtner: „Wem es mit alldem ernst ist, der sollte für den Karfreitag als gesetzlichen Feiertag für alle eintreten. Stattdessen hat die Bundesregierung den Karfreitag auf dem Altar wirtschaftlicher Interessen geopfert.“

Der Karfreitag lenke den Fokus auf das Leiden in der Welt, erklärte der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld, „auch in dieser Stunde müssen Menschen Dinge ertragen, die wir uns kaum vorstellen können. Es geht um viel mehr als um einen freien Tag. Es geht darum, sich der Gewalt, dem Leid, der Qual von Menschen zu stellen, sie nicht zu verdrängen, sie nicht zu verschweigen.“ Zugleich zeige das Kreuz, „dass es einen anderen Weg gibt als als Rache und Selbstgerechtigkeit. Diese Botschaft sei „nichts Privates und Persönliche“, sondern müsse „hinausgerufen werden in die Welt, in die Gesellschaft, in diese Zeit“.

Stefan Schröckenfuchs, Superintendent der evangelisch-methodistischen Kirche, sprach vom „Kreuz Christi, das uns die Würde aller Menschen vor Augen hält, insbesondere die Würde der Schwachen und derer, die an den Rand gedrängt werden“. Der altkatholische Pfarrer Thomas Wetschka erinnerte daran, dass sich alle vier Kirchen erstmals gemeinsam an einem Ort „auf das Leiden und Sterben Christi“ besinnen: „Wir spüren die Hoffnung und die Kraft, die aus dieser radikalen Hingabe Gottes zu uns Menschen erwächst. Und aus dieser Kraft heraus setzen wir uns ein für unsere Mitmenschen.“

Direkt im Anschluss an die Vormittags-Gottesdienste hatten sich VertreterInnen der 30 evangelischen und altkatholischen Pfarrgemeinden in die Dorotheergasse aufgemacht. Dabei trugen die PfarrerInnen ihren Talar, auch in den U-Bahnen und Straßenbahnen. Angekommen in der Dorotheergasse klebten evangelische Jugendliche allen ein Kreuz aus Pflastern aufs Gewand – das Symbol der gemeinsamen Aktion. Es sei kein Trostpflaster, eher ein Wundpflaster, so die 19-Jährige Hannah Rippel. „Das Kreuz aus Pflastern ist ein Zeichen dafür, dass die neue Karfreitags-Regelung uns getroffen und verletzt hat. Es wird bestimmt auch eine Narbe geben. Aber wir machen weiter und leisten unseren Beitrag für die Wiener Gesellschaft“, so die Floridsdorferin, die seit Jahren in der Evangelischen Jugendarbeit ehrenamtlich aktiv ist.

Rehner: „Ein persönlicher Feiertag ist kein Feiertag“

In Graz haben die steirischen Kirchen bei einem öffentlichen Gottesdienst am Färberplatz die Bedeutung des Karfreitag für den christlichen Glauben hervorgehoben. „Ein Feiertag, der nur für mich persönlich gilt, ist kein Feiertag. Es gehört unabdingbar dazu, dass wir miteinander feiern können“, sagte der steirische evangelische Superintendent Wolfgang Rehner. „Ohne Karfreitag gebe es kein Osterfest“, betonte der römisch-katholische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl. Beim sensiblen Thema der gesetzlichen Feiertage stehe die Konsensfähigkeit einer Gesellschaft auf dem Prüfstand.

Mehrere evangelische Pfarrgemeinden, so etwa Bludenz, Feldkirch, Dornbirn, Bregenz oder Vöcklabruck ließen die Glocken zu einem „Mahnläuten“ erklingen. Bregenz schaltete eine Todesanzeige in den „Vorarlberger Nachrichten“, „Wir gedenken des Todes von Jesus von Nazareth“, hieß es darin. Andere Gemeinden luden zu „Gedenkgottesdiensten“ für den Karfreitag ein, der, wie ein kursierender und in Schaukästen angebrachter Partezettel verkündete, „am 27. Februar gestorben“ war. An diesem Tag war seine Abschaffung im Nationalrat beschlossen worden. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelisch-theologischen Fakultät in Wien brachten mit einer Karfreitagsparte auf der Fakultätshomepage ihren Unmut zum Ausdruck.
Verfasst am: 25.04.19, 10:18