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Titel: Ehemaliger Oberkirchenrat Arthur Dietrich verstorben
Autor: MB
Quelle: www.evang.at vom 19.7.2018

Bünker: „Ein leidenschaftlicher Prediger und engagierter Lehrer“

Der ehemalige geistliche Oberkirchenrat Arthur Dietrich ist am Mittwoch, 11. Juli, im 89. Lebensjahr gestorben. Dietrich wurde am 7. März 1930 in Wien geboren und 1960 zum Pfarrer ordiniert. Nach zwölf Jahren in Wiener Neustadt wechselte er im Jahr 1972 nach Linz, wo er auch als Senior der oberösterreichischen Diözese und als Obmann des Pfarrervereins fungierte. Im November 1986 wurde Dietrich von der Synode zum Oberkirchenrat gewählt, ein Amt, das er bis 1996 ausübte. Der zweifache Doktor – Dietrich promovierte 1954 in Jus und 1977 in Theologie – wurde für seine Verdienste mit dem großen goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.

„Arthur Dietrich war ein liebenswürdiger Mensch, der die Musik und die Natur schätzte“, sagte Bischof Michael Bünker in einer ersten Stellungnahme zum Ableben Dietrichs. „Ich erinnere mich gerne an den leidenschaftlichen Prediger und engagierten Lehrer, der die Aufgabe in der Kirchenleitung mit großer Verantwortung erfüllt hat. In seiner tiefen Frömmigkeit und Kirchenbindung war er vielen ein Vorbild.“

Als Oberkirchenrat waren Dietrich insbesondere die Ausbildung und Begleitung junger Theologinnen und Theologen am Herzen gelegen. In einem Interview unmittelbar nach seiner Wahl meinte er: „Ich möchte jungen Theologen möglich machen, diesen Beruf mit Freude, Ernst und Verantwortung in unserer Kirche auszuüben.“ Dietrich verstand sich als „kritischer, aber engagierter Befürworter ökumenischer Verbindungen.“ Maßgebliche Weichenstellungen für den Beruf des Pfarrers und der Pfarrerin, wie die Umsetzung des einheitlichen Dienstverhältnisses, fielen in seine Amtszeit oder sind unmittelbar auf sein Wirken zurückzuführen.

Die Evangelische Kirche spricht seiner Frau Ruth, den vier Kindern und den Schwieger- und Enkelkindern die herzliche Anteilnahme aus.

Die Verabschiedung von Arthur Dietrich findet am Mittwoch, 25. Juli 2018 um 11.30 Uhr in der Feuerhalle Simmering (1110 Wien, Simmeringer Hauptstraße 337) statt.
Verfasst am: 23.07.18, 09:21
Titel: Flüchtlinge: NGOs fordern von Regierung Verantwortung ein
Autor: MB
Quelle: https://www.evang-wien.at vom 17.7.2018

„Solidarische Aufnahme statt nationaler Alleingänge“

In einem gemeinsamen Appell richten sich sechs österreichische Hilfsorganisationen, darunter die Diakonie Österreich, an die Bundesregierung. Sie solle „Verantwortung für den Flüchtlingsschutz in Österreich und Europa übernehmen“, heißt es in einer Aussendung vom Dienstag, 17. Juli, die auch Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen, die Caritas, das Rote Kreuz und die Volkshilfe unterzeichnet haben. Sie seien in „großer Sorge, dass die aktuelle österreichische wie europäische Asylpolitik nicht mehr primär dem Schutz von Flüchtlingen dient, sondern dem Schutz von Grenzen.“ Zwar steige die Zahl der Flüchtlinge weltweit, diejenige der Flüchtlinge in Europa und Österreich sinke jedoch. Erst am Vortag hatte das Innenministerium bekanntgegeben, dass die Zahl der Asylanträge in Österreich im ersten Halbjahr 2018 auf den niedrigsten Stand seit 2011 gesunken war. „Statt nationaler Alleingänge an den Grenzen bedarf es einer solidarischen Aufnahme, bei der den Staaten an den südlichen Außengrenzen nicht die alleinige Verantwortung zugeschoben wird.“

„Wenn selbst wohlhabende Nationen ihre Grenzen für Flüchtlinge verschließen, werden andere Staaten diesem Beispiel folgen“, folgern die Hilfsorganisationen. Sie richten sich mit einem Forderungspaket an die Bundesregierung. Darin lehnen sie unter anderem die Einrichtung von Zentren in Nordafrika aus, in welche die Geflüchteten bis zur Entscheidung über die Gewährung von Asyl zurückgeschoben werden sollen. Die Europäische Union müsse zudem endlich wirksame Schritte einleiten, um Menschen aus Seenot zu retten. Die Negation der Verantwortung in diesem Punkt entspräche einer Infragestellung der Menschenrechte. Gefordert werden auch die Erhöhung des Auslandshilfekatastrophenfonds, der entgegen Versprechungen im Wahlkampf 2017 gekürzt worden war, und 15 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr für die direkte bilaterale Entwicklungszusammenarbeit bis 2021.

„Ziel gelingender Integration ist ein friedliches und respektvolles Miteinanderleben. Nur wenn das gelingt, kann jeder Mensch in Österreich seine angeborene Würde und seine gleichen und unveräußerlichen Rechte wahrnehmen und leben“, konstatieren die NGOs. Dafür sei es wichtig, dass geflüchtete Menschen als Teil unserer Gesellschaft wahrgenommen und bei ihrer Integration unterstützt werden. Es brauche „einen faktenbasierten, lösungsorientierten öffentlichen Diskurs und gegenseitige Unterstützung.“

Die Forderungen im Volltext: https://www.roteskreuz.at
Verfasst am: 18.07.18, 12:58